Wer sind Israels wahre Freunde?

Palestine Update Nr. 36, 21.April 2017 – Wer sind Israels wahre Freunde

Meinung – „0pinion“

Wer sind Israels wahre Freunde?

 Israel teilt die internationale Gemeinschaft in zwei neue Kategorien: Freunde und Feinde. Für Israel ist ein „Freund“ einer, der mittut (und Komplizenschaft wählt) an Aktionen, die das internationale Recht, UNO Resolutionen, Genfer Konventionen und das internationale Menschenrecht verletzen. In anderen Worten, die Personen und Länder, die an Israels Scheußlichkeiten gegen das Volk, das vor 50 Jahren besetzt wurde, mitarbeitet und es in der inhumansten Weise unterdrückt, das sind die Freunde. Man qualifiziert sich als „Freund“ in der „einzigen Demokratie im Mittleren Osten, wenn man hinter dem Verschweigen (implicit oder explicit) von Menschenrechtsstandards und aller Arten von Grausamkeiten gegenüber den Palästinenser steht. Wer aber die Wahrheit wählt und ausspricht, das ist ein „Feind“; der ist sogar Antisemit! In diesem Fall wird man Rassist und böse.

So sind die nahezu einstimmigen UNO-Resolutionen vieler der letzten Dekaden für Israel und die USA und etliche andere europäischen Mächte, die die israelische Linie zum Zwecke des Zusammenspiels mit Israel berühren – das behauptet, dies wäre Antisemitismus – überflüssig.

Sie sind voreingenommen ohne Rücksicht auf das Faktum, dass die UNO die Situation so fair wie irgend möglich beurteilt und manchmal auch zu nachgiebig ist. Die Hin- und Her-Verurteilungen sind zur Routine geworden und haben weder Gewicht noch Substanz. Nach der Resolution kommt man immer wieder an den Anfang zurück, und Israel hält die Apartheid in Bewegung und am Wachsen.

Mit jedem vorübergehenden Jahr, und zunehmend mit jeder endenden Woche zementiert Israel seine Besetzung mit einigen der fremdartigsten Gesetzesbestimmungen und Aktionen, die im Gesetz keinen Platz haben. Die Wächter über die Welt verstummen. Ein Teil davon wacht mit Entsetzen auf, der andere verschließt die Augen oder zieht sich auf den milden Verweis zurück: „Bitte, ignorieren Sie das“. Andere sind verängstigt und schweigen. Dem Rest ist es einfach wurscht.

In der letzten Woche haben tausende Gefangene einen Hungerstreik begonnen gegen die Haftbedingungen – aber mehr um der Sache der Besetzung willen. Israel hat geschworen, nicht zu verhandeln, in der Meinung, die Aktion der Gefangenen sei unrealistisch. Allem Anschein nach ist Israel nicht bereit zu ehrenhaften Verhandlungen und einer gerechten Lösung. Auch die Kräfte in der derzeitigen internationalen Gemeinschaft suchen keine Gerechtigkeit. Eher wollen sie den einfacheren Weg wählen mit einer Lösung, die den Palästinensern einen Bantu-Staat anbietet.

Es ist der Westen allein, der die Schande über die laufende Katastrophe auf sich nehmen muss. Wahre Verhandlungen werden nicht stattfinden solange der Westen damit beauftragt ist, am wenigsten mit USA und UK. Diese sind erprobt unehrliche Broker und werden sich wohl auch nicht ändern, bis sich eine südafrika-ähnliche Situation ergibt. Die Lösungen liegen auf den Straßen der Welt mit fortschrittlichen Bewegungen, die die Regierungen zwingen, Israel zu Standards von Höflichkeit und gesundem Menschenverstand zu pressen. Israel kann die Palästinenser nicht ewig beherrschen. Sie dürfen nicht! Es war schlimm genug, dass zuerst ein ungleiches Teilungsabkommen vom kolonial-rassistischen Westen entworfen wurde und dann als UNO-Abkommen herausgekommen ist. Es ist einfach nicht länger tragbar bei der Brutalität, die geschieht. Mit verbundenen Augen an dem Problem vorüberzugehen heißt nicht, dass das Problem weg ist.

