Unrichtige Pro-Israel Berichte über die Okkupation sind (oft) Rassismus und Lügen

Palestine Update Nr. 115, 19.2.2018 – Pro-Israel Berichterstattung

Meinung

Unrichtige Pro-Israel Berichte über die Okkupation sind (oft) Rassismus und Lügen

Ray Hanania ist ein preisgekrönter amerikanisch-arabischer Journalist und Autor. Er lebt in Chicago. Sein Vater kommt aus Jerusalem, seine Mutter aus Bethlehem. Er ist Christ, seine Frau Alison, Jüdin. Er ist Chef-Herausgeber von The Arab Daily News (https://facebook.us14.list-manage.com/track/click?u=70813d3d15ac466375282781b8e&id=cf81eba725&e=267525e738) In diesem Artikel (siehe unten) beschreibt Hanaia, wie voreingenommene Nachrichten-Medien zu Komplizen werden, indem sie der israelischen Regierung erlauben, einige Wahrheiten zu verbergen und andere zu übertreiben in der Richtung, dass man die palästinensischen Opfer von Siedlern und  Sicherheitskräften als „Terroristen in der ganzen Welt“ ansehen müsse.

Von westlichen Zionisten kontrollierte Medien sind voll rassistisch. Sie überleben, indem sie ihren Spielführern mit einem gemeinsamen Niedermachen der arabischen Völker gefallen. Israel unterstützen heißt bestätigen, dass Blut dicker ist als Wasser, und die rassistischen Medien werden den rassistisch-kolonialistischen Stamm unterstützen, bis der Tod ihn hinwegrafft. Primär postulieren sie, dass die Palästinenser die Übeltäter sind, obwohl sie sich in der Tat im Widerstand gegen einen Tyrannen befinden. Es liegt in der Natur des Untiers in den Medien, seitwärts vorbei an der Wahrheit zu vertrauen und stattdessen schamlos Hass und Falschinformation zu verbreiten.

Bedankt seien die sozialen Medien dafür, dass sie alternative Perspektiven anbieten und die Narrativen des  Mainstream herausfordern. Die grauslichen Neuigkeiten, die die Mainstream-Quellen ausspucken, arbeiten schrittweise gegen die zionistischen Unternehmen. Das, was wie Wahrheit ausschauen soll, schaut mehr und mehr verkehrt aus. Die Leute haben sich hinüber bewegt zu den sozialen Medienquellen, die „die seltener gesagten Wahrheiten“ anbieten als ihre Quelle der Wahrheit über zionistische Übeltaten und berechtigte Forderungen und Widerstandsmuster der Palästinenser.

Ray Hanania’s „Israels Krieg gegen die Palästinenser ist ein Krieg gegen Tatsachen“ analysiert die Trends und auftauchenden Veränderungen.

Ranjan Solomon

 

Israels Krieg gegen Palästinenser ist ein Krieg gegen Fakten

Für die Welt war Ahmad Jarrar ein „Terrorist“, der den „unschuldigen“ Rabbi Raziel Shevach im vergangenen Monat in der Nähe seiner Siedlung außerhalb von Nablus ermordet hat. In den israelischen und amerikanischen Nachrichtensendungen erinnerte man sich an Shevach als an einen „gutherzigen Familienmann“ und den „Vater von sechs Kindern“, der ruhig in seinem Haus in der israelischen Siedlung Havat Gilad lebte.

Was sie uns aber nicht erzählen, ist, dass Shevach für eine Hassbewegung steht, die sich in der besetzten Westbank durch illegal auf den von den Palästinensern gestohlenem Land gebauten Siedlungen ausbreitet. Man erinnert sich an Shevach als den Führer der israelischen Siedlerbewegung, die für die Zerstörung von Millionen Dunum Bauernland verantwortlich ist, das von den palästinensischen Zivilpersonen gewaltsam konfisziert – gestohlen – wurde.

Viele Siedler sind schwer bewaffnet und dürfen automatische Waffen tragen. Wenn israelische Siedler

Palästinenser töten, die gegen den Diebstahl ihres Farmlandes – auch friedlich – protestieren, werden die Siedler von der israelischen Regierung, israelischen Medien und einigen amerikanischen Nachrichtenstationen als Helden gefeiert. Die Palästinenser, die sie ermordet haben, werden als „Terroristen“, „Judenhasser“, „Antisemiten“ und „Friedensbekämpfer“ dämonisiert.

