*Die Kriegskaufleute stellen Todesmaschinen in UK aus*

Palestine Update Nr. 283 – UK-Ausstellung von Todesmaschinen …

Meinung

*Die Kriegskaufleute stellen Todesmaschinen in UK aus*

„The Guardian“ UK, beschreibt den derzeitigen Waffenmarkt als „nationale Schande und einen schamlosen Waffenmarkt für globalen Tod und Zerstörung und macht jede von der britischen Diplomatie durchgeführte Unterstützung einer friedlicheren Welt zuschanden.“ Der Artikel geht weiter und zensuriert den Westen: „Militärischer Interventionismus bleibt eine Obsession der Westmächte. Donald Trump sei es gutgeschrieben, dass er etwas Zurückhaltung gegen Interventionen zeigt – und dennoch liebt er es, mit militärischen Aktionen rund um die Welt zu drohen – und die US-Streitkräfte werfen weiterhin Bomben auf fremde Länder. Aktionen der Westmächte fußen auf dem Glauben an ihre moralische Überlegenheit und auch auf ihrem Recht, anderen ihre Überlegenheit durch Gewalt eher als durch Vorbild aufzudrängen. In den Tagen des Imperiums hatte diese Vorstellung wenigstens die Qualität der Wirksamkeit. Heute ist das nicht so. Die Verwüstung von Afghanistan, Irak und Libyen sind die prominentesten Beispiele für verfehlte Intervention.“

Zum ersten Mal wurde auch Israel eingeladen. Es ist allgemein bekannt, dass Israels Waffen hauptsächlich auf die Palästinenser und ihre Nachbarn gerichtet sind, die sich getrauen Widerstand zu leisten. Das ist sein Weg, seine rassistisch- kolonialistischen Intentionen und Strategien zu verteidigen. Israel ist weit und breit das grausamste Regime der Welt und eines, das als „Schurkenstaat“ von kolossalen Ausmaßen gilt. Ein großer Teil seiner Führungspersönlichkeiten und Politikmacher sind Kriegsverbrecher, nur deshalb nicht vor Gericht gestellt, weil ihre Beschützer, die USA, sie vor dem Internationalen Gerichtshof bewahren. In der Waffenausstellung im UK sind unter den internationalen Ausstellern 32 israelische Firmen, darunter Elbit Systems, in dessen Angebot Systeme für Militär-Luftfahrt, Drohnen, Sturmboote mit großer Reichweite und Fahrzeuge sind. Der Begleitkatalog für den Markt beschreibt die Elbit-Technologie als „schlachten-erprobt“; auch zum Verkauf sind seine Skylark- und Hermes-Drohnensysteme, früher beschrieben als „das Rückgrat der israelischen Verteidigungskräfte, AUS (=Unmanned Arrial Systems“.

„Middle East Eye“ berichten über Proteste von sozialen Bewegungen, Friedensgruppen und Gemeinschaften auf Glaubensgrundlage. Sie berichten, dass Demonstranten den Eingang blockierten als ein Zeichen, dass britische Leiter von Glaubensgemeinschaften den Markt „als Schandfleck auf der moralischen Landschaft“ verurteilten. Der Bericht geht weiter: „Zahlreiche religiöse Denominationen versammelten sich, um zu erklären ‚Kein Glauben im Krieg‘ (= No Faith in War). Unter den Kritikern an der Waffenausstellung und Protestierern waren auch der ehemalige Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, und der Orthodoxe Senior-Rabbi Herschel Gluck, die am Freitag eine gemeinsame Stellungnahme der religiösen Führer unterschrieben, die den Waffenmarkt als „Schandfleck auf der moralischen Landschaft“ verurteilten.

Unsere Geschichten in dieser Ausgabe von Palestine Update zwingen uns, die Kaufleute von Tod und Zerstörung mit der Frage zu konfrontieren: „Wie können wir den Krieg aussperren und den Frieden gewinnen, den wir alle brauchen?“

Ranjan Solomon

————————————————————————————————–

*Ich habe zugesehen, wie mein Vater und mein Bruder durch israelische Bomben getötet wurden.

Für mich ist der UK Arms Trade eine sehr persönliche Angelegenheit.*

Für viele Leute, die ein Leben ohne Krieg und militärische Okkupation gelebt haben, könnte der globale Waffenhandel wie eine weit entfernte oder sogar irrelevante Sache sein. Aber Palästinenser wie ich sehen es als unannehmbar und eine schmerzliche Realität.

 

Ich bin 19 Jahre alt und habe meine ganze Kindheit im Gazastreifen verbracht, einem Ort, der manchmal als das „größte Freiluft-Gefängnis“ der Welt bezeichnet wird. Das ist wegen der widerlichen Militärblockade, die der Region durch den israelischen Staat aufgezwungen wurde, der uns an jedem einzigen Tag den Zugang zu den Grundrechten und Ressourcen verwehrt.

