Gute Nachrichten – schlechte Nachrichten – versteckte Botschaften

Palestine Update Nr. 112 – 13.2.18 – Gute Nachrichten, schlechte Nachrichten und versteckte Nachrichten über Palästina

Meinung

 Gute Nachrichten – schlechte Nachrichten – versteckte Botschaften

 Dieses Mal bringt Palestine Updates den Hinweis auf drei Fotogalerien und zwei erzählende Beiträge. Zwei von den Fotogalerien sind dicke Darstellungen der israelischen offensiven Praktiken der Okkupation. Die eine stellt die volle Wucht der israelischen Verbrechen im Jordantal dar, die Frauen und Mädchen zu tragen haben. Im zweiten geht es um die unmittelbar Bedrohung des Dorfes Susiya, welches knapp vor der Zerstörung durch Israel steht.

In einem anderen Bericht teilen wir die Kritik westlicher Nachrichten, die berichten, dass westliche Medienprojekte Palästina darstellen als total niedergeschlagen und in wirtschaftlicher Armut verkommend, und andere negative Bilder. Ein kräftiges Video von Al Jazeera offenbart einige der falschen westlichen Medienstereotypen über Palästinenser durch die Darstellung einer herausfordernden palästinensischen Wirtschaft, besonders in Gaza, mit

„geschäftlichem Treiben, gut gefüllten glitzernden Einkaufszentren, dem eindrucksvollen Wasserpark für die Kleinen, den wunderschönen Restaurants und hübschen Hotels, gedrängten Lebensmittelmärkten, Spielzeuggeschäften mit den neuesten Plüschtieren“.

Wenn ich über Indien schreibe, kann ich Kommentare über den Besuch des indischen Premierministers in Palästina nur mühsam vermeiden. Drei Stunden mit einigen schablonen-haften Feierlichkeiten von hohem Profil war alles, was er Palästina anzubieten hatte. Abbas bot PM Modi – vielleicht als Witz – an, den Platz der USA als Mediator zu übernehmen. Indien ist fest im Griff von Israel und den USA, und ist unfähig, als Mediator aufzutreten. Es hat durch sein Stimmen für Israel oder sich Enthalten bei entscheidenden Voten in den Vereinten Nationen mit lange bestehenden Traditionen gebrochen. Indien gibt an, dass es Palästina hilft bei Trainingsangeboten, Technologie, Entwicklung kleiner Strukturen und budgetärer Unterstützung plus einem Techno-Park in Ramallah. Aber bei der endgültigen Analyse ist dieser Ausflug durch den indischen MP ganz klar eine schwache Decke auf all sein Versagen darin, was für Gerechtigkeit und Recht im Zusammenhang von 50 Jahren israelischer Okkupation zu tun ist.

Indien hat seine eigenen internen Themen und Verbindungen mit Israel, um den gemeinsamen Feind zu bekämpfen – den Islam! Es werden zunehmend Vergleiche gezogen zwischen Indiens politischen Aktionen in Kashmir und Israels Besetzung von palästinensischem Land. In einem Bericht von „The Scroll“ 2016 steht geschrieben, dass die Anzahl von Soldaten, von Paramilitärs und der in Kashmir stationierten Polizei sich irgendwo zwischen 650.000 und 750.000 bewegt. Die Hälfte der gesamten Stärke der indischen Armee liegt in Kashmir. Bei der engen Kooperation zwischen Israel und Indien in Sicherheitsfragen, mit Waffen-Hardware

ist es einfach unanständig noch zu versuchen, die Palästinenser in den Glauben hinein zu lügen, dass Indien die Seiten wechseln könnte – unter dem faschistischen Regime, das jetzt in Indien regiert. Das wissen die Palästinenser nur zu gut. Dieser Besuch von Modi ist eine miese diplomatische Geste.

In Solidarität: Ranjan Solomon

Frauen und Mädchen geschädigt durch Verbrechen Israels im Jordantal

Diese kurze Dokumentation wurde von der palästinensischen Menschenrechtsgruppe Al-Haq erstellt. (https://facebook.us14.list-manage.com/track/click?

u=70813d3d15ac4637582781b8e&id=49ecc5efae&e=267525e738)  fokussiert auf das Leben einer Familie in al-Hadidiya; =4cb9b46f33&e=  und bezieht sich auf eine Beduinen-Gemeinschaft im nördlichen Jordantal; =87516a8a19&e=  müsste man sehen: Unter dem Titel „Sumoud“ (arabisch für Standhaftigkeit) ist es genannt nach der jüngsten Tochter der Bisharat-Familie, die seit Generationen in der gleichen Gemeinde in der besetzten Westbank lebt. Sumoud spricht davon, wie sehr sie ihre Familie und deren ländliche Lebensart liebt, das einzige Leben, das sie kennen, umgeben von Bäumen und Tieren, mit denen sie spielt und die sie hütet. Aber ihr Leben wurde sehr schlimm durchbrochen von Israel: man hat ihr Haus zerstört und sich nach und nach ihres Landes – ihres Lebensbereiches – ermächtigt und gedroht, sie total zu vertreiben.

