BDS im Tourismus

Palestine Update Nr. 211 – 31.1.2019

 Kommentar

 BDS im Tourismus

Bei einer wichtigen Intervention über die Frage der Menschenrechte im Tourismus führt Amnesty International zurzeit Kampagnen gegen die Websides von vier der bedeutendsten Tourismus-Buchungsfirmen durch, um Geschäftsbeziehungen innerhalb der illegalen israelischen Siedlungen zu stoppen. Amnesty ist der Ansicht, dass die Siedlungen davon profitieren, was sie als „Kriegsverbrechen“ beschreiben. Der Tourismus, der sich in die Siedlungen als Basis ausdehnt, ist damit illegal und kriminell.

In dieser Ausgabe der Palestine Updates wollen wir Hintergründe und Informationen über die Amnesty Kampagne aus deren eigenen Quellen teilen. Die Materialien enthalten Details der Forderungen, Airbnb, Booking Com, Expedia und TripAdviser zu boykottieren. Amnesty fokussiert darauf, die illegale Situation und die sich daraus ergebenden Menschenrechts-verletzungen gegenüber den Palästinensern klar zu stellen.

Jede der angesprochenen Gesellschaften buchen zahlreiche Hotels, B&Bs (Bed&Breakfast Unterkünfte), Attraktionen oder Touren in israelischen Siedlungen in den Okkupierten Palästinensischen Gebieten (OPT) direkt entgegen dem Internationalen Menschenrechts-

gesetz, laut welchem israelische Siedlungen als illegal angesehen werden. Amnesty beobachtet, dass jede Form von Geschäften mit Siedlungsunternehmen illegal ist, weil sie von Einrichtungen und der Erhaltung illegaler Siedlungen profitieren. Sie müssen ihrer Ansicht nach als Kriegsverbrechen bezeichnet werden, da sie die Ausübung des Internationalen Menschenrechtsgesetzes blockieren. Durch Inserieren und dadurch Profite für die Siedlungs-geschäfte zu schaffen, erzielen sie für die Öffentlichkeit den Effekt einer „Normalisierung“ und Rechtfertigung, obwohl dieses nach dem Völkerrecht eine illegale Situation ist. (Amnesty-Studie „Destination: Occupation“ zeigt auch, wie digitale Tourismuswerbung und die Illegalität der Siedlungen in den palästinensischen Gebieten Menschenrechts-Standards  und die Verpflichtungen der gemeinsamen Verantwortung verfehlen.

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Wir raten unseren LeserInnen dringend, diese Darstellung zu studieren und Stellung zu nehmen, und diese Information innerhalb Ihrer Netzwerke für eine größere Bekanntheit zu verteilen. Wir bitten Sie auch, an diesen Boykottaufrufen und Kampagnen teilzunehmen, um auch andere aufmerksam zu machen auf die besagten Firmen. Und zeigen Sie Ihre Solidarität zur Solidarität.

Ranjan Solomon

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Eine Boykott-Kampagne gegen  Airbnb, Booking.com, Expedia und TripAdvsor

Amnesty International hat vier der bekanntesten Webseiten für Tourismus-Buchungen aufgefordert, das Anbieten von Hotels und Attraktionen innerhalb der israelischen Siedlungen der Westbank zu unterlassen, dass diese dadurch an Kriegsverbrechen beteiligt sein würden. Amnesty erwähnte namentlich Airbnb, Booking.com, Expedia und TripAdivsor und stellte fest, dass sie durch das Aufzählen von Beherbergungsbetrieben und Attraktionen in den israelischen Siedlungen in Palästina Menschenrechts-Verletzungen unterstützen. „Durch Geschäfte mit Siedlungen tragen alle vier Gesellschaften an der Erhaltung, Entwicklung und Ausdehnung der illegalen Siedlungen bei, die im Rahmen des internationalen Strafgesetzes  Kriegsverbrechen nahe kommen und profitieren davon“, sagt Amnesty International in seinem  Destination-Okkupation -Bericht

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Die Organisation sagte auch, Siedlungen in der Westbank als Tourismusziele anzukündigen rechtfertige gegenüber der Öffentlichkeit, „eine illegale Situation als Völkerrecht“. Die fragliche Gegend wurde von Israel Jordanien während des „Sechstage-Krieges“, dem arabisch-israelischen Krieg von 1967, abgenommen. Zurzeit besetzen ungefähr 400.000 israelische Siedler das Land, eine Aktion, die von der Mehrheit der internationalen Gemeinschaft als Hindernis für die Schaffung eines unabhängigen palästinensischen Staates angesehen wird.

