Palestine Update Nr. 355, 18.4.20 Palästinenser und Israelis gespalten …

Palestine Update Nr. 355, 18.4.20  Palästinenser und Israelis gespalten …

Palästinenser und Israelis gespalten über den gemeinsamen Feind Corona-Virus 

 (Bild:   https://www.arabnews.comsites/default/file/2020/04/15/2062771-1633005856.jpg

https://www.arabnews.com/sites/default/files/2020/04/15/2062771-1633005856.jpgEs alles begann anfangs März, als eine Gruppe von griechischen Touristen Bethlehem und Jerusalem besuchten. Der Virus kam von Übersee, ein Austausch zwischen Kulturen, und durch das Reisen. Die Nachricht von den ersten Fällen des Corona-Virus in der Westbank liefen am 5. März durch die palästinensischen Gebiete, als im gutbekannten Hotel Angel in der biblischen Stadt Bethlehem sieben Arbeiter und Gäste am gleichen Tag positiv getestet wurden. Das Hotel wurde eiligst zum Quarantäne-Zentrum und der palästinensische Präsident  Mahmoud Abbas erklärte den Notfallzustand für 30 Tage.  

Die Gesundheitsbedrohung erschütterte alle Unternehmen, Universitäten, Moscheen und Kirchen und beendete Versammlungen in palästinensischen Städten, was bei einigen Städten in der Westbank zu einem verlassenen Eindruck verhalf. „Während der ersten paar Wochen testeten die Palestinian Authorities (PA) im Durchschnitt zwischen einigen hundert und 500 täglich“, sagte Weeam Hammoudeh, Assistenzprofessor am Institut für Gemeinschaft und öffentliche Gesundheit an der Birzeit University, Westbank.

Palästinensische und israelische Beamte hatten Verständnis für die Sorgfalt, die für palästinensische Arbeiter notwendig wurde, die die Infektion einfingen. Ungefähr 150.000 palästinensische Arbeiter aus der Westbank arbeiten normalerweise in Israel oder in den israelischen Siedlungen. Sie verdienen in Israel mehr als sie in Palästina verdienen würden und sind daher lebenswichtig für die Stabilität der Wirtschaft in der Westbank. Ursprünglich mussten sie ein oder zwei Monate am Stück in Israel verbringen, und ihre Arbeitgeber waren verantwortlich für die Erstellung entsprechender Unterkünfte und dann – falls sie so etwas brauchten – medizinische Versorgung. Aber das ist es nicht, was zurzeit geschieht.“  Am 25. März wurde einer der zurückkehrenden Arbeiter einige Stunden lang von der israelischen Polizei am Checkpoint festgehalten. Sein Test verlief negativ, nachdem er von einer Ambulanz von der israelischen Seite her aufgegriffen worden war. Das Vorgehen veranlasste Mohammad Shtayyeh, der Premierminister der PA, ihrer eigenen Sicherheit wegen alle palästinensischen Arbeiter in die Westbank zurückzukehren. „Israel hat sein Versprechen einer organisierten Rückkehr der Arbeiter in die Westbank nicht gehalten,“ sagte Milhem.

*Quelle: 

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Ausgangsperre wegen Corona-Virus ist verantwortlich für eine bittersüße Ferienzeit in Bethlehem 

unnamed.png(Bild: ohne Herkunftsangabe: Mönche besuchen einen orthodoxen Oster-Gottesdienst in der Kirche des Heiligen Grabes in der Altstadt von Jerusalem, nachdem die Kirche als Vorsichtsmaßnahme gegen den Covid-19 am 11. April 2020 geschlossen worden war. (Foto: Afif Amira/WAFA)

Diese Woche wurden die Palästinenser, sowohl Muslime wie auch Christen, überwältigt von gemischten Emotionen der Freude und der Traurigkeit, weil die Osterfeiertage und der Beginn des Ramadan, Zeiten für Fest und Zusammensein, unter Quarantäne gefeiert werden mussten.

Während ein großer Teil der Welt Ostern gemeinsam mit den katholischen und den evangelischen Kirchen vom 10.- 12. April gefeiert hat, feiert die Mehrheit der Palästinenser Ostern nach dem orthodoxen Kalender am 19. April.

Die Kirchenglocken in Jerusalem und Bethlehem läuteten weithin hörbar, aber die Kirchen selbst blieben leer mit Ausnahme einiger klerikaler Besucher. Die Kirche des Heiligen Grabes in Jerusalem war am Ostersonntag geschlossen. Ähnliche Ruhe wurde zum orthodoxen Osterfest in der darauffolgenden Woche erwartet. Die Prozessionen durch die heiligen Straßen von Jerusalem und auf dem Krippenplatz in Bethlehem waren für die Mengen der Gläubigen abgesagt, und einige Kirchen luden ihre Mitglieder ein, sich online in die Oster-Gottesdienste einzuschalten.  