Aber außerhalb von den schiefen, pro-israelischen Zeitungsberichten lauert eine hässliche Wahrheit über die Siedler, die Regierung Israels und die schrägen Nachrichtensender. Sie lügen, um ihre eigenen Verbrechen zuzudecken. Sie haben nicht gesagt, dass Jarrar, der 22jährige, den man für die Tötung von Shevach angeklagt hat, im Jahr 2000 zur Waise wurde, weil Israel seinen Vater ermordete. Und ganz sicher haben sie euch nicht gesagt, dass man israelischen Soldaten in den Wochen nach Shevach‘s Tod die Erlaubnis gegeben hat, jeden zu überfallen, der ihnen während der Suche nach Shevach’s Mörder über den Weg laufen würde.

Die schiefen israelischen und amerikanischen Nachrichtensender haben euch nicht gesagt, dass Israels Regierung in der Vergangenheit mehrmals versucht hat, Jarrar umzubringen, und dass vielleicht – ich sage:  vielleicht – Jarrar auf deren Gewalt gegen ihn reagierte, als er Shevach tötete, und alles das ist grauslich in der israelischen Politik in der Westbank,

Ich unterstütze Gewalt nicht. Ich unterstütze kein Töten, keinen Mord. Ich unterstütze Gewaltlosigkeit. Aber ich fordere Genauigkeit und Verantwortlichkeit. Jarrar hätte man gefangen nehmen und vor Gericht bringen sollen; und ebenso hätte man gegen die Israelis vorgehen müssen, die seinen Vater getötet und die anderen palästinensischen Zivilisten ermordet haben – die israelischen Soldaten und die bewaffneten Siedler wie Shevach, die illegal in der besetzten Westbank leben.

Was mich ärgert, ist, wie leicht Israel Tatsachen verbirgt und andere übertreibt, und dass die israelische und die amerikanische Nachrichten-Übermittlung mitschuldig ist an dieser schiefen Berichterstattung.

War Shevach beteiligt an der Ausdehnung der israelischen Siedlungen auf dem Land, das man palästinensischen Zivilpersonen gestohlen hat? Man hätte ihn zur Verantwortung ziehen müssen, nicht umbringen. Aber Israel zieht seine „besonderen“ Bürger nicht zur Verantwortung, wie wir es in wiederholten Fällen gesehen haben, wo israelische Soldaten palästinensische Zivilpersonen ermordeten; und nur wenige wurden weggezerrt, wenn sie vom Video eingefangen wurden.

Israelis fragen mich auf Twitter, wieso ich keine Menschlichkeit zeige, wenn ich den Mord an Shevach hinterfrage. Aber ich frage zurück, beweisen sie Menschlichkeit, wenn sie den Mord von palästinensischen Bürgern ignorieren?  Während der letzten paar Monate wurden viele Palästinenser während israelischer Überfälle in palästinensischen Städten, Dörfern und Kleinstädten getötet. Und trotzdem sehen die Israelis keine Verantwortung, nur die Propagandapresse bringt die Beteuerung der Regierung, dass die Opfer Terroristen waren.

Es gibt kein „habeas corpus“ (ein gerichtlicher Terminus für die Forderung der demokratischen Rechtsprechung, dass Verdächtige öffentlich vor einen Richter gebracht werden müssen, um ihren Klägern gegenüber gestellt zu werden. Sie müssen ihre eigenen unabhängigen Rechtsanwälte erhalten, wenn sie mit Anklagen konfrontiert werden.) Indem sie dieses verweigert, kann die Regierung Israels von jedem Palästinenser fälschlicher Weise behaupten, dass sie einen „Terroristen“ tötet.

Schlimmer, denn Palästinenser und Araber haben im Westen keine wirkliche Öffentlichkeitsarbeit für Kampagnen, um sich gegen die israelische Propaganda stark zu machen – viele Menschen akzeptieren einfach das Wort der israelischen Regierung ohne es zu hinterfragen.

Es tut mir leid für den getöteten Rabbi und ich drücke der Familie mein Beileid aus. Sie wurden der Gehirnwäsche unterzogen zu glauben, dass die Unterdrückung von christlichen und muslimischen Palästinensern und der Diebstahl ihres Landes für rassistische „nur für Juden“-Siedlungen eine akzeptierbare Lebensart ist. Ist sie nicht!

Die wirklichen Opfer sind die Palästinenser, die diesem Übel der Unterdrückung durch israelische Siedler ohne Stimme gegenüberstehen, ohne Zugang zu gesetzlichen Regeln, und mit wenig Hoffnung auf Veränderungen der Politik Israels.

Ray Hanania ist preisgekrönter palästinensisch-amerikanischer Kolumnist. Schicken Sie ihm eine Botschaft unter rghanania@gmail.com (mailto:rghanania@gmail.com) oder Twitter: @rayhanania

 

Übers.: Gerhilde Merz