Palästinensischer Mut – Israels Dilemma und Verlegenheit

Palestine Update Nr. 183 – 30. 0kt. 18 – Palästinensischer Mut ist Israels Dilemma …

Kommentar

 Palästinensischer Mut – Israels Dilemma und Verlegenheit

Vor einigen Monaten erhielt das Foto eines palästinensischen Foto-Journalisten den Preis für Kriegsberichterstattung. Über die hohe fotographische Qualität des Bildes hinaus macht der Gegenstand der Darstellung es zu etwas Außergewöhnlichem. Es zeigt einen Mann im Rollstuhl, der mit einer einfachen Schleuder einen Stein wirft. Die Zielrichtung ist klar, ebenso der Mut.

Für die Menschen in Gaza ist ihre Forderung gerecht und einfach. Zustimmung zum Rückkehrrecht für Millionen, die aus den Gebieten und Dörfern 1948 als Ergebnis der Massaker vertrieben worden waren, die vom zionistischen Mob angerichtet wurden.

In einem Artikel, „Der große Rückkehrmarsch – eine Hoffnung für die Gazaer“ schreibt Ali Abu Rezeg, Doktorand in der Abteilung für internationale Beziehungen der Universität Yildirim Beyazit, wie schon die Ankündigung zum Großen Rückkehrmarsch in ihrem inneren Gehalt kreativ und friedlich war. Er unterstreicht, dass es „dem Kampf gelungen ist, den israelischen Staat sehr in Verlegenheit zu bringen“, indem er ihn als „Schurkenstaat mit Streitkräften klarstellt, die auf unbewaffnete und unschuldige Demonstranten schießen – trotz der Proteste, die live von den prominentesten Medienkanälen ausgestrahlt werden. Rezeg erinnert uns, dass „die Wichtigkeit der wöchentlichen Proteste, nahe der Pufferzone abgehalten, gesehen werden als die letzte Chance der Leute von Gaza, die Belagerung zuj brechen, die schon länger als ein Jahrzehnt dauert“. Welche andere Option haben die Palästinenser, als mit solchen Methoden die Fesseln ihrer Enteignung und der sadistischen 12jährigen Belagerung zu zerreißen.

Der Freiheitskampf ist voll von kreativen Methoden – im Großen und Ganzen gewaltlos. Steine in Schwung zu setzen ist ein Symbol für wachsende Ungeduld über die Ungerechtigkeit des zionistischen Regimes – und die Abwesenheit einer realen Intervention der internationalen Gemeinschaft. Allgemein eingesetzt wurde es zuerst während der ersten Intifada. Durch eine solche Kreativität hat man der Welt nicht erlaubt, die Forderung nach dem Rückkehrrecht zu übersehen und beiseite zu schieben. Während sich alle Augen auf den zweifelhaften „Deal des Jahrhunderts“ richteten, sahen die Palästinenser, dass dieser unzureichend sein würde betreffend einer gerechten Lösung. Sie erklären: „Nein, Palästina kommt nicht zu einem wirklichen Staat“.

Während sich die westlichen Regierungen an die Seite von Israel stellen – und bestenfalls  nicken und eine milde Form von politischer Sympathie äußern –  kehrt auch die arabische Welt zu politischem Opportunismus zurück und verfehlt die Unterstützung für ihre arabischen Schwestern und Brüder.

Diejenigen, die nach Wegen suchen, um ihre Solidarität durch Gerechtigkeitsbewegungen -entweder in Kirchen, in der Zivilgesellschaft, in sozialen Bewegungen, der Gewerkschaft, in

Studentenbewegungen oder jüdischen Gruppen, die mit ihren eigenen Regierungen  unzufrieden sind – werden hoffentlich zu einer Fusion ihrer Gemeinsamkeit finden. Wenn globale Solidarität den lokalen Widerstand ergänzt, ist der Moment gekommen, dass der

Countdown für die Freiheit wirklich beginnt. Der große Rückkehrmarsch ist ein Symbol dieser Hoffnung.

