Summud ist, was wir tun – Rebellion ist Hoffnung

Palestine Update Nr 179 – 16. Okt.2018 –

Kommentar

Summud ist, was wir tun – Rebellion (Empörung) ist Hoffnung

Palestine Updates versucht nicht, nur ein neutraler Übermittler von Informationen und Analyse von dem, was den Palästinensern gerade passiert, zu sein. Seine Perspektive wurzelt in der Suche nach Gerechtigkeit in Palästina. Es weist den schalen Frieden zurück, der in einer oft vorgeschlagenen Romantik begründet ist. ‚Harmonie‘ von Anhängern einer neutralen Einstellung, die meint, dass bereits die schweigenden Kanonen und deren Ersatz durch eine Friedhofsruhe Frieden ist. Zu viele Leute sind doch im Laufe des Kampfes um Freiheit und Gerechtigkeit gestorben. Andere leiden akut in verschiedener Weise. Solche Opfer können nicht auf der Servierplatte an skrupellose und unredliche Verhandler wie Kushner und Trump ausgeliefert werden, damit diese sie durch irreführende Händel ignorieren.

Die Sehnsucht der Palästinenser ist durch Rev. Mitri Raheb kurz so ausgedrückt:

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Er sagt: „Die Situation mag hoffnungslos erscheinen, wo doch kein Ende der Okkupation in Sicht ist. Wenn wir aber nahe hinzuschauen, können wir bereits die Sprünge in der Mauer sehen. Die Apartheid wird fallen“. Es ist dieses beständige Dranbleiben, begleitet von Mut und Trotz gegen das, was das Wahrscheinliche zu sein scheint, das die bald heraufdämmernde Freiheit für die Palästinenser garantiert. Das Wort „Summud“ enthält alles, worüber  Rev. Mitri in seinen zahlreichen Reden, Predigten und Büchern während all dieser Jahre gesprochen hat.

Wir reproduzieren eine versuchte Definition des Wortes „Summud“ (aus Quellen von Wikipedia) – Facebook Link =870af47544&e= : „steadfastness“ bedeutet „Beständigkeit“ oder „beständiges Dranbleiben“ und ist ein ideologisches Thema und eine politische Strategie, die zuerst unter dem palästinensischen Volk durch die Erfahrung der Dialektik der Unterdrückung und des Widerstands im Ausbrechen des Sechs-Tage-Krieges 1967 aufgetaucht ist…“ Diejenigen, die standfest sind, das sind jene, die „Sumud*)“ zeigen; sie werden als „samidim“ angesprochen … Seit 1967 haben die Palästinenser unterschieden zwischen zwei Formen des Sumud. Die erste, statischer Sumud ist mehr passiv und wird von Ibrahim Dhahak definiert als „das Festhalten der Palästinenser an ihrem Land“ – Facebook Link =ccb4730f74&e=.  Die zweite, Widerstands-Sumud (arabisch „sumud muqawim“) ist eine dynamischere Ideologie, deren Ziel ist, Wege für die Ausbildung alternativer Institutionen zu suchen, um der israelischen Okkupation der palästinensischen Territorien

zu widerstehen und sie zu unterminieren.

*) Im vorliegenden Text kommt „Sumud“ und Summud vor, wohl als Folge des arabischen Urtexts.

Erhebungen der Palästinenser während der letzten sieben Jahrzehnte gegen zionistische Unterdrückung, die besonders (aber nicht nur) mit den Intifadas begonnen haben, und die verschiedenen Manifestationen in Kunst, Musik, Tanz, Drama, Theater, kreativen Filmen, Grafities, alternativem/Gerechtigkeits-Tourismus, BDS, kulturellem und akademischem Boykott, Olivenpflücken und -Pflanzen haben alle dazu gedient, die palästinensische Hoffnung lebendig zu halten und die globale Solidarität am Wachsen. Dem kolonialistischen Regime in Tel Aviv bedeutet dies Unruhe und Rebellion zu erzeugen. Aber in Situationen der Unterdrückung ist Rebellion wohl die einzige Hoffnung, an die man sich halten muss.

Ranjan Solomon

Jerusalem – Was geschieht für den Frieden?

Die vor kurzem eingeleitete Übersiedlung der amerikanischen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem hat das Gespräch verändert. Historische Verpflichtungen für Jerusalem als einer (Haupt)stadt für zwei Völker und drei Religionen sind bedroht, gleichzeitig mit der Hoffnung auf Frieden. Während die Bedeutung der Stadt für die Juden nicht in Frage gestellt wird, wird ihre Wichtigkeit für Christen und Muslime, und besonders für Christen übersehen. Für gläubige Menschen, und für solche, denen der Frieden im Mittleren Osten ein Anliegen ist, ist ein inklusives Jerusalem ein MUSS. So: Was müssen wir verstehen von den derzeitigen politischen Realitäten in Jerusalem, den Verwicklungen in den theologischen Rahmenbedingungen der Stadt und den derzeitigen USA und (deren) Außenpolitik?