Gewalt ist keine Option, obwohl die Gaza-Kriege gezeigt haben, dass Israel Gewalt versteht und sich fürchtet. (Alle Tyrannen sind auch Feiglinge.) Aber ziviler Ungehorsam, lokaler Protest unter dem Volk bleiben Formen der Verteidigung, die Israel auch fürchtet. Israel ist absolut verängstigt darüber, was BDS ihm antun kann.

Israels wahre Freunde sind nicht die, welche Hilfe anbieten, mit der Palästinenser getötet werden, und die sie weiter ausrüsten, um ihr Land zu stehlen und ihre Völker zu unterdrücken. Es sind jene, die moralische Prinzipien haben und ausüben, um Israel an den Tisch zu führen, nicht als die Vorsitzenden sondern als jene Partei, die Land gestohlen hat, Menschen geschädigt und getötet haben, sie ohne Grund einsperren, Kinder erschrecken, Häuser zerstören, die Menschen als Flüchtlinge lebenslänglich festhalten und einfach das Leben nahezu unmöglich machen.

In Solidarität

Ranjan Solomon, Redakteur

Ein MUSS zu lesen für alle, die besorgt sind:

 Diese Passage ist eine versteckte Antwort für etliche Abonnementen /Leser von Haaretz, die immer wieder kritische Perspektiven über die israelische Besetzung veröffentlicht. Gideon Levy ist israelischer Journalist und Autor, der im Zeitungsabschnitt „Meinungen“ schreibt und in der Zeitung Haaretz eine wöchentliche Kolumne für seine Schriften hat. Sein „Brief“ (siehe Link) bricht ein in israelische Mainstream-Stereotypen über die Situation, und stellt die israelische Besetzung von Palästina dar. Er wählt zwei Menschen, die zwei ehemalige Leser befragen, die sich aus der Leserschaft von Haarez zurückgezogen haben, weil sie Gideon Levis Artikel verletzend finden.

Lesen Sie den vollen Text in The Haaretz in Facebook

+ Barcelona stoppt Komplizenschaft an israelischer Besetzung & illegalem Siedlungsbau:

Der Stadtrat von Barcelona votiert für die Verurteilung der Besetzung (der besetzten Gebiete) durch Israel, und verweigert damit die Mitschuld an Israels Verletzungen von internationalem Recht; er bestätigt damit die  Legitimität der von Palästina eingeleiteten Boykott-Divestment-Sanktion-Bewegung (BDS) für die Menschenrechte Palästinas, wie vom Palestinian BDS National Committee (BNC) verkündet wird: „Ähnliche Maßnahmen haben dazu beigetragen, dass die Apartheid in Südafrika beendet wurde“. Der Rat votierte auch dafür, dass seine Sorgfaltspraktiken für die Öffentlichkeit Klauseln enthielten, die den Respekt für die Menschenrechte garantieren, „um den Stadtrat von Barcelona daran zu hindern, in irgendeiner Weise Mitschuld zu tragen an dieser Besetzung, Verletzung von Menschenrechten und Plünderung der Ressourcen“.

In einer eindeutigen Referenz vor dem Recht auf Anwaltschaft für die palästinensischen Rechte durch BDS-Taktiken anerkannte der Stadtrat die Legitimität der „gewaltfreien Kampagne, zu der Palästinenser und die internationale Zivilgesellschaft aufrufen, um das internationale und Menschenrechtsgesetz in Palästina zu verteidigen.

Der Stadtrat von Barcelona schließt sich jetzt mehr als 70 lokalen Behörden quer durch Spanien an, die verschiedene Maßnahmen ergriffen haben, um die lokale Mitschuld an Israels Regime der Besetzung, Apartheid und dem Siedler-Kolonialismus zu beenden. Zu je zehn zusammenkommende lokale Autoritäten haben sich in Bewegung gesetzt, um die BDS-Bewegung für die Rechte der Palästinenser zu unterstützen und erklärten sich zu „Apartheid-freien Zonen“.

