Palästinenser nehmen Stellung zu Israels verzweifelter und verbrecherischer Vorgangsweise

Palestine Update Nr. 119 – 28. Februar 2018

Palästinenser nehmen Stellung zu Israels verzweifelter und verbrecherischer Vorgangsweise

(LeserInnen der Palestine Updates werden bemerkt haben, dass wir auf unserer Titelseite ein neues Bild haben. Es wurde uns von Ryan Rodrick Beiler zur Verfügung gestellt, einem Photojournalisten, dem es um die Dokumentation in Sachen Frieden und Gerechtigkeit geht. Das eine, das konstant geblieben ist während der Entwicklung von Ryan’s Bestimmung zum Photographen ist der Wunsch, Geschichten zu erzählen, die zur Aktion aufrufen für die Sache der Marginalisierten und Unter-drückten – und das in einer Art zu tun, die mit seinem Glauben, seinen Wertevorstellungen und seiner Integrität im Einklang sind. Wir sind ihm dankbar für seine Beiträge zu Palestine Updates. Wir anerkennen zustimmend seine Solidarität mit den Palästinensern und seine Unterstützung der Arbeit von Palestine Updates.)

Meinung

Palästinenser nehmen Stellung zu Israels verzweifelter und verbrecherischer Vorgangsweise

Zeitweise fühlt es sich an, als ob die israelische Besetzung eines Tages die Palästinenser mit einem großen Besen einfach aus der Geschichte wegbefördern könnte. Das ist aber nur, was die Illusion der Macht den leichtgläubigen Lesern der Boulevardpresse, den TV-Schauern und den Zuhörern von sorglosen Interpreten über den Palästina-Israel-Konflikt suggeriert.

Im Grunde aber stehen die Palästinenser jedem scheußlichen kolonialistischen Schema vernünftig und den Gesetzen gemäß entgegen. Die Schließung der Grabeskirche mag wie eine leuchtende Kerze in der Dunkelheit erscheinen. Kerzenlicht ist lebendig und hebt Unterschiede hervor. Es sagt zu der dunklen Verfügung Israels, Steuern auf religiöse Andachtsstätten zu legen. „Wir sind anders als ihr, und wir weisen eure Verfügung mit Verärgerung zurück“. Denn, heilige Stätten zu beschädigen ist für Israel ein Akt größter Missachtung politischer Höflichkeit. Israels Gesetzgebung mag wohl gutgeheißen werden durch seine Gesetzgeber. Aber Legitimität entspringt nicht nur von Gesetzen allein, besonders wenn sie bar sind jeder sozialen Höflichkeit. Gesetze müssen auf Gerechtigkeit gegründet sein und dürfen nicht durch rohe Gewalt durchgeboxt werden.

Die PLO ist Israels Verfügung klar mit Irritierung begegnet. Sie hat die arabischen Länder aufgerufen, den Friedensplan der amerikanischen Administration, der bald angekündet werden soll, zurückzuweisen und seine Investitionen aus den USA abzuziehen. Sie fordern ihre Alliierten auf, an der Resolution festzuhalten und Verbindungen zu jenen Ländern abzu-brechen, die Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen. Der Zorn ist deutlich sichtbar bei der PLO, die nach „Massendemonstrationen der Angst“ in „Palästina“ rufen, und in der Diaspora, um mit der amerikanischen Stellung zu verhandeln, die sich eindeutig auf die Seite von Israel schlägt.

Israel befindet sich auf brüchigem Grund. Die Initiativen gemeinsamer Anwaltschaft (=Joint Advocacy Initiative) (siehe Facebook, Link =375332fbb9&e=) von YMCA und YWCA in Palästina haben erklärt: „Genug ist genug!“ und möchten, dass die Menschen überall ihren heimatlichen politischen Vertretern erklären, dass sie jetzt aktiv werden müssen, bevor es zu spät ist und das Heilige Land zu einem „christlichen Schaupark“ wird – ohne sein Volk.

In Südafrika werden sich innerhalb der Israel Apartheid Woche große Mengen der pro-palästinensischen Bürger aus aller Welt versammeln, um darzustellen, dass „Israel nicht nur die Palästinenser unterdrückt, sondern auch jede schwarze Person innerhalb seiner Grenzen“. Ein Bericht enthüllt, wie es von Geschäftemacherei mit afrikanischen Asylsuchern in Gefangenenlagern bis zur Kriminalisierung und Durchführung eugenischer Programme an äthiopischen jüdischen Bürgern und Schwarzen nicht nur um jüdische Vorherrschaft sondern auch um die Vorherrschaft der weißen Rasse geht.

Innerhalb von Israel hat Kerem Navot, eine israelische linksgerichtete Forschungsorganisation eine neue israelisches Taktik für die Enteignung von palästinensischem Land ans Licht gebracht. Sie haben herausgefunden, dass sich schockierende 40 % der jüdischen Siedlergräber in den illegalen Westbank-Siedlungen auf privatem palästinensischen Grund befinden. Nach einer Zählung von nur zwei jüdischen Friedhöfen noch Mitte der 80erjahre, waren diese Zahlen bis 2017 stark angewachsen und kommen jetzt auf einige 32 jüdische Friedhöfe mit mindestens je zwei Gräbern, verstreut in der Region der besetzten Westbank. Jetzt geht die Frage in die Runde, ob Netanyahu mit all den ihn umgebenden Korruptions-skandalen denkt, in aller Heimlichkeit mehr Land zu autorisieren, oder sich darauf fokussiert, seine eigene politische Zukunft auszuweiten.

