Indien ist mit Israel auf dem Holzweg

Palestine Update Nr 69 – 10. Sept. 2017

Meinung

Indien ist mit Israel auf dem Holzweg

Nach einem Artikel in The Economic Times am 9. September 2017  ist Indien Israels oberste Destination für Waffenexporte und hat zwischen 2012 und 2016 nach SIPRI (Stockholm International Peace  Research Institute), dem unabhängigen globalen Konflikt- und Waffen-Untersuchungsinstitut  41 % der Exporte gekauft. Israel ist Indiens drittgrößte Quelle für Waffen mit 7,2 % Importanteil neben den USA (14 %) und Russland (68 %)

Quelle in facebook (http://us14.list-manage.com/track/click?u=70813d3d15ac4637582781b8e&id=c5edc60817&e=267525e738)

Seitdem hat Indien 1992 mit Israel volle diplomatische Verbindungen aufgenommen, die ein breites Feld von Verteidigung bis Sicherheit im Inneren, Landwirtschaft und Wasser-Management abdecken, und jetzt auch noch Bildung und sogar Außenräume umfassen. Der indische Schriftsteller Prabir Purkayastha argumentierte, dass Indien nicht der „Hauptkäufer von israelischen Waffen sein kann … und sich unschuldig gibt, wenn man ihm vorwirft, die israelische Besetzung der Westbank und von Gaza zu unterstützen“. Da ist auch noch die wackelnde Einbuße an Reputation Indiens in der sich entwickelnden Welt, die aber dringend notwendig ist, damit Indien einen ständigen Sitz im UNO-Sicherheitsrat erwerben kann, den es schon so lange anstrebt.

Unterstützer einer Gerechtigkeit für Kashmir ziehen Vergleiche zwischen dem indischen und dem israelischen Militär. Modi selbst hat solch einen Vergleich angestellt, nachdem er Präventivangriffe gegen mutmaßliche sichere Terroristennester in dem von Pakistan kontrollierten Teil von Kashmir geführt hatte. Wir haben israelische Taktiken kopiert, als ein indischer Armeeoffizier einen Zivilisten aus dem Kashmir als „menschliches Schutzschild“ vor einen Jeep gespannt hatte, denn, so wurde argumentiert, wenn Israel solches tut, sollten wir es auch tun.

Aufrufe von pensionierten Offizieren fordern von Indien, das israelische Modell der totalen Volksmobilisation gegen Terrorismus nachzubilden. Am Boden laufen die Dinge anders. Die Besetzung durch Israel wurde offen zurückgewiesen, indem junge Aktivisten in einer Stadt in Südindien Solidarität mit den belagerten Palästinensern zu zeigen versuchten und Tafeln mit dem Namen einer Straße in Gaza aufstellten. Sangh Parivar Mitglieder explodierten vor Zorn, indem sie die Stadt mit einer ISIS-Bude verglichen.

Der unten vorgestellte Artikel zeigt, wie Indiens fatale Freundschaft mit Israel Indien auf den falschen Weg führt. Es entbehrt jede Vision, die gebraucht wird, um eine illegale Besetzung und ein kolonialistisches System in Israel zu beenden, das die Palästinenser starr und bösartig besetzt, für die es wenige, wenn überhaupt irgendwelche Parallelitäten in der Geschichte gibt. Wenn Indien ein Player im Mittleren Osten sein will mit seinem hohen Grad von Abhängig-keit von den Ölvorkommen in der Region, dann muss es sich mit einer  Außenpolitik zufrieden geben, die aufhört, Israel den Palästinensern vorzuziehen. Auch kann Indien nicht neutral sein. Indien muss seine Beziehungen zu Israel unter die Vorbedingung stellen, dass Israel seine Besetzung aufgibt und seine Handelsbeziehungen mit Indien erweitert – und in der Tat dem Rest der Welt. Es ist traurig zu sagen, dass Modi von einer historischen politischen Praxis abgekommen ist, die Indien gut getan hat während all der 50 Jahre, bis der Kongress seine Tore für das falsche Israel aus Gründen der Nötigung und des Opportunismus geöffnet hat.