Die Konferenz von Jerusalem ist teilweise eine Weiterführung des Atlanta-Gipfels im Carter-Zentrum, zu dem Präsident Carter 2016 eingeladen hatte; dort wurden Schlüssel-Repräsentanten von 26 Denominationen wie auch zahlreicher Organisationen auf Glaubensbasis zusammengebracht, die in Richtung auf einen gerechten Frieden in Israel/Palästina arbeiten. Diese eintägige Konferenz zeigt eine Darstellung von Jerusalem zu diesem Zeitpunkt als Schlüssel zu einem Frieden im Mittleren Osten. Gemeinsam wollen wir konkrete Schritte und Ziele in Richtung auf die Vision eines inklusiven, unterschiedlichen und gerechten Jerusalem identifizieren.

Mitri Raheb führt an, was die Herausforderung ist für Menschen unserer Generation: „Unser Ziel ist, dass unser Volk, das die Sterne bewundert, das wagt hinaufzublicken und zu träumen, und an Ziele zu glauben, die wert sind, sich dafür einzusetzen, eine neue Empfindung für Hoffnung, Gemeinschaft, Schönheit und Glauben  entwickelt“. Darum ist es die Hoffnung, für die wir als die „Hellen Sterne von Bethlehem“ etwas tun!

(Facebook Link =35e10940ef&e=)

 

Hamas: Frieden wird nicht durch einen diplomatischen Pricetag kommen

Der Hamasführer Ismail Haniyeh sagte, dass die Terrororganisation an einem Friedensabkommen mit Israel interessiert ist, aber nur, wenn man von Hamas nicht einen diplomatischen Kompromiss verlangt. Kein Übereinkommen wird aus einem diplomatischen „Pricetag“ kommen, es wird nicht Teil des „Deal des Jahrhunderts“ sein, und es wird nicht auf Kosten der Einheit zwischen Westbank und Gaza geschehen. Haniyeh forderte auch die arabische und islamische Nation auf, die Stellung der „Palästinensischen Nation“ zu stärken und ihre „nationalen Rechte“ zu schützen. „Hamas“ betonte er ganz stark, „wird dem Deal des Jahrhunderts nicht zustimmen, und die Strategie der Organisation enthält auch die Bekämpfung der Okkupation auf jede Weise und ermutigt die ‚palästinensische Gemeinschaft‘ weltweit in Aktion zu treten.

Lesen Sie Details in „Israel National News“ (Facebook Link =5e3b2da8f3&e= )

„Worte über Mauern“

(Ich bin) nur ein Mann aus Australien, der die Wahrheit sehen wollte; daher ging ich nach Palästina und war entsetzt über die eklatante Misshandlung von Palästinensern durch Israel im Gegensatz zur liebevollen und herzlichen Begrüßung durch das palästinensische Volk“, sagte der Aktivist Robert Martin. „Alles, was ich gelesen hatte, ist falsch, die Medien haben gelogen und ich war erschüttert, dass ich das geglaubt hatte!“.

Am Morgen des 10. Oktobers 2018 sandten zehn Aktivisten von rund um die Welt Unterstützungsbotschaften für den Großen Rückkehrmarsch am Ostrand des Gazastreifens via Skype als Teil einer „virtuellen Rally“ unter dem Titel „Worte über Mauern“. Die Sprecher riefen aus so unterschiedlichen Ländern wie USA, UK, Brasilien, Südafrika und Norwegen. Sie drückten Solidarität für die Marschierenden, ihre Taktik und ihre Ziele aus. Der Musiker und Komponist Mike Farah sang ein spezielles Lied über das Rückkehrrecht der Palästinenser. Der Autor Mike Peled stellte fest: „Alle Leute, die ein Gewissen haben, alle Leute, die ein Herz haben, müssen – unabhängig von ihrer Nationalität oder Religion – dem tapferen Volk von Gaza zur Seite stehen und ihre Forderung unterstützen, frei zu sein und in ihr Land und in ihre Heimat in Palästina zurückzukehren zu dürfen.. Die Belagerung von Gaza muss abgebrochen werden und die Gefängnismauern, die Gaza umgeben, müssen fallen. Palästina muss frei sein“, sagte der Autor Mike Peled (Sohn des israelischen Generals). Zusätzlich kam eine Gruppe von anti-zionistischen Israelis nahe an den Zaun heran, um ihre Solidarität mit dem Großen Rückkehrmarsch zu bekunden. Sie trafen und sprachen mit palästinensischen Aktivisten – wurden jedoch durch den israelischen Belagerungszaun und die israelischen Besatzungskräfte abgedrängt, die sie zwangen wegzugehen.

