*Welt ohne Gefängnisse*Palestine Update Nr. 356

Palestine Update Nr. 356 – Welt ohne Gefängnisse – 20. April 2020

*Welt ohne Gefängnisse*

*Die arabischen Parlamente verlangen sofortiges Freilassen palästinensischer Gefangener* 

https://imemc.org/wp-content/uploads/2018/04/PrisonersDay-e1523957244296.jpg(Bild: https://imemc.org/wp-content/uploads/2018/04/PrisonersDay-e1523957244296.jpg)

Am Vorabend des Palästinensischen Gefangenen-Tages forderte das in Kairo ansässige „Arab States Parliaments Forum“ am Donnerstag, die sofortige Freilassung aller palästinensischen Gefangenen aus den verschiedenen israelischen Gefängnissen und Haftzentren sowie auch das Aufhören aller israelischen Gewaltakte gegen das palästinensische Volk. In einer Stellungnahme, die vom Forum am Vorabend zum Palästinensischen Gefangenentag herausgebracht wurde, forderte der Leiter des Forums, Mr. Mash’al Alselmy alle zuständigen internationalen Körperschaften auf – darunter die Vereinten Nationen, Rechtsgruppen und das Internationale Komitee des Roten Kreuzes – die Führerschaft zu übernehmen im Verlangen nach einer Sicherstellung des vollen Schutzes für die palästinensischen Gefangenen unter dem Zugriff der Corona-Virus-Pandemie weltweit, in Israel und in den besetzten palästinensischen  Gebieten. Er betonte, dass das Leiden von palästinensischen Menschen, besonders der Frauen, Kinder, Patienten und älteren Personen in israelischen Gefängnissen, allen betroffenen   Körperschaften diktieren müsse, die israelische Regierung unter Druck zu setzen, das Völkerrecht zu respektieren, besonders die Vierte Genfer  Konvention für den Schutz von Zivilpersonen, in Kriegszeiten – was, wie er glaubt, in diesen Zeiten angewendet werden könnte, in denen berichtet wird, dass der Corona-Virus sich weit ausgedehnt hat, besonders unter den palästinensischen Gefangenen selbst. 

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*Tausende beteiligen sich an der virtuellen Umfrage, um eine Welt ohne Gefängnisse zu fordern, weil COVID-19 sich in Gefängnissen verbreitet*

https://www.commondreams.org/sites/default/files/styles/cd_large/public/headlines/gettyimages-1209373472_1.jpg?itok=5l84tkxg(Bild: https://www.commondreams.org/sites/default/files/styles/cd_large/public/headlines/gettyirr-1209373472_1jpg?itok=5184tkxg)  

Mehr als 25.000 Menschen nahmen teil an einer virtuellen Demonstration, die am Freitag anlässlich des Palästinensischen Gefangenentages auf Facebook und Zoom abgehalten wurde, um die weltweite Abschaffung von Gefängnissen zu fordern, weil die Corona-Virus-Pandemie seine tödliche Verbreitung in den Gefängnissen weltweit verursacht. Menschenrechtsanwälte und Förderer der Abschaffung von Gefängnissen, darunter Mariame Kaba und die früheren Gefangenen Ahed Tamimi und Dareen Tatour sowie Marc Lamont Hill sprachen bei der von der Jewish Voice for Peace (JVP) organisierten Demo. Die SprecherInnen forderten eine „Welt ohne Gefängnisse“ und warnten vor der schweren Gefahr, während der globalen Pandemie Millionen Menschen im Gefängnis festzuhalten – viele von ihnen haben geringfügige, gewaltlose Vergehen begangen und waren bisher vom Gerichtshof nicht verhört worden. „Inmitten der globalen Pandemie sind Gefängnisse in Stein gefasste Speisen für den Virus und alle Urteile sind Todesurteile,“ sagte JVP in ihrer Pressemitteilung“. https://facebook.us14.list-manage.com/track/click?

