Eid Milad Majid oder “Glorreiche Geburt”

Palestine Update 199
Eid Milad Majid oder “Glorreiche Geburt”.                                   

Auf Arabisch ist Happy/Merry Christmas Eid Milad Majid oder “Glorious Birth Feast”. Auf Aramäisch, der Sprache, die Jesus benutzte, ist es ‘Eedookh Breekha’, was bedeutet ‘Gesegnet sei dein Weihnachten’.                                                                                                                                       (Übersetzung „Freunde von Sabeel“, leicht überarbeitet GM)

Meinung

Weihnachten ist in der palästinensischen Stadt Bethlehem sehr wichtig. Es ist schließlich die Stadt, in der Jesus geboren wurde, etwa sechs Meilen südlich von Jerusalem. Bethlehem selbst bedeutet “Haus des Brotes” und war einst bekannt für den Anbau von Weizen, der zu Brot verarbeitet wurde. Sowohl christliche als auch muslimische Palästinenser sind stolz darauf, dass Jesus in einem palästinensischen Gebiet geboren wurde! Um die Feierlichkeiten in diesem Jahr zu bereichern, überquerte Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, die höchste Autorität der römisch-katholischen Tradition im Heiligen Land, zwei Tage vor der Mitternachtsmesse in der Geburtskirche einen israelischen Militärkontrollpunkt aus Jerusalem. Der Erzbischof leitet den wichtigsten Weihnachtsgottesdienst in der Kirche.

Bethlehem, in der Nähe von Jerusalem gelegen, aber durch die Trennmauer Israels von der Stadt abgeschnitten, verzeichnet in dieser Saison nach mehreren schwierigen Jahren aufgrund des israelisch-palästinensischen Konflikts einen Anstieg der Besucherzahlen. Palästinensische Tourismusbeamte und Hotelbetreiber meldeten die stärkste Saison seit Jahren. Trotz der oberflächlichen Ruhe wird die katastrophale politische Situation den Palästinensern nicht aus dem Kopf geschlagen. Saeb Erekat erklärte, er wolle ein “Ende der kriegerischen Besetzung Israels”. Er verwies auch auf die starke Unterstützung des jüdischen Staates durch amerikanische evangelikale Christen. “Es gibt nichts Göttliches am Kolonialismus, sagte Erekat. Die Verwendung der Religion zur Rechtfertigung der Apartheidverbrechen Israels unterstreicht die Dunkelheit der Besatzung.” Die aggressive Besetzung Israels macht es dringend erforderlich, sagt er, damit die Städte Jerusalem und Bethlehem wieder vereint werden könnten und die Menschen frei zu ihren heiligen Stätten zurückkehren könnten.

In dieser Ausgabe von Palestine Updates bringen wir Ihnen einige Nachrichten aus dem besetzten Palästina anlässlich von Weihnachten.

Ranjan Solomon

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Millionen von Touristen in Palästina; Beschränkungen für Palästinenser, die in Not sind.

Die Heiligabend-Feiern unter den Palästinensern des besetzten Westjordanlandes begannen am 22. Dezember mit Märschen der Pfadfinder vor der Geburtskirche auf dem Krippenplatz in Bethlehem City. Pfadfinder bejubelten die Menschen, die den lateinischen Patriarchen von Palästina, Jordanien, und dem Heiligen Land, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, der auch der Apostolische Verwalter des lateinischen Patriarchats in Jerusalem ist, willkommen hießen.

Vierundzwanzig internationale Delegationen trafen in Bethlehem ein, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Es gab nicht weniger als 3 Millionen Touristen aus allen Teilen der Welt. Die Kehrseite dieser Geschichte ist, dass die Einschränkung der Bewegungen von Palästinensern es vielen Palästinensern im Allgemeinen unmöglich machte, sich in Bethlehem zu beteiligen.

Der Bürgermeister von Bethlehem, Anton Salman, sagte, dass “die Botschaft der Palästinenser an Weihnachten ist, dass wir im Heiligen Land bleiben und es erhalten und der Besetzung widerstehen werden, bis unsere nationalen Ziele erreicht sind, insbesondere die Unabhängigkeit und die Gründung eines palästinensischen Staates mit Jerusalem als Hauptstadt”.

 

Weihnachten in Palästina

Jährlich haben die israelischen Behörden Reisegenehmigungen für nur einen kleinen Prozentsatz der palästinensischen Christen im belagerten Gazastreifen bewilligt, wodurch sie die Familien während der Weihnachtszeit voneinander trennen und sie daran hindern, zur Geburtsstätte Jesu Christi in Bethlehem zu pilgern. Die israelische Besetzung behindert jährlich die Reise palästinensischer Christen von Gaza nach Bethlehem und Jerusalem, um an Weihnachtsfeiern teilzunehmen und mit ihren Familien im besetzten Westjordanland wieder vereint zu sein.

Nach lokalen Quellen beantragen die Christen, die in Gaza eine Minderheit bilden, jährlich „UrlaubsBbewilligungen” um das Westjordanland zu besuchen, wobei die israelischen Behörden in den meisten Fällen bewusst Genehmigungen für die Eltern ausstellen und nicht für die Kinder oder in anderen Fällen für die Mutter und nicht für den Vater.

