Israel erhöht Strafhandlungen dagegen, aber der Druck der Welt wird immer größer

Palestine Update Nr. 40 – 1. Mai 2017

Israel erhöht Strafhandlungen dagegen, aber der Druck der Welt wird immer größer

Meinung

Für Israel scheint die Regelung durch das Gesetz irrelevant zu sein, wenn man nach seinen bissigen Aktionen urteilt. Das Gesetz scheint für Israel nur dann interessant zu sein, wenn es sich gegen Palästinenser anwenden lässt. Und selbst dann ist die Anwendung des Gesetzes übertrieben und in den meisten Fällen falsch.

Regierungen mögen im allgemeinen kritische Medien nicht. Israel übt außergewöhnliche Intoleranz gegenüber Medienkritik, obwohl es angibt, eine Demokratie zu sein. Das ist eben Israel. Es hasst jede Kritik seiner falschen Taten. Es denkt sich nichts bei der Verfolgung von Medienleuten und greift zurück auf erschreckende Taktiken, um diese zu unterdrücken. Die Entscheidungsträger in Israel realisieren nicht, dass ein Angriff auf die Medien ihre Aktionen zudeckt, und die öffentliche Meinung sich umdreht. Wir teilen einen Bericht über skrupellose und irrationale Angriffe auf die Medien.

In unserem heutigen Bericht sehen wir auch, wie Israel Freunde verliert und Feinde gewinnt!

Im weit entfernten Massachusetts z.B. hat es Feinde gewonnen: Die Demokraten von Massachusetts haben am letzten Wochenende ihre Stimme abgegeben, um sich gegen die Siedlungen in Westbank auszusprechen. In der Resolution steht, dass “israelische Siedlungen in der besetzten Westbank Hindernisse sind für den Frieden“. Noch mehr verwirrend für Israel ist das Faktum, dass es keinerlei Hinweis auf palästinensische Gewalt gibt. Direkt auf den Fersen folgte dieser Aktion die Absicht der UNESCO, an Israels 69. Independence Day eine Resolution zu verabschieden, mit der die Souveränität als jüdisches Staatsgebiet in allen Teilen Jerusalems zurückgewiesen wird. In der Resolution wird Israel streng gerügt für seinen Siedlungsbau in der Altstadt von Jerusalem und an heiligen Stätten in Hebron. Außerdem fordert sie ein Ende der Blockade Israels von Gaza, ohne Angriffe von Seiten des von der Hamas regierten Streifens zu erwähnen.

Im weit entfernten Australien brachte eine Gruppe von Journalisten ihren Zuhörern die nicht erwähnte Seite des Konflikts zwischen Israel und Palästina zu Gehör. In einer Episode verglichen sie die Parallelen zwischen dem Siedlerkolonialismus in Israel und Palästina mit der Vertreibung beider indigenen Völker durch europäische Siedler. In dem Programm wurde auch eine Beschreibung des palästinensischen Gefangenentages dargeboten.

Diese „Woche in Palästina“ bietet die Kreativität des Journalismus ihr Bestes über Palästina direkt. In der letzten Ausgabe gibt es unter dem Thema „Was Sie über Gaza nicht wussten“ Artikel aus der Innensicht, in denen vom ständigen Leiden erzählt wird und wie erfinderisch und zielgerichtet die Menschen das Beste aus ihrem Leben machen als ein Resultat einer zehnjährigen und immer noch existierenden Belagerung. Die Wirtschaft von Gaza liegt am Boden, die Arbeitslosigkeit wuchert, und der Wiederaufbau nach dem israelischen Angriff liegt weit hinter dem Plan. Aber, merkt die Autorin, Tina Basem, an, „die Gazaer, die unter diesen Umständen leben, sind hartnäckig und zeigen inspirierende Geschichten von Ausdauer und Kreativität“.

Es gibt vieles, was jene ärgert, die um Gerechtigkeit für Palästina bitten. Aber die Hoffnung lebt, und sie kommt aus den verschiedenartigsten Formen des Widerstands gegen die Brutalitäten Israels.

Bitte lesen und breit streuen

In Solidarität

Ranjan Solomon,

Redakteur

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+ Massive israelische Angriffe gegen Journalisten in Jerusalem

Israelische Besatzungskräfte und Polizei verstärkten ihre Angriffe auf Journalisten und Medien; der Höhepunkt war eine Welle von Angriffen auf wenigstens 14 Journalisten in Ostjerusalem am letzten April-Wochenende. Eine berittene Polizeieinheit griff Journalisten an und verfolgte sie, wobei einige Journalisten verletzt wurden; ihre Ausrüstung wurde zerstört und sie wurden gehindert, eine friedliche Versammlung aufzunehmen, die in Jerusalem in Solidarität mit den palästinensischen Hungerstreikern in Gefängnissen der israelischen Besatzungskräfte seit dem 17. April 2017 organisiert wurde. Ein Photograph hatte eine gebrochene Rippe und seine Kameras wurden kaputt gemacht, nachdem er von einem Polizisten zu Pferd verfolgt und niedergeschlagen worden war. Auch ein Photograph von Reuters wurde von einem israelischen Polizeioffizier mit seinem Gewehrkolben geschlagen, was eine leichte Fraktur an seinem Arm bewirkte, während er versuchte, seinem Kameraden aufzuhelfen.

