Die letzte Zuflucht der Palästinenser ist friedlich

Palestine Update Nr. 200 – 28. Dezember 218 – Die letzte Zuflucht der Palästinenser ist friedlich

Meinung

Die letzte Zuflucht der Palästinenser ist friedlich

Palestine Updates kommt zum Ende von 2018 zu einem optimistischen Bericht der BDS-Bewegung. Die siebentgrößte Bank der Welt – HSBC – hat sich vom israelischen Waffenproduzenten Elbit Systems aus menschenrechtlichen Gründen zurückgezogen, ein riesiger Sieg der BDS-Bewegung (Boykott – Investitionsstopp – Sanktionen), die Israels Besetzung von Palästina bekämpft. Ein Bericht, der im wesentlichen von der Kampagne „War on Want“ (Krieg nach Belieben) stammt, berichtet, wie das israelische Militär Elbit System’s größter Kunde ist, der zuständig ist für einige 20 % der fast 3,4 Milliarden $ Gesamteinkommen im Jahr 2017.

Die Palestine Solidarity Campaign (PSC) begrüßt dieses lebhaft und fordert andere Gesellschaften auf, dem Vorbild bald zu folgen. BDS haben bewiesen, dass es jetzt einen friedlichen Konflikt gegen Israels unentwegte Missachtung des Völkerrechts und der Menschenrechte zu führen bereit ist.

Ermutigend ist zu erfahren, dass die palästinensische Regierung sich in der letzten Woche entschieden hat, die Einfuhr von israelischem Gemüse, Früchten und Geflügel auf palästinensische Märkte unter Bann zu stellen, folgend dem israelischen Bann auf die Einfuhr ähnlicher Produkte.

Wir berichten auch über eine wichtige Entscheidung von BDS von vor einigen Monaten, die damals an unserer Aufmerksamkeit vorübergegangen ist, die unserem Gefühl nach jedoch so wichtig ist, dass man sie berichten und im Auge behalten müsste, und die ein Thema zur Verbreitung ist. Ein Artikel unten beschreibt, wie viele Schriftsteller weltweit sich gegen die Behandlung der Palästinenser durch Israel aussprechen. Einige berühmt gewordene Autoren haben das Angebot zurückgewiesen, ihre Werke ins Hebräische übersetzen und durch israelische Herausgeber veröffentlichen zu lassen. Ein preisgekrönter britischer Romanschriftsteller pakistanischer Herkunft hatte folgendes zu sagen: „Ich möchte die von der palästinensischen Zivilgesellschaft aufgebaute Grenze nicht überschreiten, die jeden, der die Situation verändern möchte, ersucht, nicht mit Organisationen zusammen zu arbeiten, die irgendwie Komplizen des israelischen Staates sind“.

Wir beenden diese Ausgabe von Palestine Updates mit Grüßen für ein gutes und friedliches Jahr 2019. Unsere Hoffnungen lassen sich nicht beeinträchtigen durch die harte Situation der Palästinenser. Wir wissen, dass Wahrheit und Gerechtigkeit sich durchsetzen werden, auch wenn wir vor uns in diesem Moment ihre sichtbaren Früchte noch nicht sehen können. Freiheit und Würde sind auf viele Weise im Entstehen. Sie geschehen, während wir lesen, schreiben und nachdenken über die kritische Menge von Menschen weltweit, die sich für die Werte der Menschenrechte und der Befreiung einsetzen. Das ist unsere Überzeugung.

Wir bitten die LeserInnen, diese Berichte weit zu verbreiten.

Ranjan Solomon

Der nachfolgende Absatz ist aus Beschreibungen meiner Person entstanden, um die Ranjan mich ersucht hat, damit meine deutschsprechenden LeserInnen mehr über meine Person erfahren. Die Übersetzerin

Gerhilde Merz – Eine besondere Hilfe für die Arbeit an den Palestine Updates: Wir nehmen die Gelegenheit wahr, Gerhilde Merz vorzustellen, die ehrenamtlich die Übersetzung der Palestine Updates übernommen hat und diese an ungefähr 100 LeserInnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz verteilt. Gerhilde ist Pensionistin und entdeckte ihr Interesse an der palästinensischen Frage durch ihre Arbeit bei „Brot für Hungernde“ in der Evang. Frauenarbeit in Österreich. Ihre Freundschaft mit Sumaya Farhat-Naser (die zu dieser Zeit für den Weltgebetstag der Frauen über Palästina informierte) führte Gerhilde zu einem lebhaften Interesse an Palästina. Dieses wiederum führte sie in die österreichische Koordinationsgruppe von EAPPI und weiter intensiver an die Übersetzerarbeit. Durch diese Arbeit mit dem WCC-Mitarbeiter John Calhoun lud dieser sie 2010 zur Teilnahme am „Global Advocacy“-Treffen“ in Genf ein. Sie begann, PIEF POST zu übersetzen. Wir sind dankbar für ihre Mitarbeit …

