Palestine Update Nr. 358 – Christen in Sri Lanka in Solidarität – 25.4.2020

Palestine Update Nr. 358 – Christen in Sri Lanka in Solidarität – 25.4.2020

*Christen in Sri Lanka in Solidarität mit dem Volk von Palästina*

100 Christen in Sri Lanka trafen sich mit der einstimmigen Forderung an die Regierung von Israel, das palästinensische Volk mit Würde und Gerechtigkeit an diesem kritischen Wendepunkt in der Geschichte zu behandeln, während sich der erschütternde COVID-19 quer über Gaza und die Westbank ausbreitet. 

Während des Solidaritätstreffens der Christen von Sri Lanka mit dem Volk von Palästina begrüßt die Gruppe die ursprüngliche Kooperation zwischen der Regierung von Israel und der PA (palästinensischen Autorität) bei der Erleichterung, gespendete Masken und medizinisches Material den Gesundheitseinrichtungen in Palästina zuzuführen. Außerdem fordert sie sowohl die Regierung Israels wie auch die PA auf, zu einer Vereinbarung zur Zusammenarbeit zu kommen, um den COVID-19 komplett aus ihren jeweiligen Administrationszonen auszumerzen.  

Der nachstehend übernommene volle Text des an den Premierminister des Staates Israel adressierten Briefes vom 23.4.2020 befindet sich in

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„Hon. Benjamin Netanyahu, Prime Minister, State of Israel

Christen von Sri Lanka in Solidarität mit dem Volk von Palästina

Als eine Gruppe von Christen aus Sri Lanka in Solidarität mit dem Volk von Palästina sind wir zutiefst betroffen über die erschütternde Verbreitung von COVID-19 quer über Gaza und die Westbank; Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Briefes berichtet die WHO (World Health Organisation) über 474 bestätigte Fälle in Palästina. Daher ersuchen wir die Regierung von Israel, das palästinensische Volk mit Würde und Gerechtigkeit an diesem kritischen Punkt in der Geschichte zu behandeln.

Wir begrüßen die anfängliche Zusammenarbeit zwischen der Regierung Israels und der Palästinensischen Autorität bei der Erleichterung, gespendete Masken und medizinisches Material zu den Gesundheitseinrichtungen in Palästina zu bringen. Außerdem rufen wir beide, die Regierung Israels und die Palästinensische Autorität auf, zu einer Vereinbarung zur  gemeinsamen Arbeit zur vollständigen Ausrottung des COVID-19 in den jeweiligen Administrationszonen zu kommen. Jedoch schwächen die lange währenden Einschränkungen des besetzten Palästina durch die israelische Regierung die Fähigkeit des palästinensischen Systems, wirksam auf diesen tödlichen Virus zu antworten. Außerdem musste – als Ergebnis der 50jährigen militärischen Okkupation – die Infrastruktur der Gesundheitsvorsorge in der Westbank und speziell in Gaza schon lange vor dem Ausbruch dieser globalen Pandemie kämpfen. Zurzeit hat Gaza mit einer Bevölkerung von mehr als 2 Millionen nur 78 Betten für Intensivpflege und 63 Ventilatoren.

Im Lichte der Gesundheitskrise der Bevölkerung von Palästina fordern wir die Regierung Israels auf, …

+ die Verfügbarkeit und den Zugang zu Nahrungsmitteln, Wasser und Medikamenten für alle zu sichern.

+ gleichmäßige Verteilung von Testing-Geräten für jüdische und palästinensische Gebiete in Jerusalem zu ermöglichen.

+ die uneingeschränkte Bewegung von medizinischer Versorgung und Personal für die Gesundheitsvorsorge, um COVID-Testing und -Behandlung in Palästina auf hohen Stand zu bringen, besonders in Hinblick auf die Rückkehr von palästinensischen Arbeitern, die den Ramadan mit ihren Familien verbringen können sollen. 

+ sicher zu stellen, dass alle israelischen Checkpoints sich die WHO-Empfehlungen für Gesundheit und Hygiene zu eigen machen: regelmäßiges Desinfizieren von Oberflächen und für die Menschen zugänglichen Arealen, körperliches Abstandhalten von Personen.

+ sicher zu stellen, dass den palästinensischen Gefangenen im überfüllten Militärgefängnis-System entsprechende Vorbeugemaßnahmen (Schutz und Hygiene) geboten werden.

+ alle gefangenen Kinder nach entsprechendem Testing zu entlassen, um eine durchdringende Verbreitung des Virus innerhalb der israelischen Gefängnisse und Anhaltezentren zu vermeiden.

+ mit sofortiger Wirkung die Zerstörung und Enteignung von Eigentum in der Westbank einzustellen, um die Ausdehnung der humanitären Krise abzuwenden. 

Wir als Christen aus Sri Lanka in Solidarität mit dem palästinensischen Volk dringen darauf, dass die Regierung von Israel das Bemühen um globale Gesundheit im Kampf gegen COVID-19 nicht unterminiert, sondern sich ehestens der humanitären Nöte der in Gaza und der Westbank lebenden Palästinenser helfend annimmt.“      

Anm. der Übersetzerin: Einige LeserInnen dieser Zeilen kommen häufig in die Lage, an prominente Personen unterstützende Bittbriefe zu schreiben. Vielleicht kann dieser Brief als Vorlage für eigenes Weiterdenken helfen. Ich würde mich freuen!      Gerhilde Merz