„Arbeiten, damit wir bis zum nächsten Eid ein unabhängiges Palästina haben“

Palestine Updates Nr.67 am 2. September

„Arbeiten, damit wir bis zum nächsten Eid ein unabhängiges Palästina haben“

Eid Mubarak von Palestine Updates in Goa an alle Schwestern und Brüder und besonders an die Leute im besetzten Palästina

Meinung

Heute beginnt Eid al Adha, die größere der Eid-Festlichkeiten und eine der heiligsten Feiern im muslimischen Kalender. Millionen Muslime in aller Welt werden sich versammeln, um dieses Datum mit Festen, Gebeten, besonders festlicher Kleidung und Paraden zu begehen. Viele werden teilnehmen an der jährlichen Hadsch (Pilgerfahrt).

Während palästinensische Menschen aus Jerusalem und die mit israelischer Staatsbürgerschaft natürlich in der Lage sind, das Areal der Al Aqsa Moschee frei zu betreten – verhängt Israel Zugangsbegrenzungen für Personen und bestimmte palästinensische Gemeinden. Palästinenser in der besetzten Westbank und dem belagerten Gazastreifen müssen um ein israelisches Permit ansuchen, um den heiligen Bezirk zu besuchen. Ein Grundrecht wurde reduziert auf eine Verpflichtung. In der Tat, viele Palästinenser aus der Westbank und Gaza waren auf Grund der Bewegungseinschränkungen durch Israel noch nie in der Lage, die Al Aqsa Moschee zu besuchen.

Viele Muslime wollen Eid benutzen, um derer zu gedenken, die an den Konflikten weltweit leiden, von Jemen und Syrien bis zum Irak und Myamar.

In Israel selbst zeigt die Berichterstattung Übergriffe der Polizei in der zentralisraelischen Stadt Lod – oder Lydda – wo der Bürgermeister versucht hat, Eid-al-Adha- Gebete (auch bekannt als „Adhan“), die durch den Sprechfunk aus der Moschee übertragen wurden, als Lärmbelästigung zu stoppen. Die israelische Polizei begleitete den Bürgermeister der Stadt in die Moschee, und er versuchte mit seinem Körper, die Andächtigen daran zu hindern, an den feierlichen Gebeten teilzunehmen. Die Andächtigen sagten, dass die Aktionen des Bürgermeisters „provokativ und rassistisch“ gewesen wären, sogar lächerlich.

Die israelische Besatzung bleibt mit ihren skrupellosen Aktionen sogar in Zeiten wie diesen stur, wenn die Leute miteinander beten und feiern wollen. Die Verweigerung der Freiheit zu beten und religiöse Feste zu feiern ist ein Zeichen für die grausame Absicht, die gestoppt werden muss.

Denker und Aktivisten für Gerechtigkeit müssen sich zur palästinensischen Sehnsucht nach Freiheit und Gerechtigkeit gesellen. Wie der Premierminister der PA Salam Fayyad, der meinte: „Bis zur nächsten Eid werden alle palästinensischen Wünsche nach Freiheit und Unabhängigkeit Wahrheit werden“ … Und dazu gehört, „einen unabhängigen palästinensischen Staat innerhalb der Ländereien von 1967 zu errichten“.

Ranjan Solomon, Redakteur

Auf dem englischen Palestine Update gibt es ein Bild von Tausenden, die am ersten Tag von Eid al-Adha in Al Aqsa beten.

Am vergangenen Freitag, dem ersten muslimischen Feiertag Eid al-Adha (Opferfest) verrichteten tausende Palästinenser ihr Gebet in der Al Aqsa Moschee im besetzten Ostjerusalem.

Hunderte Familien versammelten sich im Al Aqsa Bezirk, dem drittheiligsten Ort im Islam, während einige Clowns auf dem heiligen Boden herumsprangen und Aktivitäten mit den Kindern organisierten.

Nach der Tradition opfern Muslime weltweit eine Ziege oder ein Schaf zur Erinnerung an die gehorsame Opferung Isaaks durch Abraham (1.Mo 22/16-17).