Ranjan Solomon

Kirchenleitungen weisen Drohungen der Stadt zurück – „Church Lands Bill“ (Kirchenbesitz-Verfügung)

Nachfolgend der Text einer Stellungnahme, die am Sonntag, dem 2. Februar, von den Kirchenleitern herausgebracht wurde, die verantwortlich sind für die Grabeskirche und die Rechtslage (Status Quo) der verschiedenen christlichen heiligen Stätten in Jerusalem, als Protest gegen Drohungen der Stadt-verwaltung und die diskriminierende „Church Lands Bill“.

„Wir, die Kirchenleiter, verantwortlich für das Heilige Grab und den Status Quo der verschiedenen christlichen heiligen Stätten in Jerusalem – das Griechisch-orthodoxe Patriarchat, die Custodie über das Heilige Land und das Aramäische Patriarchat – verfolgen mit großer Besorgnis die systematische Kampagne gegen die Kirchen und die christliche Gemeinde im Heiligen Land durch laufende Verletzungen des bestehenden Status Quo.

„Vor kurzem hat die systematische und offensive Kampagne eine noch nie dagewesene Höhe erreicht, als die Stadtverwaltung von Jerusalem skandalöse Notizen und Befehle zur Beschlagnahme von Kirchenvermögen, Eigentum und Bankkonten für angebliche Schulden oder städtische Strafsteuern verfügte. Ein Schritt, der konträr ist gegenüber der historischen Stellung der Kirchen innerhalb der Heiligen Stadt Jerusalem und ihrer Beziehungen zu den

Zivilbehörden. Diese Aktionen brechen bestehende Vereinbarungen und internationale Verpflichtungen, die die Rechte und Privilegien der Kirchen garantieren, was als Versuch erscheint, die christliche Gegenwart in Jerusalem zu schwächen. Die größten Opfer dabei sind jene verarmten Familien, die damit Nahrung und Wohnung verlieren werden, wie auch die Kinder, die nicht mehr in der Lage sein werden, die Schulen zu besuchen.

„Die systematische Kampagne der Beschimpfung von Kirchen und Christen erreicht jetzt ihren Gipfel als diskriminierende und rassistische Bulle, die nur das Eigentum der christlichen Gemeinde im Heiligen Land betrifft. Diese abscheuliche Bulle ist gedacht, um heute in einem Treffen eines ministeriellen Komitees vorgestellt zu werden, und wenn sie angenommen werden sollte, würde sie die Enteignung von Ländereien der Kirche ermöglichen. Das erinnert uns alle an Gesetze ähnlicher Natur, die während der dunklen Perioden in Europa gegen Juden in Kraft gesetzt wurden!

„Dieser systematische und unerhörte Angriff auf Christen im Heiligen Land verletzt ernsthaft die grundsätzlichen, seit Langem bestehenden und souveränen Rechte und zertrampelt für Jahrzehnte den behutsamen Aufbau von Beziehungen zwischen der christlichen Gemeinschaft und den Behörden.

Deshalb, und weil wir uns auf die Stellungnahme der Patriarchen und Leiter der lokalen Kirchen in Jerusalem vom 14. Februar 2018 – und auf deren frühere Stellungnahme im September 2017 berufen, entschieden wir uns als eine Maßnahme des Protests, diesen unerhörten Schritt der Schließung der Grabeskirche zu gehen.

Gemeinsam mit allen Kirchenleitern im Heiligen Land stehen wir vereint, fest und resolut auf zum Schutz unserer Rechte und unseres Eigentums.

Möge der Heilige Geist unsere Gebete erhören und eine Lösung dieser historischen Krise in unserer Heiligen Stadt herbeiführen.

Quelle (https://facebook.us14.list-manage.com/track/click?

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 Weitere Quellen

Link: =395c656939&e=

Link: =f9e6838b7f&e=

PLO erklärt USA Wirtschaftskrieg

Arutz Sheva berichtet, dass „Saleh Rafat, ein Mitglied des Exekutivkomitees der Palestine Liberation Organization (PLO) am Sonntag (25.2.) sagte, dass das Komitee in den nächsten Tagen zusammentreten werde, um die jüngsten Entwicklungen des palästinensischen Standpunkts zu diskutieren und der Anwendung der Entscheidungen des PLO-Zentralrates zu folgen, der forderte, die Beziehungen zu Israel zu lösen. Er forderte die arabischen Länder auf, dem Friedensplan der amerikanischen Administration nicht zuzustimmen, der bald vorgelegt werden wird, ihre Investitionen von den USA abzuziehen, die amerikanischen Produkte zu boykottieren, und bei früheren Gipfelentscheidungen zu bleiben, die alle Beziehungen mit Ländern abbrechen wollten, die Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen. Rafat forderte die Fortsetzung der „Massendemonstration der Ängste“ in „Palästina“ und der Diaspora, um auch mit der amerikanischen Position zu verhandeln, die sich zu Gunsten von Israel neigt.