Ranjan Solomon, Redakteur

„Israelische Waffen töten in Modi’s Indien“: Menschenrechtsorganisationen protestieren gegen den indisch-israelischen Waffenhandel.

von M. Ghazali Khan, The Milli Gazette Online

veröffentlicht am 7. September 2017, online

London, 4. September 2017: Die Menschenrechtsgruppe South Asia Solidarity Group (SASG) und pro-palästinensische Organisationen haben am Montag protestiert gegen den Waffenhandel zwischen Indien und Israel. Der Protest fand statt während der laufenden DSEi-

Waffenmesse.

DSEi (Defence & Security Equipment International) ist die größte Waffenmesse weltweit und wird von Waffenkäufern und Waffenverkäufern in der zweiten Woche im September in ExCel alle zwei Jahre abgehalten. (ExCel ist das riesige Messegelände in den Docks von London).

Der Protest von SASG fällt mit dem Besuch von Indiens Premierminister Narenda Modi und seinem Treffen mit Aung San Suu Kyi zusammen.

Zufällig, während der Gast angeklagt wird, das Massaker von Muslimen in Gujarat 2002 zugelassen zu haben und ein beredtes Schweigen über den laufenden Mord an Muslimen und  Dalits durch seine Unterstützer in Indien zu halten, übersieht und verteidigt seine Gastgeberin die unsagbaren Verbrechen und den Genocid an Muslimen in ihrem Land.

Entsprechend einem Bericht, der von Middle East Eye (siehe Facebook) veröffentlicht wurde,

„gehören zu den Waffen, die nach Myamar verkauft wurden, mehr als 100 Panzer, Waffen und Boote, die von der Polizei an den Landesgrenzen benutzt werden, wie Menschenrechtsgruppen und Burmesische Beamte herausgefunden haben.“

Es wird berichtet, dass „israelische waffentragende Kompanien wie TAR Ideal Concepts sich auch in der Ausbildung von burmesischen Spezialtruppen im Besonderen im Rakhine Staat einbringen, wo die meiste Gewalt stattfindet/stattgefunden hat. Bilder, die früher auf der Website der bewaffneten Kompanie zu sehen waren, zeigen, wie die Instruktoren Mitglieder der burmesischen Spezialabteilungen in Kampftaktiken schulen und wie Spezialwaffen einzusetzen sind.“ (siehe Facebook)

Protestierer trugen palästinensische Flaggen und große Transparente mit der Aufschrift „Israelische Waffen töten in Modi’s Indien“. Andere trugen Masken, die Netanyahus Gesicht oder dasjenige von Narenda Modi oder das von Donald Trump darstellen sollten. Netanyahu hielt eine Tafel hoch mit der Botschaft: „Ich töte Palästinenser mit Drohnen, Geschützen und Bomben“. Neben ihm stand der eine mit der Modi-Maske und dieser trug zwei Tafeln, die in die Menge „brüllten“: „Gib sie mir, Bibi, ich bring sie um in Kashmir und auch in ganz Indien“ und von der anderen: „Ja sicher, das tu ich! Zionismus, Hinduismus – sie sind alle gleich!“ Donald Trump hielt eine Tafel in Händen und stieß die anderen an. Auf dieser stand geschrieben. „Ich liebe euch beide. Haut ihnen die Bomben auf den Kopf!“

Indien ist der größte Importeur für Waffen, es kauft massive 13 % aller global gehandelten Waffen und 41 % aller israelischen Waffenverkäufe; israelische Waffen und militärisches Training „gegen den Terrorismus“ werden eingesetzt, um unbewaffnete Zivilisten – besonders in Kashmir – zu töten.

(Übers.: Gerhilde Merz)