Von den Nachwirkungen von Trump‘s politisch chaotischer Entscheidung

Palestine Update Nr. 94 – Spezialausgabe

Von den Nachwirkungen von Trump‘s politisch chaotischer Entscheidung

Dieses ist eine Spezialausgabe der Palestine Updates nur mit einer Reflexion von Mitri Raheb. Dr. Mitri Raheb ist der Gründer und Präsident des Dar al-Kalima Universitäts-Kollegs für Kunst und Kultur in Bethlehem. Der zurzeit heute weit publizierte palästinensische Theologe Dr. Mitri Raheb hat 16 Bücher veröffentlicht. Seine Bücher und zahlreiche Artikel wurden bisher in 11 Sprachen übersetzt. Als sozialer Unternehmer hat Rev. Raheb verschiedene NGOs gegründet, darunter das Dar annadwa Kultur- und Konferenzzentrum, das Dar al-Kalima Universitätskolleg für Kunst und Kultur, sowie verschiedene zivilgesellschaftliche Initiativen auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene.

Meine theologische Reflexion zu Trump‘s Rede“ von Rev. Dr. Mitri Raheb

Die Weihnachtsgeschichte beginnt mit einem von Cäsar Augustus unterschriebenen kaiserlichen Dekret.

Als ich gestern abends die Rede von Präsident Trump im Fernsehen anhörte, konnte ich nicht umhin, an die sogenannte Balfour Deklaration zu denken, die vor 100 Jahren unterschrieben wurde und durch welche das Britische Imperium den europäischen Juden Palästina als ihre nationale Heimat versprach. Trump‘s Rede gestern war in der Tat wieder ein solches imperiales Dekret, mit dem er Jerusalem als die Hauptstadt von Israel anerkannte. Wieder und wieder werden wir, das Palästinensische Volk, auf dem Altar für imperiale Politik geopfert. In diesem Sinn ist für uns Palästinenser nichts neu. Neu allerdings ist zu sehen, dass eine Regierung der USA das Völkerrecht beiseiteschiebt und sich selbst von der größeren internationalen Gemeinschaft isoliert. Das ist nicht nur eine Enttäuschung für mehr als eine Milliarde Muslime, für die Jerusalem heilig ist, sondern auch ein Schlag ins Gesicht für eine sogar noch größere christliche Gemeinde, die sich an die Vision eines inklusiven Jerusalem halten, geteilt von zwei Völkern und drei Religionen.

Die Situation ist eine sehr flüchtige. Heute sind die ganze Westbank und Gaza im Streik. Auch unser Dar al-Kalima Universitätskolleg ist im Streik und wir mussten unsere für heute angesetzte Konferenz absagen. Die Palästinenser sind im Trauerzustand; sie betrauern die Gerechtigkeit, die zwischen den Verbindungen der Macht verloren gegangen ist. Und dennoch glauben wir nicht an Macht Cäsars sondern an die Macht Christi, der in Bethlehem unter Besatzung geboren und in Jerusalem von römischen Autoritäten gekreuzigt wurde. Die meisten Cäsaren haben nur Blutvergießen, Zerstörung und Feindseligkeit nach Jerusalem gebracht, weil sie nicht in der Lage waren zu realisieren, „was dem Frieden hilft“.  Kein Dekret wird uns von der Arbeit für einen gerechten Frieden in Jerusalem trennen. Wir werden fortfahren, die nächste Generation von kreativen Führungskräften für Jerusalem heranzuziehen und Hoffnung für ganz Palästina zu säen. Das ist das Vermächtnis Christi in diesem Land und wir sind dazu bestimmt, es am Leben zu erhalten.

Wir fordern unsere FreundInnen auf für uns zu beten, unsere MitarbeiterInnen, unsere LehrerInnen, StudentInnen und deren Familien. Wir fordern unsere PartnerInnen auf, ihre prophetische Stimme für politische Anwaltschaft zu erheben. Wir fordern unsere UnterstützerInnen auf, weiterhin an die „kleine Stadt“ zu denken, nicht nur wegen Weihnachten, sondern speziell in Zeiten wie diesen.“

Wir haben auch ein sehr kräftiges Wort von Erzbischof em. Desmond Tutu hinzugefügt, dessen Reden immer mit Kraft und Überzeugung vollgepackt sind, und die uns als Christen und Christinnen herausfordern, mehr zu tun.

„Jene, die göttliche Rechte für sich aus dem physischen Eigentum auf Erden für sich fordern, sind falsche Propheten. Gott unterscheidet nicht zwischen Christen, Muslimen, Juden, Hindus, Buddhisten, Taoisten, Atheisten – oder irgendwelchen anderen Menschen. Wenn Gottes Kinder Fehler machen, schreitet Gott nicht direkt ein, weil Gott uns vorprogrammiert hat mit den kostbaren Geschenken zu lieben, zu realisieren und richtig und falsch zu unterscheiden. Es ist unsere Verantwortung, diese Geschenke zu nutzen.

Gott weint über Präsident Donald Trumps hetzerische und diskriminierende Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt von Israel. Es ist unsere Verantwortung, Mr. Trump zu sagen, dass er falsch liegt.

Ich fordere Sie daher auf, im Hinblick auf einen gerechten Frieden den jetzigen Status von Jerusalem nicht verändern zu wollen.“

Zehn Kommentare und Analysen als Nachwirkung der Entscheidung von Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen.

Alle finden Sie leicht in http://facebook.us14.list-manage.com/track/click?u=70813d3d15ac4637582781b8e&id=44331f23a7&e=267525e738

und Umfeld.

1, Trump und Jerusalem: Das Ende der Mittelost-„Friedens“-Charade

 

  1. Gewalt bricht aus in der Westbank, nachdem Donald Trump Jerusalem als Hauptstadt

Israels anerkennt; Protestierer in Gaza verbrennen US-Flaggen.

 

  1. Mustafa Barghouti: Ungleich der Botschaft der USA sind die Palästinenser nicht zum

Umzug bereit.

 

  1. Ägyptens Kino-Syndikat fordert Boykott von US-Filmen.

 

  1. Belgien fordert EU auf, eine „aktivere Rolle“ beim Thema Jerusalem einzunehmen.

 

  1. Israelische Aktivisten und Ex-Diplomaten warnen vor Jerusalem-Entscheidung der USA.

 

  1. David Pratt: Donald Trump hat mit seiner Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels

anzuerkennen, ein Zündholz unter dem Pulverfass Israel/Palästina angezündet.

 

  1. Ein vergiftetes Geschenk

 

  1. Jordanien durch Trumps Entscheidung über Jerusalem „gedemütigt“.

 

  1. Mikdad: Zusammenstoß der Golfstaaten mit Israels Selbstdarstellung und Versuchen,

Syrien zu schwächen, halfen Trump zu seiner Entscheidung bezüglich Jerusalem.

 

Übersetzungen: GerhildeMerz