Nicht nur dieses: Gaza war das Ziel einer Anzahl von schweren Bombenangriffen durch die israelischen Streitkräfte während meiner Lebenszeit. Der Angriff während der „Operation Cast Lead“  fand über 22 Tage in den Jahren 2008/9 statt, als ich gerade 10 Jahre alt war – und er veränderte mein Leben für immer.

Mitten im Bombardement am 4. Jänner 2009 stürmten israelische Soldaten unser Familienhaus,  rissen meinen Vater hinaus, schossen ihn an und töteten ihn an unserer Eingangstür. Dann legten sie Feuer in unserem Haus und fingen an, auf den Rest von uns zu schießen … dabei verletzten sie meinen 4 Jahre alten Bruder Ahmed und zwei andere Kinder. Als nächstes umrundeten sie mehr als 100 Mitglieder der Großfamilie und zwangen uns in das Haus meines Onkels Wa’el al Samouni; wir mussten dort eineinhalb Tage ausharren mit nur dem zu essen und zu trinken, was wir im Haus vorfanden.

Dort ist auch mein Bruder seinen Verletzungen erlegen, denn niemand von den Verwundeten durfte weggehen, und eine meiner Tanten gebar während dieses Zwangsaufenthalts ein Baby. Ein Cousin und zwei meiner Onkels wurden von den Bomben getötet, während sie Brennholz holten oder an der Tür standen. Die israelische Regierung leugnet, dass sie den Bewohnern befahl, sich in einem Haus zu versammeln.

Zuletzt bombardierten die israelischen Streitkräfte (IDF) das Haus und töteten 23 Familienmitglieder. Ich blieb verschüttet unter dem Bauschutt – 3 Tage lang ganz nahe bei den Leichen. Am 7. Jänner wurde ich irgendwie lebend gefunden. Mehr als 29 Glieder meiner ausgedehnten Familie wurden während dieser Tage getötet und andere für ihr ganzes Leben verletzt. Ein Schrapnell, das ich während meines Heranwachsens immer noch fühlen kann, blieb in meinem Kopf stecken und bereitet mir seither Nasenbluten, Schmerzen in meinen Augen und Ohren, und Kopfschmerzen, die bis heute vorhanden sind.

Kein Mensch sollte dieser Art Traumata und Gewalt aushalten müssen, schon gar nicht ein Kind. Aber Operation Cast Lead allein tötete 1400 Leute, davon mehr als 330 Kinder. Meine Geschichte ist nur eine von tausenden anderen, die von Palästinensern in Gaza erlebt wurden – und die tödlichen Angriffe gegen mein Volk gehen bis heute weiter.

*Lesen Sie die ganze Geschichte unter <https;//facebook.us14.list-manage.com/track/click?u=70813d3d15ac4637582781b8e&id=b8ce31b84f&e=bb7a291c18>*

*BDS-Austria gegen Streichung der Vorführung eines palästinensischen Films*

Der österreichische Zweig der Boykott-Desinvestment-Sanktionen-Bewegung (BDS) hat die Streichung einer Film-Vorführung als einen Angriff auf freie Rede und ein Beispiel für institutionellen Rassismus abgewiesen. Das ARTIS-Cinema in der österreichischen Hauptstadt Wien war kritisiert

worden, den Film „Yallah! Yallah!“, einer argentinisch-palästinensischen Koproduktion des Filme-direktors Cristian Pirovano als Premiere zu zeigen. Pirovano ist derzeit in Europa unterwegs, um den Film zu zeigen und sollte nach der Aufführung mit den Zuhörern sprechen.

Lesen Sie mehr in Facebook Link:  =8bc22c498e&e=                

 

*Der englische TUC debattiert während der Konferenz einen weitreichenden Israel-Boykott*

In einem TO-Punkt der Jahreskonferenz des Trade Unions Congress (TUC) in dieser Woche wird ein Boykott für Israel verlangt im Zusammenhang mit der palästinensischen Aufforderung zu BDS. Die Delegierten werden Tagesordnungspunkt 75 bei der Versammlung in Brighton diskutieren, der den Titel „Palästina: Unterstützt das Recht auf Selbstbestimmung!“ trägt.

Eingereicht von der „Artists‘ Union England‘ verlangt die Motion TUC, der 5.6 Millionen Mitglieder  hat, eine Politik zu vertreten, die „den Rechten der Palästinenser auf Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit Priorität gibt, einschließlich der Anwendung dieser Prinzipien, die auf dem Völkerrecht basieren, bei jedem Handel des UK mit Israel.“

An die Adresse der Trump Administration und der israelischen Regierung gewendet, die „Aussichten für den Frieden zu zerstören“ ruft der TO-Punkt TUC auf, „sich gegen jede vorgeschlagene Lösung für die Palästinenser zu stellen (einschließlich jenen durch den Deal von Trump), wenn sie nicht auf dem Völkerrecht basieren und auf den UN-Resolutionen, die ihre kollektiven Rechte auf Selbstbestimmung und Rückkehr in ihre Heimat anerkennen.

