JVP ruft zur Kampagne, um ungerechten Widerruf eines Preises zurückzunehmen.

Palestine Update Nr.207 – Jan.21, 2019 -JVP startet Kampagne wegen ungerechtfertigten Widerruf einer Auszeichnung

Meinung

JVP ruft zur Kampagne, um ungerechten Widerruf eines Preises zurückzunehmen.

Am 5. Jänner verkündete das Birmingham Civil Rights Institute (BRCI), ein seit 26 Jahren bestehendes Museum und Forschungszentrum, dass es von seinem „Fred L. Shuttlesworth Menschenrechts-Preis“ nach der Ankündigung, Angela Davis hätte ihn gewonnen, zurücktritt. Der Preis hätte am 16. Februar bei der jährlichen Galaveranstaltung verliehen werden sollen, die auch nicht stattfinden wird.

Davis „kommt nicht allen Kriterien nach, für die der Preis vorgesehen ist“, stellte ein Kommentar des  BRCI fest. „Obwohl wir Mrs. Davis als Gelehrte und prominente Person in der Geschichte der Menschenrechte anerkennen, glauben wir, die Entscheidung entspricht den Idealen des Namensgebers für den Preis, Rev. Shuttlesworth“.

Es wurde berichtet, dass einige jüdische Prominente und Einwohner der Stadt gegen Davis wegen ihres Engagements in der Boykott-Investitionsstop- und Sanktionsbewegung (BDS) protestieren, weil sie versucht, Israel verantwortlich zu machen für Ungerechtigkeiten gegen Palästina. Aber die Jüdischen Stimmen für Frieden (JVPs) haben einen Aufruf an BCRI eingebracht, den Preis wieder  einzusetzen. Die Unterschriften-Kampagne stellt die visionäre Anwaltschaft von Professorin Davis „zur Unteilbarkeit der Gerechtigkeit“ fest. Sie sagen dazu aus: „Wir glauben, dass wir alle verantwortlich sind, soziale Gerechtigkeit für alle menschlichen Wesen ohne Ausnahme zu erlangen – was bedeutet, soziale Gerechtigkeit für Palästinenser“. Inzwischen haben sich drei Vorstands-mitglieder aus dem Birmingham Civil Rights Institute zurückgezogen, nachdem es seinen Preis teilweise wegen der Kritik von jüdischen Führern nicht vergeben wollte.

Die „Jüdische Stimme für Frieden“ ist eine nationale Graswurzel-Organisation, die von der jüdischen Tradition inspiriert ist, für einen gerechten und dauernden Frieden entsprechend den Prinzipien der Menschenrechte, Gleichheit und dem Völkerrecht für alle Menschen in Israel und Palästina zu arbeiten. Sie hat ein ausgedehntes Netzwerk von 200.000 Unterstützern, mehr als 70 Untergruppen, einen Jugendflügel, einen Rabbiner-Rat, einen Künstler-Rat und einen akademischen Beratungs-Rat, bestehend aus einer Beratergruppe von führenden US-Intellektuellen und -Künstlern.

Lesen Sie unten, um der JVP-Kampagne zu folgen.

Ranjan Solomon

 

Verfolgen wir die Geschichte von JVP

Vor langer Zeit – in den 1990ern – nahmen drei junge jüdische Frauen wahr, dass sie nicht länger schweigen konnten über die Okkupation Israels – und sie entschlossen sich, etwas dagegen zu tun.

Verfolgen Sie ihre Geschichte: (https://facebook.us14,list-manage.com/track/click?u=70813d3d15ac4637582781b8e&id=d4b9d56f7d&e=267525e738)

 

Mehr als 550 Akademiker stehen hinter Angela Davis und fordern vom Birmingham Civil Rights Institute die Wiedervergabe des Menschenrechtspreises

Mehr als 550 Akademiker quer durch die USA haben auf dem JVP Akademiker-Brief zur Unterstützung von Angela Davis unterschrieben (siehe unten) und verurteilten das BCRI für die Absage des für Professorin Davis bestimmten „Fred Shuttlesworth Menschenrechtspreises“.

Unter den Unterschriften unter den JVP-Academic Adversary Council Briefes befinden sich unter vielen anderen: Professor Noam Chomsky, Judith Butler, Bettina Aptheker, Ruth Wilson Gilmore, Robin D.G.Kelley, Tim Tallbear, Joanne Barker und Julie Livingstone.

Der Academic Advisory Council der JVP brachte in der vergangenen Woche einen Brief heraus (Facebook Links: =26119656dc&e= und =b0c10d1a9f&e=), in dem festgestellt wird: „Wir teilen das visionäre Bekenntnis von Prof. Davis zur „Unteilbarkeit der Gerechtigkeit“ und wir glauben, dass wir alle dafür verantwortlich sind, soziale Gerechtigkeit für alle Menschen – ohne Ausnahme – zu verlangen, was heißt: auch soziale Gerechtigkeit für Palästinenser“.

