*Warum afrikanische Solidarität mehr bedeutet als westliche Vorschläge*

PaPalestine Update Nr. 263 – 9.7.19 – Warum afrikanische Solidarität …
Meinung

*Warum afrikanische Solidarität mehr bedeutet als westliche Vorschläge*
Es gibt einen Mythos, der herumgeht, dem entsprechend westliche Solidarität mehr wert ist in den Kampagnen für Gerechtigkeit in Palästina. Ein Rundumblick über die Muster der Stimmgebung in den Vereinten Nationen zeigt, dass Palästina die meisten Stimmen in entscheidenden Angelegenheiten von Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und dem Mittleren Osten erhalten hat. Nicht von Europa, Kanada und den USA, die dazu neigen, dagegen zu stimmen oder sich zu enthalten, und in seltenen Fällen, Palästina zu unterstützen.

In nackten Zahlen ausgedrückt dominiert Afrika die Stimmen der Dritten Welt und ist bekannt für seine Konsistenz an pro-Palästina Stimmen. Warum also wird die Region nicht beachtet und nicht wertgeschätzt als eine, deren Bewohnerschaft in der globalen Strategie für Palästina wichtig ist?

Während der Kolonialzeit flohen die europäischen Kolonisten wegen der Wildheit des Widerstands. Kenia war ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie die Mau Mau Bewegung den „weißen Mann“ in einer schnellen Operation aus dem Land vertrieb, bei der viele britische Kolonisten getötet wurden. Es ist eine andere Sache, dass die fliehenden Kolonisten jetzt zurückgekommen sind, um Afrika wirtschaftlich neu zu kolonisieren und ihre Raub- und Beutezüge in anderen Formen wieder anzufangen. Sie haben mit Erfolg ethnische Kriege geschaffen und Kriege benutzt, um enorm reiche Mineralien direkt unter der Oberfläche des Landes auszugraben, in dem Bürgerkriege wüten, nachdem sie von verbündeten Kräften durch deren versklavte Regierungen technisch manipuliert worden waren. Sie tun das, indem sie eine Seite oder die andere des Konflikts mit Waffen und Fonds für den Krieg unterstützen – während sie still und leise Mineralien, Gold, Diamanten und andere wertvolle Bodenschätze ausbuddeln. Aber das ist eine andere Geschichte.

Was jetzt von Bedeutung ist, sind die Lektionen aus der Geschichte, die Palästina von den afrikanischen Freiheitskämpfern lernen muss, die furchtlos gekämpft haben, um ihre Freiheit von der Marter durch die Kolonisten zu erlangen. Unbeschränkter Widerstand und eine vereinteFront definierte den Geist des anti-kolonialistischen Kampfes in Afrika. Afrika lernte durch seine eigene Erfahrung, was koloniale Unterwerfung bedeutete. Darum haben große afrikanische Führer sich in der Geschichte an die Seite Palästinas gestellt und dem Recht der Palästinenser zugestimmt, ihre Freiheit zu fordern – ohne Rücksicht auf die Methoden. Z.B.: Kenias Kampf um die Unabhängigkeit und Palästinas derzeitiger Befreiungskampf gleichen sich wie Spiegelbilder, wie Ramzy Baroud erklärte: „Wenn wir die Daten und Orte austauschen könnten und „Kenia“ durch „Palästina“ ersetzen würden, wäre es für mich, als würde ich meine eigene Geschichte lesen“. Das waren die heißesten Tage des bewaffneten Kampfes, nahezu durchgehend im Westen als brutal und böse verurteilt, wobei man die furchtbaren und erbarmungslosen Wege des Kolonialismus vergessen hat. Afrikaner haben sich erst im bewaffneten Kampf engagiert, als die koloniale Gewalt qualvoll wurde. Aber unser Lernprozess heute stammt davon, wie Afrika die Bedeutung des zivilen Widerstands und die Unvermeidbarkeit der Vergeltung verstand, wenn Kolonialmächte die schlimmsten Formen menschlicher Grausamkeit gegen die Kolonisierten anwandten.

Das wird sogar heute in Afrika verstanden, wenn sich Israel auf die barbarischsten Formen von Tötungen und alle anderen Formen des Missbrauchs von unbewaffneten zivilen Bevölkerungen in Palästina zurücklehnt; daher die feste Meinung: Afrika braucht kein Lobbying; es weiß Bescheid um Gerechtigkeit.

Israels rohe und schamlose Versuche, die koloniale Karte in Afrika auszuspielen, sind daran zu sehen, wie es mit zweifelhaften Vorwänden und Methoden Raum in der Afrikanischen Union sucht. Daraus ist nichts geworden – auf der ganzen Linie. Israel trifft auf Zurückweisung – außer diplomatische und normale Beziehungenwürden auf eine Beendigung der Okkupation folgen.