Die Kampagne von Amnesty International, um die Firmen zu stoppen, Geschäfte in den Siedlungen zu tätigen, wurde rasch von den Mitgliedern der israelischen Regierung als „anti-semitisch“ verdammt.  .@amnesty wurde zu einem der Führer in der antisemitischen #BDS-Kampagne. Der Bericht wird heute auf #Israel als hervorragender Versuch gewertet, die Fakten zu verkehren, das jüdische Erbe leugnen & Israel deligitimieren“, twitterte der Minister für Strategie und öffentliche Sicherheit, Gilad Erdan. „NGO Monitor“, die in Israel für Israel arbeitende NGO griff Amnesty International mit einer kräftigen Drohung an und beschuldigte die Organisation als antisemitisch. „Schlussfolgernd ist klar, dass @amnesty’s Kampagne genau ein weiterer #antisemitischer Versuch ist, die #jüdische Geschichte zu leugnen und #Israel heraus zu nehmen,“ sagte die Organisation auf Twitter.

Der CEO (= Chief Executiv Officer) des Jüdischen Weltrates und Exekutiv-Vizepräsident Robert Singer sagte, dass, wenn Amnesty International in den Israel/Palästina-Konflikt involviert sein möchte, sollte es nicht Geschäfte angreifen, die danach trachten, Frieden durch Tourismus zu schaffen, sondern sich mit den Menschenrechtsverletzungen beschäftigen, die durch die Siedlungen passieren. „Der Jüdische Weltkongress ist bereit und gewillt, sich mit AI zu engagieren und gemeinsam gegen die tatsächlichen Missbräuche der Menschenrechte und die Missbraucher, die die Welt von heute bedrohen, vorzugehen, und sicher zu stellen, dass der Preis für ungezügelten Hass niemals vergessen wird“ – sagte Singer in einer Darstellung in den Medien. (Facebook Link: =1766bae67e&e=)

Amnesty International sagte, TripAdvisor ist das Hauptziel seiner Boykott-Kampagne wegen seiner „relativen Bedeutung für die Tourismus-Industrie in den israelischen Siedlungen“. Gemäß der letzten 70 Aufzeichnungen in 27 Siedlungen führt TripAdvisor dort mehr Geschäfte durch als jede andere Tourismuseinrichtung“, sagte die NGO.

BDS bezieht sich auf eine palästinensisch geführte Bewegung, die zu Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen von Ländern und Firmen ermutigt, die Israels Ansprüche auf das umstrittene Gebiet unterstützen.

 

+Lesen Sie mehr in Facebook Link: =f98a7b4dcd&e=

Nehmen Sie teil an Kampagnen über Facebook Link: =0a5d86d25c&e=

+„Durch die Auflistung von Adressen und Attraktionen in israelischen Siedlungen profitieren digitale Tourismus-Gesellschaften von Kriegsverbrechen.“ 

Digitale Gesellschaften revolutionieren die Art, wie die Welt mit Tourismus umgeht. Zusammenschlüsse wie Airbnb, Booking.com; Expedia und TripAdvisor, die die globale Online Tourismus-Industrie, die viele Milliarden Dollars bewegt, dominieren, sind ungeheuer erfolgreich geworden. Alle diese Gesellschaften haben auch zahlreiche Hotels, B&Bs, Attraktionen und Rundreisen in israelische Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten (OPT) zur Verfügung. Sie tun dies, obwohl sie wissen, dass israelische Siedlungen nach dem Völkerrecht illegal sind – und ein Kriegsverbrechen. Diese Gesellschaften wissen auch, dass israelische Siedlungen negative Auswirkungen auf zahlreiche Menschenrechte der palästinensischen Bevölkerung haben. Das wurde von den Vereinten Nationen und unabhängigen internationalen Organisationen, wie Amnesty International und vielen palästinensischen und israelischen Organisation ausgiebig dokumentiert. Jede von vorn herein riskante Einschätzung durch die Gesellschaften würde klar machen, dass jedes Geschäft mit oder in den Siedlungen unvermeidbar zur Verlängerung einer illegalen Situation beitragen würde wie auch eines Regimes, das von sich aus diskriminierend ist und die Menschenrechte von Palästinensern verachtet.

Alle vier Gesellschaften behaupten, mit hohen ethischen Werten zu arbeiten und die gesetzlichen Regelungen zu respektieren. Dennoch scheint keiner dieser Standards die Entscheidungen dieser Gesellschaften in Bezug auf Buchungen in den Siedlungen zu beeinflussen. Mit Siedlungen Geschäfte zu tätigen, heißt, zur Erhaltung, Entwicklung und Ausdehnung der Siedlungen beizutragen und daran zu profitieren, was unter dem internationalen Strafgericht Kriegsverbrechen entspricht. Das Angebot von israelischen Siedlungen in der OPT als Touristenziel hat auch die Wirkung, dass der Öffentlichkeit als normal und gerechtfertigt präsentiert wird, was unter dem Völkerrecht als illegale Situation anerkannt ist.