„Angela Davis ist eine unschätzbare Allierte für Juden, die nach Gerechtigkeit im Mittleren Osten suchen, gewesen. Wer anders würde für die Einheit im Kampf zur Besiegung von systemischen Un-gerechtigkeiten in dieser Welt stehen? Sie setzt Lichter auf für die Zukunft jener, die kein Licht mehr sehen. Jeder, der sich ihr entgegenstellt, stellt sich der Gerechtigkeit selbst entgegen. Jeder, der Zweifel an der Integrität ihrer Prinzipien und Aktionen hat, fürchtet sich vor Gerechtigkeit und Wahrheit.“ – Judith Butler ist Professorin am Maxim Elliot in der Abteilung für vergleichende Literatur und im Programm für Theorie-Kritik an der Universität von Kalifornien, Berkeley und sie ist Mitglied des JVP Academic Advisory Council.

Die Jüdische Stimme für Frieden (JVP) hat eine allgemeine Unterstützungs-Petition für Angela Davis vor Kurzem lanciert und mehr als 16.500 Unterschriften erzielt.  Siehe Facebook Link: =2930901fae&e=

Das Birmingham Civil Rights Institute hat vor kurzem (vorige Woche?) angekündet, den Preis der Fred Shuttlesworth Menschenrechts-Stiftung für die Professorin Angela Davis nicht zu verleihen auf Grund von Kritik an der Unterstützung der Professorin für die Menschenrechte der Palästinenser. Der Entscheidung ging vermutlich die schlecht informierte Ansicht voraus, dass Anwaltschaft für die Menschenrechte der Palästinenser ein Angriff auf die jüdische Gesellschaft sei.

„Da ich Angela Davis seit meinem ganzen Leben kenne und ihren bemerkenswerten Geist und die unermüdliche Energie in der Solidarität mit so vielen Völkern, die auf unserem Planeten leiden, schätze, sind die Aktionen des BCRI-Vorstandes für mich unverständlich. Angela bleibt die hoch-geschätzte Tochter von Birmingham, und eine zutiefst geeignete Empfängerin des Fred Shuttlesworth Preises. Ich dränge den BCRI-Vorstand, zurück zu nehmen und zu erneuern, zu heilen und zu erhalten in fröhlicher Versöhnung“. – Bettina Aptheker ist hoch verehrte Professorin und Vize-Präsidentin für Feministische kritische Rassen- und ethnische Studien an der Universität von Kalifornien, Santa Cruz.

„Angela Davis einen Menschenrechtspreis wegen der Unterstützung der Menschenrechte für Palästinenser nicht zu geben ist ethisch verkehrt und heißt sie zu beschimpfen. Professor Davis Beglaubigung als Aktivistin und Gelehrte sind den höchsten Respekt wert, und ihr Eintreten für die Rechte der Palästinenser ist in keiner Weise Respektlosigkeit gegenüber dem jüdischen Volk. Mehr als 350 Akademiker, viele von ihnen Gelehrte in jüdischen Studien oder selbst Juden, sind stolz darauf, Angela Davis zu verteidigen“. – Tallie Ben Daniel, Manager(?) für Forschung und Bildung, Jüdische Stimme für Frieden. 

JVP-Unterstützungsbrief für Angela Davis

Die Jüdische Stimme für Frieden fordert das Birmingham Civil Rights Institute auf, die Ablehnung des für Professor Angela Davis bestimmten Fred Shuttlesworth Menschenrechtspreises zurückzunehmen. Angela Davis ist eine unermüdliche Anwältin für die Menschenrechte für alle Völker und Menschen, eine führende Aktivistin für Zivilrecht und eine anerkannte Gelehrte. Sie ist an vorderster Stelle qualifiziert, um den Fred Shuttlesworth Menschenrechtspreis zu erhalten.

Die Rücknahme dieses Preises durch das BCRI ist ungerecht, beleidigend und schlecht ausgedacht, insbesondere, weil damit anscheinend die seit langem erklärte Unterstützung von Professor Davis für die Menschenrechte für Palästinenser schlechtgemacht wird. Die Entscheidung kommt offenbar aus der falschen Ansicht, dass Befürwortung der Menschenrechte für Palästinenser irgendwie ein Angriff auf die jüdische Gesellschaft sein soll.

Als eine jüdischen Organisation, die sich für Gerechtigkeit, Würde und Gleichheit aller Menschen in Israel/Palästina einsetzt, teilen wir die visionäre Überzeugung von Professor Davis zur „Unteilbarkeit der Gerechtigkeit“ und glauben, dass wir alle verantwortlich sind für die soziale Gerechtigkeit für alle menschlichen Wesen ohne Ausnahme – daher auch für soziale Gerechtigkeit für Palästinenser.

Das Leben von Professor Davis fasst den Geist und die Intention dieses Preises als das einer Aktivistin und Gelehrten zusammen, und wir fordern das Birmingham Civil Rights Institute auf, Professor Davis für die Gesamtheit ihrer Arbeit damit zu ehren.

(Übersetzung Gerhilde Merz)

 

 

Mach mich nicht für einen Tag zum Freund – und verlass mich nach einem Monat. Komm mir nicht zu nahe, wenn du mich doch verlassen wirst!                 Versprich nicht, was du nicht halten willst.   Sei mir nahe – oder geh!

Mahmoud Darwish