HSBC folgt BDS und zieht sich vom israelischen Waffenproduzenten zurück

Die siebentgrößte Bank der Welt, HSBC, hat sich aus Sorge um die Menschenrechte vom israelischen  Waffenfabrikanten Elbit Systems zurückgezogen; dieses ist ein großer Sieg der BDS-Bewegung, die sich gegen die Besetzung Palästinas durch Israel einsetzt. Während HSBC die Entscheidung noch offiziell ankündigen muss, haben Quellen innerhalb der in UK beheimateten Bank bestätigt: „Die Gesellschaft bestätigt, dass sie – obwohl sie niemals einseitig zu politischen Fragen steht –  die internationalen Prinzipien der Menschenrechte genau beobachtet, die bei den Geschäften herrschen“.                       offnungen                                                                                                                                      Die britische Aktivistengruppe „War on Want“ kündete an, dass HSBC sich entschlossen hat, sich von Elbit abzuwenden, nachdem sie mehr als 24.000 Emails von Menschen erhalten hatte, die betroffen sind über ihre Verbindungen zu Elbit und andere Firmen, die die brutalen Verfolgungen der Palästinenser durch das israelische Militär durchzuführen helfen.  In ihren Emails informierten die Aktivisten HSBC, dass ihre Beteiligung an Elbit Systems ihre selbstproklamierte Politik, keine finanziellen Dienste für „Firmen zu leisten, die an der Produktion oder am Verkauf von Streumunition (cluster munitions) beteiligt sind“ verletze. Es sei auch ein Bruch der Leitprinzipien der Vereinten  Nationen über Geschäftsbeziehungen und Menschenrechte (UNGPs), fügte die Gruppe hinzu.

„HSBC hat einen positiven ersten Schritt mit dem Investitionsstopp für Elbit Systems unternommen, dem bekannten Erzeuger von Drohnen, Chemiewaffen, Artilleriesystemen für Streubomben und anderen Technologien, die bei Angriffen gegen palästinensische Zivilisten angewandt werden und zur Militarisierung von Mauern und Grenzen rund um die Erde“, sagte Ryvka Barnard, die Kampagneleiterin für Militarismus und Sicherheit bei „War on Want“. „Geschäfte mit Firmen wie Elbit bedeutet, von Gewalt und Verletzung von Menschenrechten zu profitieren, was beides ist, unmoralisch und gegen das Völkerrecht“, setzte sie hinzu.

Barnard bemerkte, dass HSBC noch Beziehungen zu mehr als einem Dutzend anderen israelischen Firmen unterhalte, die in Verbrechen gegen Palästinenser involviert sind. In der Tat ist die Investition von 3,92 Millionen $ in Elbit nur ein kleiner Teil der 1,05 Milliarden $, die es in Firmen investiert hat, die laut „War on Want“ Ausrüstungsgegenstände für das israelische Militär hergestellt haben.

Nach der Angabe von „Who Profits“ ist Elbit Systems Israels zweitgrößter Waffenfabrikant. „Who Profits“ ist eine Gruppe, die Firmen im Auge hat, die Nutzen ziehen von Israels Besetzung von palästinensischem Land. – Lesen Sie mehr in presstv.com. (https://facebook.us14.list-manage.com/track/click?u=70813d3d15ac4637582781b8e&id=c249000300&e=267525e738)

 

Israelische Agrarprodukte vom palästinensischen Markt verbannt

Am Donnerstag beschloss die palästinensische Regierung, die Einfuhr von israelischem Gemüse, Obst und Geflügel auf palästinensische Märkte zu verbieten; sie folgt damit dem Bann, den Israel auf den Import ähnlicher palästinensischer Güter gelegt hat.

In einer Stellungnahme sagte das Kabinett nach seiner wöchentlichen Sitzung in Ramallah: „In Übereinstimmung mit dem Prinzip des Schutzes der lokalen Produktion und der palästinensischen Bauern und um eine Politik der Regierung zur Unterstützung der Beharrlichkeit (Sumud) zu erreichen und im Lichte der einseitigen Entscheidung Israels, den Eintritt von palästinensischem Gemüse und Obst zu den Märkten Israels zu verhindern, entschied die Regierung, ihrerseits den Import aller Arten von Gemüse, Früchten und Geflügel in die palästinensischen Märkte zu untersagen.“

Israel nahm diese Aktion gegen palästinensische Produkte auf, nachdem die Palästinenser entschieden hatten, auf seinen Märkten keine von Israelis importierten lebenden Schafe zu erlauben um damit die lokale Schafzucht der Bauern zu schützen.

Lesen Sie mehr auf imemc.org (Facebook Link: =ffc7e3c3e5&e= )

 

Westliche Schriftsteller bleiben dabei – Publikation in Israel abgelehnt

Ein israelischer Herausgeber findet es zunehmend schwierig, Übersetzungsrechte für einige der wichtigsten Romane dieses Jahres zu erhalten, meistens wegen der wieder verstärkten Unterstützung, die  viele Schriftsteller für Palästina hegen und für die BDS-Bewegung, berichtet Gili Izikovich von Haaretz über diese Sache.