Die Palästinenser erkennen nicht leicht diese enormen Beiträge von Afrika, weil sie nicht ‚mit Geld aufgewogen‘ sind und die gemeinsam kontrollierenden westlichen Medien ziehen es vor, die „mit Opium gefüllten“ Hilfspakete der EU und der USA anzusprechen als das politische Gewicht der afrikanischen Solidarität. Letzteres lässt sich nicht in mageren Dollar-Beziehungen messen. Es ist ein Wert jenseits der Messbarkeit.

Nicht nur Afrika, sondern auch Asien, die Karibik, kleinere Pazifikinseln und Lateinamerika haben mehr als der reiche Westen getan, um die Sache Palästinas in der internationalen Arena führen. Die Zeit ist reif, um die Solidarität der Dritten Welt durch gegenseitige Solidarität zu ernten, indem das Empire (der Westen als Ganzes) herausgefordert wird, und neue Formen der politischen Einheit
Gebaut werden – die Einheit der unterdrückten Völker der Dritten Welt, zu denen die Palästinenser als wichtiger Teil gehören.

Schlussendlich ist Palästina wirklich die letzte Bastion des rassistisch-kolonialistischen Empires IsraelsKolonialismus muss durch Solidarität auf den „Level“ der Leute auf der ganzen Welt herunter gebracht werden. Indien hatte durch seine Zivilgesellschaft Erfolg, einen militärischen Vertrag und einen Vertrag mit der landwirtschaftlichen MNC (multinationalen Zusammenarbeit) mit Israel abzubrechen. Nicht viele Länder des Westens können mit ähnlichen Erfolgen der anti-kolonialistischen Mobilisierung aufwarten. Desinvestment und Boykotts haben Wert, aber der Fall
von Israels Apartheid muss jenem der Apartheid Afrikas gleichkommen. Die größten Opfer im Falle Südafrikas erbrachten afrikanische Länder, besonders jene im südlichen Afrika. So geht es weiter im Falle von Palästina. Es ist wichtig, dass die Palästinenser mehr Partnerschaft mit Afrika anstreben,und in der Tat, in der ganzen sogenannten Dritten Welt.

Ranjan Solomon

*Das noble Vermächtnis von Afrika & Palästina darf nie verraten werden*
Von Ramzy Baroud

*Dieser Artikel von Ramzy Baroud über seinen ersten Besuch in Afrika ist ein Augenöffner für die Notwendigkeiten, den Kontinent als Partner im Kampf um Freiheit und Gerechtigkeit in Palästina mitzunehmen.*

Europas „Balgerei um Afrika“ begann 1881 ernst zu werden, wurde aber nie beendet. Der Versuch,den Kontinent zu beherrschen mit alten und neuen Strategien, definiert die Beziehung des Westens mit diesem reichen Kontinent weiterhin.
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Diese Realität wurde mir weiter bestätigt, als ich am 23. Juni in Nairobi, Kenia, eintraf. Obwohl es mein Ziel war, verschiedene kenianische Hörergruppen an Universitäten, öffentlichen Foren und in Medien anzusprechen, kam ich auch um zu lernen. Kenia ist wie der Rest von Afrika eine Quelle der Inspiration für alle anti-kolonialen Befreiungsbewegungen weltweit. Wir Palästinenser können aus dem kenianischen Kampf eine Menge lernen. Facebook Link: =a33b4bb94f&e=

Obwohl afrikanische Länder tapfere Schlachten für ihre Freiheit gegen ihre Kolonisatoren aus dem Westen geschlagen haben, definiert ein Neokolonialismus heute die Beziehung zwischen vielen unabhängigen afrikanischen Ländern und ihren früheren Besetzern. Politische Einmischung, wirtschaftlicheKontrolle und zeitweise militärische Interventionen wie in den jüngeren Fällen
in Libyen (siehe Facebook Link: =858906cc04&e=)
und Mali (siehe Facebook Link: =c8c400630b&e=)
zeigen auf die unglückliche Wirklichkeit in Myriaden von Wegen, wie Afrika Geisel von westlichen Prioritäten,Interessen und Diktaten verbleibt.

Bei der unrühmlichen Berliner Konferenz von 1884 (siehe Facebook Link: =04c0abaa4e&e=versuchten westliche Kolonialstaaten unter den verschiedenen Mächten, die über die Größe von Afrika im Wettstreit lagen, zu vermitteln. Es wurde jedem ein Teil des afrikanischen Kontinents zugesprochen, als wäre Afrika das Eigentum des Westens und seiner weißen Kolonisten. Millionen Afrikaner starben in dieser in die Länge gezogenen, blutigen Episode, die vom Westen ausgelöst wurdeund seine genozidale Unterdrückung schamlos als ein Zivilisationsprojekt ausgab.