Unter „Destination: Occupation“ ist ein Video abrufbar über Facebook Link: =cdcfe11960&e=

 

In einem neuen Bericht „Destination Occupation“ (Facebook Link: =7591d8264b&e=) dokumentiert Amnesty International die Arten, wie digitale Tourismus-Gesellschaften zu Verletzungen der Menschenrechte beitragen und direkt entgegen den eigenen korporativen Standards arbeiten:

Israel und die okkupierten palästinensischen Territorien:

„Destination: Okkupation“ im digitalen Tourismus und Israels illegale Siedlungen in OPT

In diesem Bericht legt Amnesty International offen, wie vier führende Online-Tourismus-Gesellschaften und globale Spieler – TripAdvisor, Booking.com, Expedia und Airbnb – Gästequartiere und Unterhaltung in illegalen israelischen Siedlungen in den Besetzten Palästinensischen Gebieten vermitteln. Sie tun das – und profitieren davon – obwohl sie wissen, dass diese israelischen Siedlungen nach dem Völkerrecht illegal sind und die Wurzel einer großen Vielfalt von Menschenrechtsverletzungen, an denen die palästinensischen Gemeinden leiden. Amnesty International fordert von diesen Gesellschaften, diese Angebote zu machen, und von Regierungen rund um die Welt, Regulierungen vorzunehmen, um Gesellschaften wie diese daran zu hindern, Geschäfte in oder mit Israels illegalen Siedlungen zu machen. Laden Sie von PDF Facebook Link: =b4ad976d21&e= herunter.

„Ich habe den Anti-Terror-Waffen-Trainingkurs besucht. Er war das Beste an meiner Zeit in Israel“. (Werbeschrift von TripAdvisor über einen Schieß-Lehrgang, ausgeführt in einer illegalen israelischen Siedlung).

+ Lerne schießen wie ein Soldat, auf einem Kamel reiten, oder eine Tour durch historische Sehenswürdigkeiten unternehmen – alles in gestohlenem Land! Dank der Hilfe von TripAdviser sind alle diese Aktivitäten möglich, wenn du eine der vielen illegalen israelischen Siedlungen besuchst +

TripAdvisor hat mehr als 70 verschiedene (Wohn?)-Plätze, Aktivitäten und Attraktionen in illegalen Siedlungen in OPT (= Occupied Palestinian Territories) im Angebot. Dadurch fördert TripAdvisor die Wirtschaft in den Siedlungen und arbeitet mit an der Ausdehnung der Siedlungen. Die Förderung der Siedlungen als Tourismus-Destination durch die Touristik-gesellschaft hilft ihnen, sich in der Öffentlichkeit als „normal“ darzustellen und zu rechtfertigen. Siedlungen sind nach dem Völkerrecht illegal – ihre Schaffung gilt als Kriegsverbrechen. Die Siedlungen befinden sich auf gestohlenem Land. Sie dürfen nicht zu Tourismus-Destinationen werden.

Seit 1967, als Israel die Westbank – einschließlich Ostjerusalem – zu ihrem Gefangenen machte und besetzte, hat die israelische Regierung die Schaffung und Ausdehnung der Siedlungen gefördert. Die Siedlungen haben eine zerstörenden Auswirkung auf ein weites Feld der Menschenrechte des palästinensischen Volkes, darunter ihre Rechte auf einen entsprechenden Lebensstandard, auf das Wohnen, die Gesundheit, die Bewegungsfreiheit und die Bildung. Die Existenz der Siedlungen macht auch die palästinensische Wirtschaft zum Krüppel. Indem sie den Tourismus in die Siedlungen treibt, nimmt TripAdvisor teil an diesen Menschenrechtsverletzungen.

 

Fordern Sie Stephen Kaufer, CEO (= Chief Executive Officer) von TripAdvisor Inc. auf, Angebote von Wohnmöglichkeiten, Aktivitäten und Attraktionen, die sich in illegalen israelischen Siedlungen befinden oder durch Siedler in Besetzten Palästinensischen Gebieten betrieben werden, zu stoppen und keine weiteren anzubieten.

 

(Die Gesamtheit der oben angeführten Materialien stammen aus Quellen von Amnesty International).

 

(Übersetzung Gerhilde Merz) 

 

Einen sehr ausführlichen Bericht finden Sie unter

http://www.amnesty-koeln-gruppe2415.de/Main/20190214002?action=download&upname=Pressemitteilung%2030.01.2019.pdf

Danke an Ingrid Rumpf

 

Mach mich nicht für einen Tag zum Freund – und verlass mich nach einem Monat.

Komm mir nicht zu nahe, wenn du mich doch verlassen wirst!

Versprich nicht, was du nicht halten willst.

Sei mir nah – oder geh‘!

Mahmoud Darwish