Während viele Autoren weltweit Israels Behandlung der Palästinenser nur missbilligen, haben einige bekannte Schriftsteller  – wie Henning Mankell, China Miéville und vor kurzem auch Kamila Shamsie – Konsequenzen gezogen und sich geweigert, ihre Werke ins Hebräische übersetzen und durch israelische Herausgeber veröffentlichen zu lassen. Shamsie, eine preisgekrönte britische Roman-schriftstellerin mit pakistanischen Wurzeln, klärte durch ein Email an den israelischen Herausgeber ab, warum sie einen Kontrakt nicht akzeptieren wolle. „Ich wäre sehr glücklich, in hebräischer Sprache verlegt zu werden, aber ich weiß von keinem (Annahme) Herausgeber für Hebräisch, der kein Israeli ist, und ich verstehe, dass es keinen israelischen Herausgeber gibt, der absolut unabhängig vom Staat ist. Ich möchte die von der palästinensischen Zivilgesellschaft aufgebaute Grenze nicht überschreiten, die jeden gebeten hat, der die Situation verändern möchte, nicht mit Organisationen zusammen zu arbeiten, die in irgendeiner Weise Komplizen des israelischen Staates sind.“                                                                                                                                                                                             Lesen Sie mehr auf bdsmovement.net (Facebook Link: =77b7ee3366&e=)

 

 

Artikel :BDS, letzte Zuflucht der Palästinenser 

Eine Geschichte, die oft vergessen wird, ist, dass die Palästinenser vor nicht zu langer Zeit eine gedeihende Zivilgesellschaft hatten, in der Repräsentanten der Union ihre Wahlanteile in der Regierung hatten, die PLO. Das war Demokratie – nicht perfekt und nicht an irgendeinen Staat gebunden und im Exil angesiedelt, aber da gab es ein Fortschreiten für jeden Palästinenser, Teil zu sein eines größeren Ganzen. Nach dem Oslo-Abkommen und der Schaffung der PA (Palestine Authority) nahmen die Führer, die mit Israel verhandelten, diesen Pfeilern der Unterstützung über Nacht das Wahlrecht weg.

Aber die Zivilgesellschaft löste sich nicht auf oder ging nach Hause. Sie schlossen sich zusammen zu einer flügge gewordenen gewaltlosen Bewegung, die sich über die ländliche Westbank ergoss in Dörfer, die gegen Israels Trennmauer und die Siedlungen protestierte. Nach und nach wogte dieses in die BDS-Bewegung, die Nathan Thrall in seinem langem Text über die Ursprünge der BDS- Bewegung im Guardian erklärt. (Facebook Link: =3506aa7370&e=). Im Untertitel steht: „Israel sieht die internationale Boykott-Kampagne als eine existentielle Bedrohung des Jüdischen Staates – die Palästinenser betrachten sie als ihre letzte Zuflucht.“                                                                         Lesen Sie mehr in mondoweiss.net (Facebook Link: =d1791b0d25&e=)

 

 

Während die BDS-Bewegung die Beendigung einiger weniger Verträge auf hohem Niveau zwischen Großfirmen und Israel erreicht hat sowie auch die Verweigerung einiger wichtiger Künstler, in Tel Aviv aufzutreten, lauert sicherlich keine Rezession und kein wirtschaftlicher Zusammenbruch. Thrall notiert, dass der Außenhandel Israels tatsächlich zugenommen hat, seit die BDS-Bewegung im Gange ist.                                                                                                                                                                              Was Israel beunruhigt, ist, wie BDS die Parameter von Israels moralischen Beziehungen verändert hat. Das ist die Ansicht von Yossi „Kuper“ Kuperwasser, der während der Gründungszeit (von BDS) an der Spitze der Anti-BDS-Agentur der israelischen Regierung war. Kuperwasser ist ein Charakter, der sich nicht oft als Gegner von BDS darstellt, aber er hat ein starkes Gefühl für dessen Mechanismus. (Nathan Thrall).  

(Übersetzung: Gerhilde Merz)

 

In eigener Sache: In Update Nr. 197 ist mir im Statement der Kairos-Versammlung vom 7. Dez.2018 in einem wichtigen Satz auf S.3, 3 Absatz, ein irreführender Fehler gelungen: „Das Wort Gottes … Mit diesem prophetischen Wort sehen wir und verpflichten uns, für die Aufteilung (nicht Teilung) des Landes zu arbeiten…. Denn das Land und Jerusalem gehören Gott und können nicht exklusiv von einer Religion, Ethnizität und/oder Nation beansprucht werden. … (Danke dem genauen Leser für seinen Hinweis!) G.M.

 

 

Mach mich nicht für einen Tag zum Freund – und verlass mich nach einem Monat. Komm mir nicht zu nahe, wenn du mich doch verlassen wirst! prich nicht, was du nicht halten Sei mir nah – oder geh‘!

Mahmoud Darwish