Lesen Sie den vollen Text im Bericht des International Middle East Media Centre in Facebook

+ Extremistische Juden greifen zu absurden Demütigungen von palästinensischen Gefangenen:

Mitglieder der israelischen rechten „Nationalen Religiösen Partei – Mafdal“ veranstalteten eine Grillparty vor dem Ofer-Gefängnis gerade, als die palästinensischen Gefangenen in den vierten Tag des Massen-Hungerstreiks gekommen waren. Die Gruppe wünschte den „Hungerstreik zu zelebrieren“ und den Willen der palästinensischen Hungerstreiker zu brechen, indem sie ihnen die Düfte der gegrillten Speisen in Gefängniszellen schickten. Der Palästinenser am Ort, Ibrahim Ikhmayes, erklärte Ma’an, dass das Verhalten der Israelis „blöd und lächerlich“ sei. Sie haben schworen, damit würde die Stärke der Palästinenser gebrochen werden..

Lesen Sie die ganze Geschichte im Middle East Monitor auf Facebook.

+ „Alle Juden müssen sich gegen die Scheußlichkeiten in Gaza aussprechen“ – ein Gelehrter.
„Die Juden sind teilweise schuld am Antisemitismus, insofern, als jüdische Gemeinden nicht
genug tun, um Israel verantwortlich zu machen für die Brutalitäten in Gaza“, sagte Dr. Peter
Slezak, ein jüdischer Gelehrter und Professor an einer Universität in Malaysia. Slezak führte
aus: „Wir müssen subtiler vorgehen, wenn wir die Juden insgesamt für die Aktionen der
israelischen Regierung beschuldigen. Aber die Schwierigkeit ist, dass jüdische Gemeinden
weltweit unkritische Unterstützer Israels sind, und in diesem Sinn haben sie einen Teil der
Schuld zu tragen.“ Der Philosophieprofessor an der Universität von New South Wales ist
einer von einer Handvoll jüdischer Gelehrter, die sich heftig einsetzen für ein Ende der
Besetzung Palästinas durch das zionistische Regime.

Er bemerkte, dass nicht alle Juden Israel unterstützen, und fügte hinzu: „Unglücklicherweise
agiert Israel im Namen aller Juden. Daher haben sie die Verantwortung zu sagen „Das ist
nicht in meinem Namen!“ .. und ich, als Jude, akzeptiere nicht, dass Israel ein Verbrechen
begeht und palästinensisches Land für uns stiehlt.“

Quelle: Facebook

+ FIFA ruft zur Aktion:
Mehr als 100 Sportvereine, Gewerkschaften, Menschenrechtsorganisationen und Glaubens-
Gemeinschaften aus 28 Ländern unterstützten Fußballchampions, Gelehrte, Filmdirektoren,
Politiker und Regierungsmitglieder in einem Aufruf an FIFA-Vorstandsmitglieder darauf zu
bestehen, dass die nationale Fußball-Liga Israels die Mitgliedschaft von sieben Clubs
zurücknimmt, die ihre Basis in illegalen israelischen Siedlungen auf besetztem
palästinensischem Land haben oder sie müssen mit der Suspension von FIFA rechnen. Die
Unterzeichnenden gaben ihre Eingabe entsprechend der WAFA an die FIFA-Vorstands-
mitglieder vor dem bevorstehenden 67. Kongress (10. Und 11. Mai) ab.
Lesen Sie im Middle East Monitor die ganze Geschichte – auf Facebook

+ So schaut „Anhalten und Durchsuchen“ in Ostjerusalem aus:
Als israelische Streitkräfte sich daran machen, Leibesvisitationen an Palästinensern außer-
halb der Altstadt von Jerusalem vorzunehmen, kommt ein geschäftiger Photograph in die
Szene und fängt an zu filmen – da haben sie ihn festgenommen und auch durchsucht!

Anmerkung: Die Links zu den Originalberichten finden Sie im beigeschlossenen Original.
Aus Gründen der Aktualität sende ich zugleich Update Nr. 38, die Stellungnahme von Kairos
Palestine zum Hungerstreik.   Die Übersetzerin Gerhilde Merz