Wie die meisten kolonisierten Länder auf der südlichen Halbkugel schlugen die Afrikaner ungleiche Schlachten, um ihre wertvolle Freiheit zu gewinnen. Hier in Kenia, das 1920 eine offizielle britische Kolonie wurde (siehe Facebook Link: =69045599ef&e=) , erhoben sich die Freiheitskämpfer Kenias in Rebellion gegen die Brutalität ihrer Unterdrücker. Am bemerkenswertesten unter den Wider-standskampagnen bleibt die „Mau Mau“-Rebellion der 1950er ein starkes Beispiel für den Mut der Kenianer und die Grausamkeit des kolonialen Britanniens. Tausende Menschen wurden getötet,
verwundet, verschwanden oder wurden unter den schärfsten Bedingungen gefangen gehalten.
(Facebook Link: =9bc7043b42&e=)

Palästina(Facebook Link: =aadfb562f9&e=)
fiel unter britische Besetzung, das sogenannte britische Mandat, etwa in der Periode, als Kenia auch britische Kolonie wurde. Auch die Palästinenser kämpften und fielen zu Tausenden, als sie verschiedene Methoden von kollektivem Widerstand anwendeten, einschließlich dem legendären „Streik und Rebellion“ von 1936 (Facebook Link: =56f3304f18&e=) Die gleiche britische Tötungsmaschine, die zur ungefähr gleichen Zeit in Palästina und Kenia wütete, arbeitete mit dem gleichen Grad von sinnloser Gewalt gegen zahlreiche andere Nationen weltweit. Während Palästina (Facebook Link: =4df79da8fe&e=) der zionistischen Bewegung zur Einrichtung des Staates Israel im Mai 1948 übergeben wurde, erreichte Kenia seine Unabhängigkeit im Dezember 1963.

Während eines meiner jüngsten Gespräche in Nairobi wurde ich von einer jungen Teilnehmerin über „palästinensischen Terrorismus“ befragt. Ich sagte ihr, dass die palästinensischen Kämpfer heute Kenias „Mau Mau“-Rebellen von gestern sind. Also, wenn wir der westlichen und der israelischen Propaganda erlauben, den Diskurs über die nationale Befreiung über Palästina zu definieren, verurteilen wir alle nationalen Befreiungsbewegungen in der ganzen südlichen Hemisphäre, Kenias eigene Friedenskämpfer eingeschlossen. Wir Palästinenser müssen jedoch einen Teil der Schande auf uns nehmen, warum unsere Narrative als unterdrückte, kolonisierte und widerständige Nation jetzt in Teilen von Afrika missverstanden wird.

Als die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) ihren historischen Patzer beging, indem sie die Rechte der Palästinenser in Oslo 1993 absegnete (Facebook Link: =7506a9845d&e=) , trennte sie sich vom jahrzehntelangen Diskurs über Freiheit und Widerstand. Stattdessen unterschrieb sie einen ganz neuen Diskurs, der mit sorgfältig verwundener Sprache rätselhaft ausgeführt von Washington und seinen europäischen Alliierten abgesegnet wurde. Wann immer Palästinenser es wagten, von der ihnen zugeschriebenen Rolle abzuweichen, wurden sie ‚vom Westenbeauftragt, an den Verhandlungstisch zurückzukehren‘, weil das Letztere eine Metapher wurde für Gehorchen und Unterwerfung.

Während all dieser Jahre haben die Palästinenser größtenteils ihre viel sinnvolleren Allianzen in Afrika vernachlässigt. Stattdessen haben sie endlos an den guten Willen des Westens appelliert, in der Hoffnung, dass genau diese Kolonialkräfte, die zuerst Israel geschaffen, unterhalten und bewaffnet haben, auf wunderbarer Weise ausgeglichener und humaner gewordenwären.

Nichtsdestoweniger blieben Washington, London, Paris, Berlin usw. Israel verpflichtet trotz ihrer gelegentlichen freundschaftlichen Kritik der israelischen Regierung und fuhren fort … (Facebook Link: =692d0adec6&e=) ihre Waffen, Kampfflugzeuge und U-Boote an jede israelische Regierung zu liefern, die während der letzten sieben Jahrzehnte über Palästinenser regierte (Facebook Link: =8aa67f7c19&e= ).Alas, während die Palästinenser ihre schmerzliche Lektion lernten – oft betrogen von denen, die schworen, Demokratie und Menschenrechte zu respektieren – begannen viele afrikanische Nationen, in Israel einen möglichen Verbündeten zu sehen. Kenia ist leider eines dieser Länder.