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„In israelischen Militärgefängnissen“, sagte die „Palästinensische Kommission für die Angelegenheiten von Gefangenen und Ex-Gefangenen“ zu „Al Jazeera Friday

Facebook Link:   =56ac3421de&e=   „haben mindestens 700 Palästinenser den Virus eingefangen“. „Unsere Gefangenen schmachten in israelischen Gefängnissen und sie sind jahrelang dort geblieben“, sagte Tatour, die 97 Tage lang in einem israelischen Gefängnis eingesperrt gewesen war wegen einiger Gedichte (Schlagzeilen?) , die sie über Sozial Media 

veröffentlicht hatte.

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„Ihre Gesundheit wird von Tag zu Tag schlechter, weil sie in enge Zellen ohne Fenster, ohne Licht und ohne Luft geworfen sind. Unsere Gefangenen leiden täglich unter der Epidemie der Okkupation, der Unterdrückung, ihren Leiden und ihrer medizinischen Vernachlässigung. In diesen schwierigen Tagen des Corona-Virus sind diese Pandemie und diese globale Krise für die Gefängnisadministration von Vorteil. Am Palästinensischen Gefangenentag schließen wir uns in unserer Verpflichtung zusammen, um gemeinsam zu arbeiten, bis die Palästinenser befreit sind und die palästinensischen Gefangenen in Freiheit entlassen werden und wir alle von dieser Krankheit kuriert sind.“

Quelle: 

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*Gaza produziert Millionen von Gesichtsmasken für Europa*  

Großschneidereien im Gazastreifen sind eifrig bemüht, um Gesichtsmasken für lokale und internationale Märkte als Antwort auf die Corona-Virus-Krise zu erzeugen. Abdullah Shehadeh, einer der Administratoren der Hasco-Schneidereifabrik, sagte, dass 40 Arbeiter hart arbeiten, um diese Masken zu produzieren. Er erklärte, dass sie „weiter arbeiten trotz der schwierigen Situation im Gazastreifen als Ergebnis der von den Israelis seit 14 Jahren auf-gedrängten Dauerblockade und der Corona-Virus-Pandemie“. Und er sagte weiter: „Sie tun das, um die Menschen in Europa in ihren Bemühungen, mit dem Virus zurecht zu kommen, zu unterstützen, weil Menschenleben über allen politischen Differenzen steht. Die Fabrik wird weiter dranbleiben, so lange die Okkupation zulässt, dass das notwendige Material in den Streifen kommt. Bei drei bereits bestätigten Corona-Virus-Fällen im Gazastreifen fahren die Spitäler, die bisher durch Schusswunden und Amputationen voll ausgelastet waren, voll in die sehr andere Herausforderung in dieser dichtest bevölkerten Küstenenklave mit zwei Millionen Palästinensern, von denen viele in Flüchtlingslagern leben.

Quelle und um weiter zu lesen: 

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*Warum Israel und Hamas plötzlich auf der gleichen Seite sind*

Yossi Mekelberg, Arab News, 18.April 2020

„Wenn Israel und Hamas sich in der Öffentlichkeit engagieren, dient das meistens dazu, zu versuchen, sich mit Flüchen, Anschuldigungen, Drohungen, und sogar körperlichen Angriffen  gegenseitig so viel Schaden zuzufügen wie irgendwie möglich. Es kam daher irgendwie überraschend, als die beiden Parteien einen mehr konzilianteren Ton der Bereitschaft anschlugen, als es um Gefangenenaustausch ging und um menschliche Hilfe für den angeschlagenen Gazastreifen. Israels Premierminister Benjamin Netanyahu brachte am Anfang des Monats durch sein Büro einen Aufruf zur sofortigen Wiederaufnahme der Gespräche zu einem Abschluss eines Gefangenenaustauschs – mit internationalen Mediatoren – heraus in der Hoffnung, dass Hamas ihre „Kriegstoten und vermissten Soldaten“ wiederfinden werde und so diese tragische Saga abgeschlossen würde. 

