Gedanken und Ansichten über die sich abzeichnende Zukunft

Palestine Update Nr. 106 – 22. Jan. 2018

Gedanken und Ansichten über die sich abzeichnende Zukunft

Meinung

In dieser Ausgabe von Palestine Updates bringen wir Ihnen eine Sammlung aus einer Analyse von innen zu Themen, die 2017 Ramzy Baroud gesammelt hat. Ramzy Baroud schreibt seit mehr als 20 Jahren über den Mittleren Osten. Er ist ein international vernetzter Kolumnist, ein Medienberater, Autor von einigen Büchern und der Gründer von PalestineChronicle.com. Sein jüngstes Buch hat den Titel „Mein Vater war ein Freiheitskämpfer: Gazas nicht berichtete Geschichte“ (Pluto Press, London).

Jeder dieser Artikel beschreibt nicht einfach eine einzelne Situation. Stattdessen zeigen sie die weitgefächerten Optionen auf, die die Palästinenser wählen müssen, wenn sie eine glaubwürdige und tragbare Formel für ihre Selbstbefreiung aus den Fängen eines Regimes schmieden wollen, das nicht leicht zustimmen wird, sich zu verabschieden von der Asymmetrie, die es durch seine kolonialistisch-rassistischen Praktiken und Politik erworben hat.

In der Folge der „Nakba“ haben die Palästinenser ständig Grund verloren. Angespornt durch seinen militärischen Triumph 1967 schreibt Israel täglich die Konturen seiner Geschichte um, indem es „Fakten am Boden“ mit einer Geschwindigkeit schafft, die auf der Einführung illegaler Gesetze, Landraub und einer ganzen Menge brutaler Taktiken basiert. Wie Baroud es ausdrückt, hat Israel diese Art von politischer Stellung durch die Anwendung von Methoden angenommen, die seine „neu gefundene Macht“ reflektieren.

Israel  hat diese Linie überschritten und unterwirft nun Millionen seiner Bewohner und hält sie für eigentlich „kein Volk“. Baroud erinnert uns, wie die frühere israelische Premierministerin Golda Meir unentwegt erklärte, dass Palästinenser „nicht existieren“ und dass es ein „Ding wie ein palästinensisches Volk“ überhaupt nicht gäbe. Baroud beobachtet, dass dieses Kommentar offenkundig „viel gefährlicher war als ein einfacher rassistischer Kommentar …“

Wenn Palästinenser in der Vorstellung Israels „existiert“ hätten, hätte es niemals eine moralische Rechtfertigung für die Schaffung von Israel geben können; keine Drehung wäre kräftig genug gewesen, um bei der Geburt des israelischen „Wunders“ zu jubeln, das „die Wüste zum Blühen gebracht habe“.

Schnell weiter: 2018! Zwei Intifadas und einige Angriffskriege auf den Gazastreifen durch Israel, die Mauer, unverantwortliche Siedlungsaktivitäten und monumentaler Landdiebstahl, um mit dem Expansionsdrang Israels zurechtzukommen, Aneignung von Erbe und Kultur, koloniale Schemata markieren die Spur. Israel ist jetzt zur Gänze ein faschistisches Regime. Es versklavt ganze Völker, nimmt ihnen die Freiheit des Wahlrechts weg und geht weiter … nicht nur in Palästina. Es versucht, die ganze Region zu destabilisieren, indem es jedes Land und jeden Herrscher entmachtet, das/der es wagen sollte, Israels überheblichen Vorstellungen entgegen zu treten. Die Aggression in Israels Intensionen führt in die Richtung von sichtbaren Zeichen von ethnischer Säuberung. Sein Modell der Besetzung wird durch militärische Domination und plumpe Propaganda hochgehalten.

Kürzliche Geschehnisse haben die Hoffnungen der Menschen in Palästina gedämpft und selbst die radikalsten Denker und Aktivisten erwägen Kapitulation. Die UNO war ein solcher  Ort gewesen mit kraftvollen Resolutionen, die von dieser erhabenen Körperschaft gekommen waren. In ihrer Verzweiflung beziehen sich Palästinenser oft auf diese Resolutionen als

tapfere Worte – die leider weder Zähne noch Biss haben. Aber das ist ein Pessimismus, der sich nicht festsetzen kann und sollte bei denen, die Freiheit von der Besatzung suchen. Das ist im scharfen Kontrast zu dem wachsenden internationalen Widerstand. Das selbst muss zu Formen von zivilem Ungehorsam führen, die Israels böse Entwürfe frustrieren. Israels Gebiet und besonders das besetzte Gebiet müssen unregierbar gemacht werden. Man kann die Schultern nicht hängen lassen und eine nahe Übergabe andeuten, wenn der Feind lautstarke Maßnahmen setzt, wissend, dass seine Einschüchterungstaktik funktioniert. Freiheit wurde nie durch gütige Missbilligung gewonnen. Die herrschenden Klassen und die privilegierte herrschende Clique haben oft Militanz vermieden unter der irgendwie dubiosen Idee, dass Gewaltlosigkeit schlecht sei. Zurückzuschlagen ist legitim, besonders, weil die Konsequenzen einer solchen Aktion sind, ein noch größeres Übel auszuschalten. Außenstehende von dieser Situation, westliche Medien und religiöse Institutionen würden eher den leichten Weg hinaus wählen und Gewalt auf eine Weise romantischer Politisierung hineinwerfen.  Das ist krasse Feigheit. Israel hat von Hamas-Kämpfern gelernt, dass sogar eine unendlich weniger bewaffnete Gruppe von Kämpfern mit primitiven Waffen Israel zwingen kann, nach einem Waffenstillstand zu rufen. Und nur wegen der feigen internationalen Gemeinschaft findet Israel seine barbarischen militärischen und politischen Führer noch nicht vom ICC (International Criminal Court) abgeurteilt und eingesperrt.