Als Israels rechtslastiger Premierminister Benjamin Netanyahu die Bedeutung von Afrika in Bezug auf sein wirtschaftliches und politisches Potential verstand (Unterstützung für Israel in der UNO Generalversammlung), begann er sein eigenes „Balgen um Afrika“. Netanyahus diplomatische Eroberungen wurden von den israelischen Medien als „historisch“ gefeiert, während die palästinensische Führung unbeachtet blieb angesichts der sich rapid verändernden politischen Landschaft.

Kenia ist eine der Erfolgsgeschichten Israels.
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Im November 2017 nahm Netanyahu teil an der Inauguration des kenianischen Präsidenten (Facebook Link: =32ef62212b&e=)Uhuru Kenyatta, der vermutlich zu seinem Erstaunen 98 % der Wählerstimmen bei den letzten Wahlen gewann. (Facebook Link: =6f21f7d8ba&e= )
Während die Kenianer sich in Rebellion gegen ihre korrupten herrschenden Klassen erhoben, wurde Netanyahu gesehen, wie er Kenyatta als lieben Freund und Verbündeten umarmte. Netanyahus Strategie in Kenia – und dem Rest von Afrika – basierte auf der gleichen Logik, wo Israel seine Sicherheits-Technologie anzuwenden pflegte, um korrupte und undemokratische Regime im Austausch für deren politische Unterstützung zu unterstützen.

Tel Aviv hatte gehofft, dass der jemals erste Israel-Afrika-Gipfel in Togo eine komplette Paradigmen- Verschiebung in den Beziehungen zwischen Israelis und Afrikanern hervorbringen würde. Jedoch die Konferenz im Oktober 2017 wurde aufgrund des Druckes durch verschiedene afrikanische Länder, darunter Südafrika, niemals aktualisiert. (Facebook Link: =4da5457319&e= )
Es gibt auf dem Kontinent noch genug Unterstützung für Palästina, um israelische Listen zu erledigen.Aber das könnte bald zu Gunsten von Israel umschlagen, wenn die Palästinenser und ihre Verbündeten nicht zu der alarmierenden Realität aufwachen. Die palästinensische Führungsschicht, Intellektuelle,Künstler und die Botschafter der Zivilgesellschaft müssen ihre Aufmerksamkeit zurück in die südliche Hemisphäre – im besonderen Afrika – gleiten lassen und den unbeschädigten Reichtumeiner wahren, bedingungslosen menschlichen Solidarität wiederentdecken, der von den Völkern dieses
immer großzügigen Kontinents vorbereitet ist.

Der legendäre Friedenskämpfer von Tansania, Mwalimu Nyerere – der auch in Kenia gefeiert wird,wusste zu gut, wo seine Solidarität liegt. “Wir haben niemals gezögert mit unserer Unterstützung für das Recht des Volkes von Palästina, ihr eigenes Land zu haben“, sagte er einmal.
(Facebook Link: =01156f1144&e= ) Diese Ansicht wurde von der verstorbenen Führer-Ikone Süd- Afrikas, Nelson Mandela, wiederholt – und ebenso von vielen anderen afrikanischen Befreiungs- Führern. Die (neue) Generation von afrikanischen Führern sollte nicht abweichen dürfen von diesem edlen Erbe. Wenn sie es verraten, verraten sie sich selbst zugleich mit den rechtmäßigen Kämpfen ihrer eigenen Völker.

Ramzy Baroud ist Journalist, Autor und Herausgeber von „Palestine Chronicle“.
Sein neuestes Buch ist „The Last Earth: A Palestinian Story“ (Pluto Press, London). Baroud hat einen Ph.D. (Dr. der Philosophie) über Studien über Palästina der Universität Exeter erhalten und istGast-Gelehrteram Orfalea Center for Global and International Studies, University of Santa Barbara Website: www.ramzybaroud.net

Vom Klappentext des angeführten Buches: Gewöhnliche Palästinenser haben ihre eigene Geschichte selten erzählt. In diesem in die Tiefe gehenden Buch zeichnet Ramzy Baroud mit Hilfe dutzender Interviews ein lebendiges Bild palästinensischen Lebens – im Dorf, in Flüchtlingslagern, Gefängnis- sen und Städten, im Land ihrer Ahnen und im Exil. Baroud‘s emphatische und lyrische Annäherung zeigt neue menschliche Dimensionen der palästinensischen Saga, in einer Art, wie sie noch nie erzählt wurde. „The Last Earth“ macht die Vergangenheit und Gegenwart aller seiner Menschen
lebendig.

(Übers.: Gerhilde Merz)