Schauen Sie auf den Bericht:  Facebook Link: e076670477%e=

*Hague soll das Verfahren gegen israelischen Ex-Armee-Chef diskutieren*

Der holländische Zentral-Gerichtshof in den Haag wollte am nächsten Dienstag – dem Tag der Wahlen in Israel – diskutieren, ob es in seiner Kompetenz liegt, den israelischen Politiker Benny Gantz für Kriegsverbrechen zu untersuchen, die während des Angriffs Israels auf den Gazastreifen 2014 geschehen sind (Anm.der Übersetzerin: Zum Zeitpunkt der Übersetzung, 21.9. ist diese Angabe wohl überholt) . Eine zivile Anklage wurde im vergangenen Jahr gegen den früheren israelischen Armee-Personalchef Gantz und den früheren Kommandanten der Luftwaffe Amir Eichel durch den holländischen Staatsbürger Ismail Ziada eingebracht, einem Bewohner des al-Bureij-Flüchtlingslagers in Gaza, dessen Haus am 20. Juli 2014 durch israelische Streitkräfte zerbombt worden war. Zu dieser Zeit diente Gantz als der 20. Chef des Generalstabs in der israelischen Armee.

Bei diesem Bombardement verlor Ziada seine Mutter, drei seiner Brüder, seine Schwägerin, einen Neffen und einen Freund, der gerade die Familie besuchte. Während der von Ägypten unterstützten Blockade von Gaza war Ziada, der sich zu dieser Zeit in den Niederlanden aufhielt, nicht in der Lage, an der Beerdigung teilzunehmen. Ziada sagte, dass in seinem Fall Israelis kein faires und ordentliches Verfahren für Kriegsverbrechen führen würden und dass der Fall in holländisches Recht überführt wurde, wo das Prinzip der universellen Rechtsprechung in den Fällen von Staatsbürgern gilt, denen der Zugang zur Gerechtigkeit anderswo verwehrt wird. Das ist das erste Mal, dass ein Palästinenser in der Lage war, eine zivile Verfolgung für Kriegsverbrechen einzuklagen.

Mehr in dem Bericht auf Facebook, Link:   =b12c839b35&e=

 

*Eine neue Welle der Gewalt trifft Gaza*

Am Freitag, dem 6. September, wurden zwei palästinensische Teenager, der 17jährige Ali Sami Al-Ashqar, und der 14jährige Khalid Al-Raba’l, Bewohner des Ashati-Flüchtlingslagers, während massiver Proteste getötet.

 

Weiters wurden 76 Protestierende verwundet, von denen 46 an Verletzungen durch gezielten Beschuss litten. Ungefähr 6.200 Palästinenser protestierten nahe der Mauer. Außerdem geben die israelischen Streitkräfte an, dass sie zwei Palästinenser arretierten, die versucht hatten, während der Proteste die Grenzen zu überschreiten. Ein Sprecher der Hamas, Hazem Qassam, stellte fest, dass „das Blut friedlicher Demonstranten bei den Rückkehrmärschen zu verletzen und sie gezielt anzuschießen ein Verbrechen ist, für das die Okkupatien alle Rückwirkungen zu tragen hat.“

 

Nach Angabe der IDF (Israel Defence Forces) war der außergewöhnliche Gebrauch von Gewalt nötig, weil sich „gewaltbereite Demonstrationen von ungefähr 6.200 Protestierenden an verschiedenen Plätzen entlang dem Gaza-Grenzzaun versammelten“. Dazu stellten die IDF fest, dass „die Demonstranten besonders gewalttätiger Natur waren; sie haben viele unkonventionelle Brand- und Sprengvorrichtungen, Granaten und Molotov-Cocktails in Richtung auf die IDF entlang des Zaunes geworfen.

Schauen Sie auf den ganzen Bericht (Facebook Link:  =11a60ac436&e=  )

(Übers.: Gerhilde Merz)    

Palestine Updates (Die ganze Facebook-Adresse findet sich nach der ersten Quellenangabe) ist eine Sammlung von geschichtlicher und aktueller Information über Geschehnisse in den palästinensischen Gebieten, von globalen Kampagnen, Initiativen von israelischen Friedensbewegungen und Kritik an Regierungspraktiken in Israel und Palästina, die die Menschen verletzen. Sie bringen auch Neues von progressiven palästinensischen Gruppen der Zivilgesellschaft, Menschenrechtsorganisationen (lokal und international) und individuellen Akademikern und Schriftstellern.

Bitte, lesen Sie auch auf unserer Website nach: www.palestineupdates.com auf

<https://facebook.us14.list-manage.com/track/click?

u=70813d3d15ac4637582781b8e&id=c1fa90082n&e=bb7a291c18>   

Unser Newsletter erscheint zweimal wöchentlich und wird an Kirchen, Gerechtigkeits- und Solidaritäts-Aktivisten, NGOs Zivilgesellschafts- und soziale Bewegungen und interessierte Einzelpersonen versandt.

Wenn Sie diese beziehen wollen, wenden Sie sich bitte an palestineupdates11@gmail.com.