Quelle: Facebook – siehe oben

Das Dorf Sussiya direkt vor der Zerstörung durch Israel

Israels Höchstgericht legte das Schicksal des palästinensischen Dorfes Susiya und seiner 340 Bewohner am (vergangenen) Montag in die Hände von Verteidigungsminister Avigdor Lieberman und überließ ihm die Entscheidung, ob die Armee fast die Hälfte der Gebäude, größtenteils baufällige Häuser, zerstören solle. Siehe Fotogalerie =8cce7bcf898&e=

Die guten Nachrichten über Gaza werden Sie nicht in BBC (und nicht in Ö1) hören: Aus einem Blog von Tom Gross in „The Spectator“

„Westliche Medien haben sich oft zu dem Thema der Verschlechterung der Situation vieler anderer Konflikte oder Unabhängigkeitsbewegungen weltweit geäußert. Die BBC beispielsweise hat einen übermäßigen Anteil seines Budgets und der Zeit seiner Mitarbeiter in tausenden Berichten von der Westbank und dem Gazastreifen über das ganze Jahr verteilt aufgewendet.

Aber Sie werden sehr erstaunt sein, aus der Berichterstattung der BBC zu erfahren, dass die Wirtschaft in Gaza trotz vieler Schwierigkeiten sich nach allen möglichen Seiten entwickelt. Ein Al Jazeera Bericht aus Gaza … (siehe 2. Absatz, Seite 1) … zeigt auf Video, mit ins Englische übersetztem Text (Middle East Media Research Institute)

Schauen Sie sich das Video an und lesen Sie den Begleittext

(https://facebook.us14.list-manage.com/track/click?u=708113d3d15ac4637582781b8e&id=110bf8af84&e=267525e738)

Ahed Tamimi feiern und Entlassung fordern

Eine Gruppe Radikaler versammelten sich am 30. Jänner vor dem israelischen Konsulat in Chicago wegen zweier Angelegenheiten: um den Geburtstag von Ahed Tamimi zu feiern und um ihre Entlassung zu fordern. Die Aktivisten trugen Geburtstagshüte, brachten Luftballone mit und lärmten mit Party-Rasseln. Zur Aktion wurde von der „Jüdischen Stimme für Frieden“ (JVP), dem „Palestinian Community Network“ und „American Muslims for Palestine“ gerufen. Verschiedene andere Gruppen unterstützten den Protest, darunter der Kader von „Workers World Chicago“. Die Aktion endete damit, dass alle „Happy Birthday“sangen und Geburtstagskarten unterschrieben, die ihr geschickt werden sollen.

INGO sagt Verschlechterung der humanitären Situation von Palästina voraus.

AIDA, eine Koordinierungskörperschaft von INGO, die aus mehr als 70 internationalen NGOs im besetzten palästinensischen Territorium besteht, schlug Alarm bei der Regierung der Vereinigten Staaten wegen der kürzlich getroffenen Entscheidung, ihre Hilfe für Millionen palästinensische Flüchtlinge zu politisieren. Die Folgen sind für den Gazastreifen besonders schwer. Die Unterstützungszahlungen der USA nach 10 Jahren israelischer Blockade würden Nahrungsunsicherheit, Abhängigkeit von Hilfe, Isolierung, Armut, Arbeitslosigkeit und Hoffnungslosigkeit bedeuten und wären ein weiterer Schlag für Gazas ohnehin schon hinkende Wirtschaft. Das Völkerrecht legt fest, dass dort, wo humanitäre und Entwicklungsnotwendigkeiten von geschützten Personen, die unter militärischer Besetzung leben, identifiziert werden, die Besatzungsmacht die ultimative Verantwortung für die Versorgung dieser Personen trägt. Humanitäre Hilfe darf unter keinen Umständen als ein Instrument zur Aufdrängung politischer Forderungen benutzt werden. AIDA forderte von Israel, den Vereinigten Staaten und anderen Drittstaaten die kontinuierliche ordnungsgemäße Zurverfügungstellung von humanitärer und Entwicklungsassistenz für verletzliche Palästinenser, die unter militärischer Besetzung leben, zu sichern, um eine humanitäre Krise abzuwenden.

„Wenn wir Stillschweigen bewahren über das Böse, es ganz tief in uns vergraben, sodass kein Zeichen davon an der Oberfläche erscheint, säen wir es aus und es wird tausendfältig in der Zukunft aufgehen. Wenn wir Übeltäter weder bestrafen noch ihnen Vorwürfe machen, schützen wir nicht einfach nur ihren bedeutungslosen Lebensabend, wir reißen damit auch die Grundpfeiler der Gerechtigkeit unter den Füßen neuer Generationen weg.“

Alexander I. Solschenitzin

 Übers.: Gerhilde Merz