Nach den Osterfeierlichkeiten, also nach dem orthodoxen Ostern, werden die Muslime anfangen, den heiligen Monat Ramadan zu begehen. Ramadan ist speziell in Palästina in allem, was diesen Monat charakterisiert, die Zeit des Zusammenseins. Die Leute beten en masse miteinander, nehmen ihre Mahlzeiten gemeinsam ein und bleiben bis weit in die Nacht im Kreise ihrer Familien, ihrer Freunde und ihrer Nachbarn zusammen. Es wird erwartet, dass hunderte Moscheen rund um Palästina geschlossen bleiben, und viele Familien, die arbeitslos sind, machen sich Sorgen, wie sie während des ganzen Monats Essen auf den Tisch bringen können. Denn jetzt sind die Straßen leer; und es fehlen die nostalgischen Gerüche der Straßenhändler, die entfernt von den Kirchen „Qatayef“ (Anm. ein mit verschiedenen Nüssen gefülltes Kipfel) braten und Waffeln braten und grillen.

Obwohl die palästinensischen Muslime und Christen von Herzen glücklich waren über die gemeinsamen Feierlichkeiten, waren diese Gefühle unausweichlich gedämpft durch die  Traurigkeit, die in diesem Jahr vom Corona-Virus über sie gekommen war und der heiligen Stadt Bethlehem das Fest geraubt hatte, das die Stadt zu dem macht, was sie ist.

Quelle:

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*Ansar:  Ein Testament für die grausliche Brutalität der israelischen  Gefangenenwärter* 

EVptoUeU8AAnxNK.jpg(Bild: EVptoUeU8AAnxNK.jpg)

Der 17. April markiert einen besonderen Tag im palästinensischen Kalender, denjenigen des „Palästinensischen Gefangenen Tages“. In diesem Jahr kommt ihm sogar noch mehr Bedeutung zu, weil mehr als 5000 palästinensische politische Gefangene eingesperrt sind, und dazu noch unter der Bedrohung durch die COVID-19 Pandemie. 

Palästinensische Gefangene haben im Gefüge der palästinensischen Gesellschaft und ihrem kollektiven Widerstand eine einmalige Rolle gespielt. Sie gehen quer durch alle Parteien und sozialen Grenzen, und in vielen Fällen repräsentieren sie die besten in mehreren Generationen von Führern. Wenn Leute in der westlichen Welt wiederholt fragen mögen: „Wo ist der palästinensische Gandhi?“ können wir aus Überzeugung sagen, dass er oder sie vermutlich vom israelischen Staat eingesperrt (oder ermordet) worden ist.

Fast jede palästinensische Familie hat eine Geschichte über wenigstens ein Familienmitglied, das entweder von Israel oder von einem benachbarten mitschuldigen Regime in der Region eingesperrt wurde. Als solches hat die Befindlichkeit als Gefangene historisch zu einem vereinigenden Band für das palästinensische Volk geführt. Jede/r Gefangene ist ein Mikro-kosmos der palästinensischen Realität, sei er/sie während der Okkupation arretiert worden, sich im Exil in einem Flüchtlingslager befinden oder unter dem Daumen des Apartheid-regimes in Galiläa oder der Negev gehalten werden. Heute setzen sich die politischen Gefangenen in israelischen Gefängnissen zusammen aus Mitgliedern der Legislative, aus Kindern und Frauen, und es sind darunter auch 430 Administrativgefangene. – Dieses sind Gefangene, die ohne Anklage oder Gerichtsverfahren in jeweils verlängerbaren Perioden von sechs Monaten einsitzen und oft, nachdem sie freigelassen wurden, wieder inhaftiert werden. 

Nicht nur geschieht Administrativhaft ohne jegliches Verfahren, sie ist auch zutiefst grausam; diese Gefangenen wissen, dass sie nach ihrer möglichen Freilassung jederzeit in Zukunft wieder aufgegriffen werden können (und oft werden) nach Laune eines israelischen Sicherheitsbeamten. 

Quelle: 

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*Palästina wünscht sich Hilfe gegen den Corona-Virus, Israel antwortet mit feindlichen Eingriffen, Mord und Arrest*

Euro-Mediterranean Human Rights Monitor- Israeli forces ...(Bild: Euro-mediterraneischer Menschenrechtsbeobachter – Israelische Kräfte …)

Der Generalsekretär der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) Saeb Erekat sagt, Palästina ersuchte um Mitarbeit seitens Israel zur Bekämpfung der derzeitigen COVID-19 Epidemie, erhielt aber stattdessen vom Besatzungsregime feindliche Eingriffe, Tötungen und Zerstörungen. Palästina versuchte nur, mit Israel im Kampf gegen den neuen Corona-Virus zu kooperieren. Zur Antwort auf das Ersuchen führte Israel „187 feindliche Eingriffe in den vergangenen Tagen durch, tötete drei Palästinenser und verwundete weitere 47“ in der 

besetzten Westbank und führte „188 Arretierungskampagnen“ durch. 

Er sagte, Israel habe den Palästinensern in Al-Quds in Ostjerusalem die notwendigen Gesundheitsdienste zur Bekämpfung von COVID-19 weggenommen und Nahrungsmittel konfisziert und öffentliche Plätze im östlichen Sektor der City von Desinfektionsmaßnahmen ausgeschlossen. Die COVID-19-Seuche, hervorgerufen durch einen neuen Corona-Virus wurde von wildlebenden Tieren auf Menschen in der chinesischen Stadt Wuhan gegen Ende des vergangenen Jahres übertragen. Sie hat sich inzwischen auf 210 Länder und Gebiete quer über den Globus ausgebreitet, bis jetzt mehr als 1,956.450 Menschen infiziert und 123.480 getötet. 

Quelle:

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(Übers.: Gerhilde Merz)