Es geschieht nicht oft, dass die Interessen von Israel und Hamas so nahe beieinander liegen, aber im Augenblick scheinen beide Seiten scharf darauf zu sein, wenigstens zu verhandeln, teilweise motiviert durch eine Periode der Ruhe entlang ihrer Grenze, aber mehr noch durch die vom Corona-Virus angedrohten Verherungen. Durch das gemeinsame Auftreten der Pandemie und der Verpflichtung beider Seiten zu ihren Leuten in Gefangenschaft liegt die Gelegenheit, einen Deal auszuhandeln, der sowohl den Gefangenenaustausch wie auch die Entrichtung humanitärer Hilfe für Gaza enthalten könnte, was im Interesse sowohl von Israel wie auch von den Palästinensern läge. 

Quelle: 

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*Mauern und Waffen können den Virus nicht stoppen, die Prioritäten müssen sich ändern!*

Der Corona-Virus hat die nackte Wahrheit enthüllt über mangelhafte Systeme in der globalen Gesundheit, Wirtschaft und Sicherheit – mehr als Millionen von Artikeln, Veröffentlichungen und Bücher dies jemals könnten. Er hat die gleißende Wahrheit über ein neoliberales System öffentlich gemacht, das zulässt, dass acht Menschen ebenso viel Anteil am Vermögen haben die die ärmste Hälfte der Menschheit. 

Dieser Virus erinnert uns an die  Ungleichheit bei globalen Gesundheitsausgaben, wobei die Ausgaben 2017 in Ländern mit niedrigem Einkommen nicht mehr als 41 US-Dollars pro Person und Jahr ausmachen konnten, verglichen mit 10.224 USD im Jahr in den USA oder – zum Beispiel in Deutschland – mit 5.728 USD. Die Krise hat auch gezeigt, dass die Menge Geldes für Gesundheit allein noch kein entsprechendes Maß für einen guten Gesundheits-standard ist. In den USA werden beispielsweise für Gesundheitsvorsorge 17 % des gesamten nationalen Einkommens ausgegeben, aber 27.5 Millionen Menschen hatten 2018 keinerlei Krankenversicherung und nur 34,4 % der Bevölkerung hatten eine öffentliche (nicht private) Krankenversicherung. 

Das meiste von diesem Geld geht in die Taschen der Versicherung und pharmazeutischer

Firmen, nicht in die Richtung der Gesundheitsfürsorge für die Menschen oder vorbeugender

und Erstversorgung. Nach allem, was man hört, waren die pharmazeutischen Firmen noch 

nicht in der Lage, eine Impfung gegen diesen gefährlichen Virus zu entwickeln. 2018 wurden

allein in USA 1,8 Trillionen Dollars global auf die Erzeugung von Waffen und verwandte 

Militärausgaben aufgewendet; das entspricht 25 % der gesamten globalen Ausgaben für 

Gesundheit (US$ 7,5 Trillionen 2016). Diese Ausgaben sind natürlich vollkommen unfähig,

den neuen Corona-Virus aufzuhalten, der nicht unterscheidet zwischen einem Bettler in den 

Straßen von Delhi und den Reichsten in den reichsten Gebieten von Kalifornien und New York. Er geht auch nicht vorüber an Herrschern, Königen, Premierministern oder 

Berühmtheiten, die für den Virus genau so verletzlich sind wie gewöhnliche Bürger. 

In Palästina beispielsweise beleuchtet die Corona-Virus-Pandemie den Zugriff von Israels 

Apartheid-Politik auf unser Gesundheitsfürsorge-System und die Fähigkeit, unsere Gemeinden zu schützen. Gesundheitsbeamte und medizinische Fachleute geben ihr Bestes,

um den Virus niederzuhalten, aber den Virus zu bekämpfen ist nicht leicht unter militärischer Okkupation; es gibt einen akuten Mangel an Einrichtungsgegenständen, – darunter auch

Testing Kits – In Gaza hingegen ist die Infrastruktur einschließlich Elektrizität und Abwasser-ableitung am Zusammenbrechen.

Quelle:

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                                                                                                  (Übers.: Gerhilde Merz)