Ranjan Solomon

 Motiv eines palästinensischen Foto-Journalisten ist ein Demonstrant auf dem Rollstuhl

Der erste Preis für die 25. Ausgabe des Bayeux-Calvados-Normandie-Preises für Kriegs-berichterstatter ging an den palästinensischen Foto-Journalisten Mahmoud Hams. Der 38-jährige Hams gewann den Preis für das Bild eines palästinensischen  Demonstranten im Rollstuhl im belagerten Gazastreifen, der gerade eine Schleuder fertig macht, um einen Stein gegen die israelischen Soldaten auf der anderen Seite des Grenzzauns zu Israel zu schleudern. Das Siegerfoto war am 11, Mai 2018 aufgenommen worden und zeigt Saber Al-Ashqar (29) mit amputierten Beinen, wie er die Schleuder schwingt; als Hintergrund gibt es schwarzen Rauch als Teil der wöchentlichen Proteste für den Großen Rückkehrmarsch, die seit 30. März abgehalten werden.

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Der palästinensische Zentralrat (PCC) beschließt die Suspendierung der Anerkennung Israels.

PCC beschloss die Suspendierung der Anerkennung Israels wie auch, die Verpflichtungen der Palestine Liberation Organisation (PLO) gegenüber den Abkommen zu beenden, die mit dem jüdischen Staat unterzeichnet wurden, bis dieser den palästinensischen Staat in den Grenzen von 1967 anerkennt. „Angesichts von Israel wiederholter Verweigerung des unterzeichneten Abkommens beschloss der Rat … die Verpflichtungen der PLO und der PA gegenüber den Abkommen mit der Besatzungsmacht (Israel) zu suspendieren, bis Israel den Staat Palästina in den Grenzen von 1967 mit Ostjerusalem als Hauptstadt anerkennt,“ sagte PCC. Gemäß der Stellungnahme beschloss die PCC, die Sicherheits- und wirtschaftliche Koordinierung mit Israel zu stoppen „auf der Basis, dass die Übergangsphase, einschließlich des Pariser Abkommens, nicht mehr existiert.“ Die Osloer Beschlüsse, ein Satz von Abkommen zwischen Israel und der PLO, wurden 1993 und 1995 unterzeichnet und sie werden als der Eckstein für den Frieden zwischen den Israelis und den Palästinensern betrachtet.

Das Pariser Protokoll, das die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Seiten definiert, wurde 1994 unterzeichnet. Die Palästinenser suchen diplomatische Anerkennung ihres

unabhängigen Staates auf den Territorien der Westbank, einschließlich Ostjerusalem, und dem Gazastreifen. Die israelische Regierung weigert sich, Palästina als unabhängige und diplomatische Einheit anzuerkennen.

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Zehn Tote bei der letzten Welle israelischer Schlächterei

Mehr als 100 Luftangriffe erhellten Gaza in nur einer Nacht, aber die Palästinenser leisten noch Widerstand.

Israelische Streitkräfte töteten während des letzten Oktoberwochenendes mindestens 10 Palästinenser – darunter drei Kinder. Sie waren die letzten Opfer des Versuches, den palästinensischen Volksaufstand zu zermalmen. Es folgte eine Nacht von Luftangriffen, bei denen Israel den Gazastreifen an die 100mal bombardierte, und ein neuer Gewaltausbruch gegen die palästinensischen Demonstranten am Freitag. Israelische Soldaten schossen auch und töteten sechs Palästinenser bei einer Demonstration mit mindestens 16.000 Teilnehmern zwischen Gaza und Israel. Hernach bombardierte Israel einige 95 Ziele in Gaza, nachdem palästinensische Widerstandsgruppen Raketen als Vergeltung für die Morde losgeschickt hatten Der Gaza-Protest war der letzte in einer Serie von Massendemonstrationen – bekannt als „der große Rückkehrmarsch“, der im März begonnen hatte.