Lesen Sie den ganzen Bericht in Arutza Sheva  (Facebook Link: =f741a1a783&e=)

 

Dokumentation über israelischen Rassismus gegenüber Afrikanern

#IsraeliApartheidWeek 2018

Bei der 14. Internationalen #IsraeliApartheidWeek wird die Dokumentation „Anti-Black Rassismus enthüllt Israels weiße Übermacht“, die von der preisgekrönten Journalistin Abby Martin produziert wurde, in ganz Südafrika gezeigt. Die Dokumentation von 25 Minuten, die zuerst vom lateinamerikanischen TV-Sender „teleSur“ 2017 ausgestrahlt wurde, zeigt Interviews aus erster Hand mit Afrikanern, die unter israelischem Rassismus und Diskriminierung zu leiden haben. Israel versucht zu vermitteln, dass sein Leben multikulturell und von großer Vielfalt ist; TV-Untersuchungen zeigen, dass Israel nicht nur die Palästinenser, sondern vielmehr alle schwarzen Personen innerhalb seiner Grenzen unterdrückt. Von Geschäftemacherei auf Kosten afrikanischen Asylsucher in Gefangenenlagern bis zur Kriminalisierung und der Durchführung von eugenischen Programmen an äthiopischen jüdischen Bürgern zeigt Israels Behandlung von schwarzen Menschen nach dieser Dokumentation, dass sich das israelische Projekt „nicht nur mit der Überlegenheit Israels, sondern auch mit der Überlegenheit des Weißen Mannes beschäftigt“.

 

Video-Dokumentation auf YouTube: (https://facebook.us14.list-manage.com/track/click?u=70813d3d15ac4637582781b8e&id=b7c007ec68&e=267525e738)

 

„Nachdenken“: Israel raubt palästinensisches Land durch Siedler-Gräber

 Nach einem Bericht von „Telesur“: „Eine linke israelische Non-Profit Forschergruppe hat noch eine andere israelische Strategie zur Enteignung von palästinensischem Land auf-gedeckt, indem sie herausfand, dass 40 % der jüdischen Siedlergräber in illegalen Westbank-Siedlungen auf palästinensischem Land im Privatbesitz angelegt sind; dies wurde von der israelischen Zeitung Haaretz am Sonntag vor einer Woche berichtet. Diese neuen Ergebnisse fußen auf einer von Kerem Navot durchgeführten Studie – einer israelischen Non-Profit-Organisation, die umfassende Forschungen über Landnutzung durchführt – und Dror Etkes, der die israelische Siedlungs- und Land-Management-Politik in der Westbank seit 2002 genau verfolgt hat. Die Forschungen gingen ins Detail seit den mittleren 80ern, als es in der Westbank nur zwei jüdische Friedhöfe gab, die beide von Juden vor 1948 gekauft worden waren. Nach Etkes, der das Territorium 2017 kartographierte unter Verwendung von Luft-Aufnahmen, gibt es jetzt an die 32 jüdische Friedhöfe mit mindestens zwei Gräbern, in der Gegend verstreut rund um die besetzte Westbank-Region.

Den ganzen Bericht können Sie in Telesur TV Net lesen mit Facebook Link =7dd1e54445&e=

 

Will – wird – ein verwundeter Netanyahu einen palästinensischen Landraub verfolgen?

 

Baria Alamuddin schreibt in den „Arab News“: „Giftige Schlangen sind sehr gefährlich, wenn sie in die Ecke getrieben werden. Wir sollten daher sorgfältig aufpassen auf Benjamin Netanyahus politische Manöver, wenn er versucht, die Aufmerksamkeit von seiner alles umfassenden Korruption abzulenken. In der Tat, bei der Münchner Sicherheitskonferenz anfangs dieses Monats befand er sich voll auf Kriegstreiber-Kurs, indem er wütend um sich fuchtelte mit der Lust auf Zerstörung: iranische Drohnen abschießen über Nordisrael, Rache fordern gegen Hisbollah und Teheran. Netanyahus extrem rechte Verbündete im Kabinett sprechen mittlerweile von Plänen, weite Teile von palästinensischem Land zu annektieren. Das Weiße Haus dementierte Netanyahus Ausbrüche, dass er solche Projekte mit der US-Administration koordiniert hätte. Dennoch, es war Donald Trumps einseitiger Versuch, den Status von Jerusalem zu verändern, der grünes Licht für solche expansionistische Schemata gab.“

Lesen Sie den Artikel in Arab News auf Facebook, Link =a5752267ca&e=

Mach mich nicht zum Freund nur für einen Tag und verlass mich nicht nach einem Monat.  Komm mir nicht nah‘, wenn du mich doch verlassen wirst. Rede nicht, wenn du nichts zu tun bereit bist. Sei mir nah‘ – oder geh‘ gleich weg.              

          Mahmoud Darwish