Für eine friedliche Vision zum Ersatz für den derzeitigen Zustand der Eroberung braucht es eine wohlüberlegte Strategie, die sorgfältig und strategisch aufgebaut werden muss. Die Bodenständigen werden immer im Mittelpunkt einer solchen Strategie stehen – die Palästinenser müssen das Ziel definieren. Solidarität von der internationalen Gemeinschaft und deren Bereitschaft hängen davon ab, auf welcher Höhe, in welchem Land, welcher Region und welchem Sektor die Aktion vor sich geht. Dort ist es, wo die Hoffnung liegt. Heute schließen sich mehr jüdische Stimmen palästinensischen Intellektuellen an, um die Wurzeln des Kampfes der Palästinenser zu skizzieren.

Israel ist verärgert, dass eine zunehmende Bewegung unter Palästinensern, Israelis und anderen weltweit einen Paradigmen-Wechsel fordern, um die Wurzeln des Konflikts in Palästina zu verstehen. Sie haben das Ableben der „Zweistaatenlösung“ erklärt. Israel ist wütend. Es hat die schlimmste Form von Grausamkeiten aufgebracht, sowohl was legislative Begriffe betrifft wie auch militärische Methoden. Seine legislativen Normen können internationaler Rechtsprechung nicht standhalten. Israel hat herausgefunden, was für den zionistischen Clan „selbsthassende Juden“ bedeuten, um damit auf langen Strecken zu bestrafen. Ungeachtet dessen werden jene Juden, die die offizielle israelische Narrative herausfordern, immer mehr. Israels Zwangsmethoden haben es in einen Zustand von „Selbst-Belagerung“ getrieben. Jede unterdrückerische Maßnahme trifft auf Hohn und offene Verstimmung. Und das sind Elemente, die den Grund legen für den ultimativen Angriff auf die zionistische barbarische Eskapade. (Es macht Sinn, hier nach dem Webster Dictionary „barbarisch“ zu definieren als: sich beziehend auf – oder charakteristisch für eine Gruppe von Menschen, die Fremde sind in einem anderen Land, einer anderen Kultur, einem anderen Volk …)

Sieben Jahrzehnte nach der Nakba findet sich Israel als im Schlamm durch seine schmutzige Vergangenheit wühlend.

 

Nachfolgend finden Sie wertvolle Quellen eines angesehenen Kommentators. Lesen Sie diese und verteilen Sie sie.

In Solidarität

Ranjan Solomon

 

Was ist das nächste für Palästina?

Palästina, 18. Jänner 2018 – 14 palästinensische Intellektuelle erzählen uns über den Weg vorwärts für Palästina (Aljazeera)

(https://facebook.us14.list-manage.com/track/click?

u=70813d3d15ac4637582781b8e&id=89572691bb&e=267525e738)

       (Ich denke, man kommt mit diesem Link auch dann weiter, wenn ich das nicht extra aufschreibe

      Versuchen Sie,  https mit Hyperlink zu aktivieren)

 „Kinder der Steine“    

Palästina, 8. Dezember 2017 – Heute vor 30 Jahren machten Palästinenser den ersten Schritt, um ihre Identität zu reklamieren und gegen ihre Unterdrücker aufzustehen  (siehe Facebook)

Wie ein fehlendes „the“ die israelische Besetzung ermöglichte:

Palästina, 21. November 2017 – Die Wortwahl in der UNO-Resolution 242 half Israel, seine Besetzung von palästinensischem Land zu rechtfertigen. (siehe Facebook)

Der Krieg von 2014, mit den Augen eines Jugendlichen in Gaza gesehen:

 

Gaza, Nach dem Krieg – 14. 9. 2017 –

 

 

 

Sechs junge Gazaer teilen ihre Gedanken und Erfahrungen über ein Leben unter Belagerung

(siehe Facebook)

Die Israel-Lobby gegen das First Amendment (erster Gesetzeszusatz)

USA, 30 Juli 2017 – Der Versuch des Kongresses, die BDS-Bewegung zu bannen, ist ein Angriff auf die innersten demokratischen Werte der USA (siehe Facebook)

Nakba für immer – unter exilierten Palästinensern internalisiert

Gaza, 30. Juli 2017 – Über die Grenzen von Erinnerung, Geographie und Trauma hinaus ist die Nakba

ein Brennpunkt in der weitergehenden Tragödie der Palästinenser. (siehe Facebook)

Wie Israels gewalttätige Geburt Palästina zerstörte

Al Nakba, 1. Mai 2017 – Fast 70 Jahre nach der Gründung von Israel ist die Vergangenheit noch immer  von großer Bedeutung. (siehe Facebook)

 

Übersetzt: Gerhilde Merz