+ Palästina in Bildern: August 2017

„Visuals“ erzählen harte Geschichten. Im Falle von Palästina geht es in den Geschichten um Unterdrückung und Widerstand. „Electronic Intifada“ hat Bilder von israelischen Gräueltaten

zusammengestellt, die Leute bewegen sollten, sich der Solidaritätsbewegung anzuschließen. Schauen Sie die Bilder und die entsprechenden Narrativen an (siehe Facebook)

+ Jüdische Stimme für Frieden (Jewish Voice for Peace) drängt zum Boykott von „Birthright Israel“ (Geburtsrecht Israel).

Die Kampagne #ReturnTheBirthright erklärt: „Es ist von Grund auf ungerecht, dass man uns eine freie und kostenlose Reise nach Israel gibt, während palästinensische Flüchtlinge von der Rückkehr zu ihrer Heimat ausgeschlossen sind“.

Die Gerechtigkeitsgruppe Jewish Voice for Peace (JVP) hat eine Kampagne lanziert, um junge Juden zu überzeugen, nicht an Birthright Israel Reisen teilzunehmen, gerade während Collegestudenten zum Campus zurückkehren und die Einschreibung für Winter-Trips anläuft. Unter dem Slogan #ReturnTheBirthright arbeitet JVP, um die 18 bis 26jährigen Juden, die zu 10tägigen voll bezahlten Reisen ausgewählt werden können, das verlockende Angebot auszuschlagen.

Ein „Versprechen“ auf seiner Website in Form einer Online-Petition fordert junge Juden auf, sich zu deklarieren: „Wir wollen nicht auf einen Birthright Trip gehen, weil es von Grund auf ungerecht ist, dass man uns eine kostenlose Reise nach Israel gibt, während palästinensischen Flüchtlingen die Rückkehr nach Hause verwehrt wird. Wir weigern uns, Komplizen für eine Propaganda-Fahrt zu werden, die den systemischen Rassismus  und die tägliche Gewalt für Palästinenser, die unter der endlosen Besetzung leben müssen, weißwäscht. Unser Jüdischsein gründet sich auf Werte der Solidarität und Befreiung, nicht auf Okkupation und Apartheid. Aus diesen Gründen geben wir das Geburtsrecht zurück, und rufen andere junge Juden auf, dasselbe zu tun“.

Birthright Israel sendet jüdische junge Erwachsene auf eine kostenfreie 10tägige Reise nach Israel mit dem Ziel, ihre jüdische Identität und ihre Verbindung zum jüdischen Staat zu stärken. Die Reisen werden von einer Partnerschaft zwischen dem Staat Israel und einer Gruppe von nordamerikanischen Geldgebern finanziert.

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+ Die Regierung der USA erklärt der palästinensischen BDS-Bewegung den Krieg.

Senate Bill 720, auch bekannt als Anti-Israel Boycott Act, wurde im Wesentlichen entworfen durch die berüchtigte und mächtige Israel-Lobby des American Israel Public Affairs Committee (Aipac), das das Inkrafttreten der Bill zu seiner obersten Priorität gemacht hat.

Ramzy Baroud schreibt dazu: „Da ist etwas faul in Washington DC und seine Konsequenzen können für viele Menschen hart werden, besonders, was die Gesundheit der US-Demokratie betrifft.

Die US Regierung ist dabei, der BDS Bewegung (Boykott, Divestment, Sanctions) den Krieg zu erklären. Der Kampf, um BDS zu bezwingen, geht schon seit einigen Jahren, aber ganz besonders seit 2014, als 11 Staaten der USA Gesetze erlassen und in Kraft gesetzt haben, um die Bewegung zu kriminalisieren – die unterstützt von der Zivilgesellschaft Druck auf Israel ausüben wollte, die Besetzung von Palästina zu beenden.

Washington führt nun den Kampf an und legitimiert damit das antidemokratische Verhalten individueller Staaten. Wenn die Bemühungen der US-Regierung Erfolg haben sollten, macht die an sich bereits raufende US-Demokratie einen weiteren Schritt zurück und viele gute Leute könnten potentiell bestraft werden, weil sie sich in Übereinstimmung mit ihren politischen und moralischen Werten verhalten.

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(Übers. Gerhilde Merz)