Quellen stellten fest, dass die meisten christlichen Familien aufgrund dieser Art von Einschränkungen gespalten und nicht in der Lage sind, von Gaza nach außen zu reisen und in Bethlehem oder anderswo zu feiern. Es ist bemerkenswert, dass sich am Wochenende Christen zur ersten feierlichen Weihnachtsbaumbeleuchtung seit über einem Jahrzehnt versammelt haben, an der auch das Christlich-Orthodoxe Patriarchat und das Lateinische Patriarchat teilnahmen, um den Beginn des Festes zu markieren. Lesen Sie mehr in Maann News (Facebook Link: =6ab2a56ab7&e=)

 

Christliche Gemeinschaft im Gazastreifen hütet Weihnachtsstimmung

Die kleine Christengemeinschaft im von der Hamas regierten Gazastreifen hat am Samstag beim YMCA-Quartier (=Young Men’s Christian Association)  in Gaza City an einem riesigen Weihnachtsbaum Lichter angezündet, um das Fest zu feiern. Bei fröhlicher Musik flammten die Lichter am Baum auf.  Jubelnde und klatschende Christen und Muslime versammelten sich auf dem Hof und klatschten. Leiter der christlichen Gemeinde in der verarmten und belagerten „Küsteninsel“ nahmen an der Veranstaltung teil, einige Kinder trugen Weihnachtsmann-Kostüme.

Bevor die Hamas die Kontrolle über den Gazastreifen übernahm, lag die Zahl der Christen in der „Küsteninsel“ bei rund 4.000. Die Gesamtbevölkerung des Gazastreifens beträgt rund 2 Millionen. Die Zahl ist jedoch zurückgegangen, nachdem Israel in den Jahren 2008, 2012 und 2014 drei große militärische Luft- und Bodenoffensiven im Gazastreifen durchgeführt hatte. Rund 1.000 Christen blieben im Gazastreifen, sagten die Gemeindeleiter und fügten hinzu, dass Israel etwa 350 Genehmigungen für Christen vorgesehen hatte, um zur Feier des Weihnachtsfestes am 24. Dezember in die Städte Bethlehem und Jerusalem im Westjordanland zu gehen.                                                  Lesen Sie den Bericht in „China News“ /Facebook Link: =5e5f9aed77&e=

 

Papst fordert in seiner Weihnachtsansprache israelisch-palästinensische Friedensgespräche  

Papst Franziskus sagte in seiner Weihnachtsbotschaft, er hoffe, dass die Festtage zu einer Wiederaufnahme der Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern führen würden: “Möge uns dieses Weihnachten helfen, die Bande der Brüderlichkeit, die uns miteinander verbinden, wieder zu entdecken…. Möge es Israelis und Palästinensern ermöglichen, den Dialog wieder aufzunehmen und eine Reise des Friedens zu unternehmen, die einem Konflikt ein Ende setzen kann, der seit über 70 Jahren in dem von Gott gewählten Land wütet – um sein Gesicht der Liebe zu zeigen.” Weihnachtsfeiern fanden auch in Nazareth statt – der größten arabischen Stadt Israels – von der Christen glauben, dass der Erzengel Gabriel Maria die Geburt Jesu angekündigt hat und wo sich sein Elternhaus befunden hat.

Millionen von Christen auf der ganzen Welt feierten Weihnachten, wo sich Heilige Orte befinden. (Facebook Link: =4b123ac265&e= )

 

Das wirkliche Bethlehem – wie sich die israelische Besatzung tatsächlich anfühlt

Auszüge aus einem Artikel von Ghada Karmi. Sie ist palästinensische Ärztin, Wissenschaftlerin und Autorin (Anm. GM: Ghada ist m.E. ein Frauenname)

„O little town of Bethlehem – how still we see thee lie –                                             Above the deep and dreamless sleep – the silent stars go by”

“O kleine Stadt Bethlehem/Wie still sehen wir dich liegen.                                               Über deinen tiefen, traumlosen Schlaf/die stillen Sterne ziehen”.

So heißt es im berühmten Weihnachtslied, das im ganzen englischsprachigen Raum gesungen wird, während man Weihnachten feiert.

Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein als das Bild eines süßen, ungestörten Bethlehems, wie es in diesem populären Lied dargestellt ist, das ursprünglich von der frommen Phantasie eines viktorianischen Westchristen geschaffen wurde. Generationen von christlichen Kindern sind darauf erzogen worden, und seine mythische Kraft ist so groß, dass nur wenige von ihnen erkennen, was oder sogar wo Bethlehem ist. Die Stadt ist heute eine “Travestie des Ortes, den das Weihnachtslied darstellt”.

Ein englischer Staatsbürger war kürzlich überrascht, als er erfuhr, dass Bethlehem in Palästina liegt. In ihrem Kopf war die Stadt mehr eine Legende als ein echter Ort und – wenn überhaupt – mit den Juden verbunden. Diese Idee ist immer noch weit verbreitet und hat dazu beigetragen, dass sich die Westchristen vom wirklichen Bethlehem gelöst und seinen Überlebenskampf nicht unterstützt haben. Die Stadt Bethlehem ist heute eine Anklage gegen das elende Versagen des westlichen Christentums, einen seiner heiligsten Schreine zu erhalten.  Im heutigen Bethlehem gleicht “traumloser Schlaf” einem Albtraum und die Stadt kann nur dann “still liegen”, wenn die Besetzung durch Israel endet. (Aus „The Middle East Eye“, Facebook Link: =d272a134b4&e= )