Lesen Sie mehr auf der Website von Palestine News Network in Facebook

+ Demokraten in Massachusetts über israelische Siedlungen:

Vor kurzem gaben die Demokraten in Massachusetts ihre Stimmen ab für einen provokativen Vorschlag, in dem sie ihre Opposition gegen israelische Siedlungen in der Westbank klar zum Ausdruck brachten; von palästinen-sischer Gewalt war nichts zu lesen. Lesen Sie mehr auf der Website von The Boston Globe auf Facebook.

+ UNESCO landet wieder einen Treffer gegen Israel – am Unabhängigkeitstag

Am 69. Unabhängigkeitstag kommt von der UN-Kulturabteilung eine Resolution gegen Israel, in der die Souveränität als Jüdischer Staat über irgendeinen Teil von Jerusalem zurückgewiesen wird. In der Resolution wird die Regierung auch harsch kritisiert für verschiedene Bauprojekte in der Altstadt von Jerusalem und den heiligen Stätten von Hebron, und die UNO fordert das Ende der Blockade von Gaza ohne ein Wort zu verlieren über Angriffe von Seiten des von der Hamas geleiteten Gazastreifens.

Die Resolution über das „Besetzte Palästina“, die dem Executive Board der UNESCO von Algerien, Ägypten, Libanon, Marokko, Oman, Katar und Sudan vorgelegt wurde, wird in der aus 58 Mitgliedern bestehenden Körperschaft mit automatischer Mehrheit gegen Israel aller Wahrscheinlichkeit nach durchgehen. Die Wortwahl am Montag (1. Mai?) war etwas weniger harsch betreffend Jerusalem als frühere Resolutionen, indem die Bedeutung der Stadt für die „drei monotheistischen Religionen“ betont wird. Israelische Diplomaten versuchen eifrig, eine europäisch-arabische Übereinkunft abzuwenden, bei der  die europäischen Ratsmitglieder entweder für die Resolution stimmen oder sich enthalten würden zugunsten eines etwas weicheren Testes.

Lesen Sie mehr in der „Times of Israel“ auf Facebook

+  Medienprogramm „Palestine Remembered“

Yousef Alreemawi, Nasser Mashni und Robert Martin präsentieren ihre wöchentlichen Beiträge über die Situation der Palästinenser, um den Zuhörern die nicht offiziell berichtete  Seite des Israel/Palästina-Konflikts zu erzählen. In dieser Episode reden sie über die Ähnlichkeiten und Parallelen der Siedler-Kolonialisierung in Israel und Palästina mit der Vertreibung und Enteignung beider indigenen Völker durch europäische Siedler  – in Australien.

Auch ein Update über den Palästinensischen Gefangenentag und die Führerschaft von Marwan Barghouti beim Massenhungerstreik in israelischen Gefängnissen kann in diesem Program werden.

Beides über Facebook.

+ „Was ihr von Gaza nicht gewusst habt!“

Tina Basem, die Herausgeberin von „Diese Woche in Palästina“ brachte ein Magazin voll mit Berichten von innen heraus unter dem Thema: “Was Sie von Gaza nicht wissen“; die Artikel beschreiben die verschiedenen Aspekte des Lebens in Gaza, das ständige Leiden der Bevölkerung, und die Gewitztheit und Entschiedenheit der Menschen, das Beste daraus zu machen. Sie sagt: „Während wir unseren Alltag in Gaza leben, tendieren wir dazu, viele Tatsachen ganz nach hinten in unserer Erinnerung zu stoßen. Dieses Heft wird Dich/Euch an die Härten erinnern, mit denen Gazaer auch nach zehn Jahren ununterbrochener Belagerung immer noch zu kämpfen haben. Die Wirtschaft liegt am Boden, Arbeitslosigkeit überall, und der Wiederaufbau nach den Angriffen liegt weit hinter dem Plan; für eine Bevölkerung von 1,9 Millionen Menschen sind 95 % des Grundwassers nicht trinkbar, Elektrizität gibt es nur zwischen 2 und 6 Stunden täglich, Medikamente gehören zu jenen vielen Dingen, die nicht eingeführt werden dürfen .. und die Liste geht weiter und weiter. Aber die Gazaer, die unter diesen harten Umständen leben, bleiben, und sie zeigen inspirierende Geschichten von Ausdauer und Kreativität. Lesen Sie mehr in „This Week in Palestine“ auf Facebook.

Übersetzt, bisweilen gekürzt, um Verdoppelungen zu vermeiden: Gerhilde Merz

Die Angaben „Facebook“ sind im englischen Original zu finden.