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Israelische Siedler sind das Werkzeug für den Raub von palästinensischem Land

 Israelische Banken für Baugeschäfte fanden heraus, dass die israelischen Banken Kredite an 26 zufällig gewählte Außenposten unter der Direktion der Siedlungsbehörde vergeben haben, eine der Siedlungsorganisationen der israelischen Regierung. Einer dieser Außenposten, die nach der Entscheidung des israelischen obersten Gerichtshofes evakuiert wurden, ist Amona, und die Wiederansiedlung seiner Bewohner in eine neue Siedlung kostete 40 Millionen NIS. Anfangs Oktober 2018 brachte das National Bureau (Nationalbank?) einen Bericht über die enge Zusammenarbeit zwischen der israelischen Richterschaft und den Banken im

Dienste des Siedlungsprojekts heraus, aus dem hervorging, dass die sieben größten Banken in Israel die Siedlung unterstützen und finanzieren – und riesige Profite machen. Die Bezirksbehörden händigten die “Rechte“ der Siedler an den palästinensischen Territorien aus – Monate nachdem die israelischen Behörden erfuhren, dass diese Ländereien Palästinensern gehörten. Während der derzeitigen Serie von Verbrechen gegen die palästinensischen Beduinengemeinden trugen die israelischen Besatzungskräfte Wohnwagen für den Unterricht ab, die der Marwan Majali Schule gehörten – unter dem Vorwand, dass sich die Schule auf archeologisch bedeutendem Grund befände.

In Jerusalem unterbreiteten Siedlungsgenossenschaften einen Besiedlungsplan für eine Anzahl von Hochhäusern für Wohnungen auf dem Areal von palästinensischen Wohnhäusern im Viertel Sheikh Jarrah, besonders, nachdem die Siedlungsorganisation versäumt hatte, vor langer Zeit 11 Familien aus dem Grätzel in Jerusalem auszuweisen und zu vertreiben. Im Süden des Distrikts Bethlehem machten israelische Bulldozer unter dem Schutz der israelischen Besatzungskräfte Gebiete im Areal von Khallet al-Nahla in Wadi Rahal nahe dem

Areal von Khalayl al-Luz platt, um eine Umfahrungsstraße zu öffnen. Einige Tage später begannen die Siedler, Land für Siedlungszwecke umzuwidmen.

In Hebron ackerten israelische Besatzungskräfte 16 Dunum landwirtschaftlich genutzten  Boden um, rissen hunderte Bäume aus und zerstörten drei Wasserbrunnen in den Jamrouah Ländereien in Tarqumiya, westlich von Hebron. Die unbrauchbar gemachten Ländereien gehören einer Reihe von Bürgern, darunter Moh’d Kamel Ja’afar und Ali ‚Awad al Fatafta.

14 Dunum Land von Beit Ka wurden auch von den israelischen Besatzungskräften verwüstet.

Israel bereitet sich zurzeit vor auf die Wahl der lokalen Behörden, auch der Siedlungen in der Westbank. Die Atmosphäre der Wahlkampagne innerhalb der Besatzungsmacht spiegelt sich in den städtischen und Überlandstraßen der besetzten Westbank, die zum Bewegungsterrain für Wahlpropaganda für die Siedler geworden sind, die für die Wahl in die Siedlungsräte nominiert sind – hier geht es mit vollen Wahlslogans um die Entwicklung der Siedlungen.

Auf der anderen Seite steht Michael Link in der Funktion des Spezial-Berichterstatters für die Situation der Menschenrechte in den besetzten palästinensischen Gebieten, der betont, dass die Zeit für die internationale Gemeinschaft gekommen sei, strenge Maßnahmen vorzunehmen, um die israelische Annexion großer Teile der Westbank-Ländereien für die Ausdehnung der Siedlungen einzustellen. Im Bericht an die UNO-Generalversammlung ist er der Ansicht, dass der Bau und die Ausdehnung der Siedlungen einschließlich kürzlich erlassener legislativer Maßnahmen die Höhe einer illegalen Annexion erreicht habe. Er drängte die internationale Gemeinschaft zu HANDELN, und hält dieses fest trotz Israels Rekord an Nicht-Einverständnis mit den Direktiven der internationalen Gemeinschaft.

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(Übers.: Gerhilde Merz)

 

Ich entschuldige mich für aufgetretene Fehler. Die verursachenden Bazillen behalte ich bei mir! LG, die Übersetzerin.