Quelle „internationales Mittelost-Media-Zentrum“. Facebook Link =303cdd8898&e=        

Netanyahu droht, Grenzaufstände zu zügeln

Israel „nahe an harten Maßnahmen, nachdem am Wochenende tödliche Umtriebe und Brüche des Sperrzaunes geschehen sind“

Israels Premierminister Benjamin Netanyahu hat eine vernichtende Warnung an die palästinensische „Terror“gruppe Hamas erlassen, in der vorgegeben wird, dass Israel am Rande einer ausgedehnten Militäroffensive stehen könnte, wenn gewaltsame Umtriebe am Israel/Gaza-Grenzzaun nicht aufhören. Zunehmende Grenzspannungen gipfelten in starken Umtrieben am Zaun, der Israel von Gaza trennt. Sieben Palästinenser wurden getötet, davon drei, die während der chaotischen Begegnungen den Grenzzaun durchbrachen. „Hamas hat die Botschaft nicht verstanden“, erklärte Netanyahu den Ministern und Berichterstattern am Beginn der wöchentlich stattfindenden Kabinettsitzung in Jerusalem. „Wenn sie mit ihren Angriffen nicht aufhören, wird man sie auf andere Weise stoppen, die schmerzhaft sein werden. Sehr schmerzhaft“, setzte er hinzu und schlug vor, dass Israel sich auf dem Sprunge zu einer kompletten militärischen Operation gegen die Regierenden von Gaza befände.

Quelle: Facebook Link =e270dbdadb&e=

Lesen Sie auch: Facebook Link =10f60cae36&e=

Siedler toben sich aus mit Ausreißen von Olivenbäumen und Weinreben

Israelische Siedler rissen Dutzende Olivensetzlinge  aus und stahlen die Olivenernte aus palästinensischen Ländereien im Dorf Tell im Distrikt von Nablus im nördlichen Teil der besetzten Westbank. Israelische Siedler stürmten die Gründe des Dorfes Tell und rissen mehr als 50 Oliven-Jungpflanzen und -bäume aus; auch stahlen sie die Olivenernte von mehr als 50 Bäumen. Die Siedler, die die Olivenbäume ausrissen, kamen aus der nahe gelegenen illegalen Siedlung Havat Gilad.

In einem anderen Bericht lesen wir: „Israelische Siedler hackten hunderte, den Palästinensern gehörende Olivenbäume und Weinstöcke nieder. .. Israelische Siedler aus der illegalen israelischen Siedlung Efrat vernichteten mit Säge und Hacke ungefähr 370 Weinstöcke und 30 Olivenbäume nahe dem Dorf AL-Khader. Die israelischen Siedlerattacken auf palästinensisches Land nehmen zu. Die Olivenindustrie ist die Lebensgrundlage von rund 80.000 Familien in der besetzten Westbank. Seit 1967 wurden in der besetzten Westbank annähernd 800.000 Olivenbäume ausgerissen, steht in einem gemeinsamen Bericht der PA (Palestinian Authority) und dem „Applied Research Institute“ (befasstem Forschungsinstitut) in Jerusalem. Für hunderte palästinensische Familien sind die Olivenbäume die Haupt-Einnahmequelle, wenn aber die Erntezeit näherkommt, greifen israelische Siedler die palästinensischen Ländereien an und verursachen schwere wirtschaftliche Schäden.

Lesen Sie Details in den folgenden Maaan-Quellen: Facebook Link =80be7b89c&e= ;

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Artikel:

Die Kunst des „Kein Mittelost-Deal“: Auf das nächste Jahr warten?

Aus Trumps „Deal des Jahrhunderts“, um eine Vereinbarung zwischen Israelis und Palästinensern zu basteln, ist zu nichts geworden. Zwei Gründe – (1.) Was aus diesem Unterfangen herauskommt, wird kein „Deal“ sein. Die Palästinenser haben sich geweigert zu verhandeln. Denn es wäre Betrug, dem Geschmack Israels zu gefallen. (2.) Das Weiße Haus wird nicht viel mehr tun als den Status Quo zu erhalten. „Es wird ein Waffenstillstand sein, kein Friedensplan, selbst dann, wenn die Vereinigten Staaten und Israel die Palästinenser so weit bringen sollten mitzumachen“, stellte Richard Falk, international bekannter Rechtsanwalt fest.

Trump trat während der letzten UNO-Generalversammlung einen großen Schritt zurück von seinem „Deal aller Deals“. Wir werden der Welt unseren Plan „im Laufe der nächsten zwei oder drei oder vier Monate“ zeigen. Klar, die Administration hat bis jetzt wenig Zulauf von irgendeiner arabischen Nation, geschweige denn den Palästinensern. Das Weiße Haus hat jetzt schlechte Karten: Es bietet einen Plan an, der die Selbstbestimmung der Palästinenser austauschen möchte gegen wirtschaftliche Hilfe und das Versprechen von Wohlstand. In anderen Worten, übergebt uns eure Prinzipien, und wir werden euch dafür bezahlen. Facebook Link: =202e18227e&e=

(Übersetzt: Gerhilde Merz)  

 Die Auswertung von „Jerusalem: Was geschieht für den Frieden?“ ist der Inhalt von Update 180