Widerstand und Solidarität wachsen

Palestine Update Nr. 202 – 4. Jan. 2019 – Widerstand und Solidarität wachsen

Meinung

Widerstand und Solidarität wachsen

Während der Jahre hat die israelische staatstragende Bevölkerung immer versucht, dem palästinensischen Volk den Volkscharakter und seine Würde wegzunehmen. Die palästinensische Kultur ist eines der israelischen Angriffsziele. Israel ist der Meinung, die Palästinenser von ihrer Kultur zu entfernen würde auch ihren Sinn für Identität zerrütten. Ein israelischer Diplomat namens Abba Eban sagte: „Das Ziel muss sein, ihnen einen westlichen Geist einzuimpfen und sie uns nicht in einen unnatürlichen Orient hinein zerren zu lassen“. Aber diese Taktik geht nicht. Immer dann, wenn Israel eine andere Initiative setzt, um Aspekte von arabischem Besitz auszustreichen, leistet das Volk härteren Widerstand. Es ist diese Selbstbestätigung, die den Widerstand stärkt und die Besetzung frustriert.

In dieser Ausgabe von Palestine Updates stellen wir vor, wie Akademiker und Aktivisten der Mizrahi-Gruppe fordern, dass der Israelische Oberste Gerichtshof das Gesetz vom Jüdischen Nationalstaat wegnehmen soll. Die Mizrahim sind auch Juden, aber sie beklagen, dass das Gesetz ihr kulturelles Erbe auslöscht und die Ungerechtigkeiten gegenüber ihnen und den palästinensischen Bürgern von Israel verlängert. Die Petition weist hin auf Anmaßungen durch das Siedlungsunternehmen. Sie weist die Angabe zurück, dass, wann immer Israel behauptet, eine Siedlung sei ein „nationaler Wert“, dieses tatsächlich gleichbedeutend damit ist, das Land demographisch umzupolen. In diesem Falle schädigt das Gesetz die Mizrahim, indem es sie unfairer Weise ins geographische Aus befördert.

Mit einer Vorliebe für Selbst-Isolation handelt Israel häufig so, dass es mit einem Tunnelblick auf die Dinge seine eigenen Interessen beschädigt. Nach mehr als einem Jahr von der Ankündigung, sich von der „United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization“ (UNESCO) zurückzuziehen, wurde die Entscheidung Israels und der Vereinigten Staaten offiziell in die Tat umgesetzt. Israel hat die USA mit aus der UNESCO hinausgezogen. Israel hat die UNESCO oft fälschlicherweise angeklagt, antijüdisch zu sein. Es sind Israel und die USA, die durch das Herausfallen aus der UNESCO benachteiligt sein werden – dem wichtigsten Balken der UNO, Frieden durch internationale Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaften und Kunst zu bauen.

Wie als Herausforderung zu den politischen Methoden Israels hat Peru jetzt einen prestige-trächtigen Platz in der Hauptstadt Lima nach Palästina benannt und damit eine starke Reaktion des israelischen Botschafters gegenüber dem südamerikanischen Land ausgelöst. Peruanische Beamte benannten den Platz im Bezirk San Borja während der von Bürgermeister Marco Antonio Alvarez Vargas geleiteten Zeremonie um. Erwartungsgemäß wurde der Anlass durch den israelischen Botschafter geschnitten.

Weit weg davon in Irland stellte eine Graswurzel-Kampagne fest, dass es möglich ist, sich für das Recht, Israel zu kritisieren, stark zu machen. Es war ein wichtiger Erfolg des Aktivisten für Solidarität mit Palästina, Paul Jonson, eines Mitarbeiters des Dudley-Rates in den westlichen Midlands, der im vergangenen Jahr von seinem Job suspendiert worden war, weil er Israel auf Facebook ein „rassistisches Bestreben“ nannte. Die Kampagne für seine Wiedereinstellung fand eine ausgedehnte Unterstützung. Pauls Sieg ist ein Beispiel dafür, wie Widerstand versucht, die Solidarität mit Palästina festzumachen.

Rashida Tlaib, Demokratin mit palästinensischem Hintergrund, wurde aus dem Kader der Demokratischen Partei in den Kongress der USA gewählt. Sie unterstrich ihre Loyalität zu den Palästinensern, als sie über Instagram verkündete, dass sie eine palästinensische Tracht tragen werde, das ist ein ursprünglich von Beduinen getragenes besticktes (schwarzes) Kleid, das von den Palästinenserinnen adoptiert und als ihre eigene Tracht getragen wird.

Iran war immer schon ein standhafter Unterstützer der palästinensischen Ansprüche auf Freiheit und   Eigenständigkeit. Der iranische Präsident Hassan Rouhani kategorisierte Widerstand gegen die Besetzung durch Israel als den einzigen Weg für die palästinensische Nation, ihre eigenen Rechte zu erhalten. Er rief alle Muslime auf, das Recht der Palästinenser auf Rückkehr und die Einrichtung eines unabhängigen palästinensischen Staates mit Jerusalem/ Al Quds als seiner Hauptstadt zu unterstützen.

Durch die ganze Ausgabe dieser Palestine Updates zeigen wir, wie die größere Solidarität ständig weltweit wächst. Israel mag nicht gerade jetzt in naher Zukunft unterliegen. Aber Israels Apartheid-politik und -praktiken können nicht für immer bestehen – auch Ungerechtigkeit hat ein Ablaufdatum – die Vielfalt der Zeichen der Solidarität mehren sich und der lokale Widerstand und die globale Solidarität werden sie überall schwächen.

Bitte lesen Sie dieses Papier und verteilen Sie die beschriebenen Themen breit.

Ranjan Solomon

 

Israels Nationalstaatsgesetz diskriminiert auch Mizrahi-Juden

Mehr als 50 prominente israelische Juden von Mizrahi-Herkunft brachten beim Obersten Gerichtshof eine Petition ein mit der Forderung, das jüdische Nationalstaatsgesetz außer Kraft zu setzen, weil dieses sowohl palästinensische Staatsbürger wie auch die jüdischen Mizrahi-Bürger Israels diskriminiere. Gemäß dieser Petition ist das Gesetz, das Arabisch vom Status der offiziellen Sprache zu einer für „spezielle Anwendung“ herunterstuft, „anti-jüdisch“, weil es die Geschichte und Kultur der Juden aus arabischen und muslimischen Ländern ausschließt und „den Eindruck verstärkt, dass die jüdisch-arabische Kultur minderwertig ist … und damit die Identität des Staates Israel als anti-arabisch festschreibt“.

Die Petition weist auch hin auf einen Paragraphen in dem Gesetz, der jüdische Siedlungen „als einen nationalen Wert“ festschreibt. Nach Angabe der Petition-Einreichenden nimmt es Israel bei jeder demographischen „Umpolung“ des Landes auf sich, die Mizrahim zu schädigen, indem es sie in die unterversorgte geographische Peripherie des Landes stößt. Dieser Prozess verhindert ihren Zugang zu hoch eingestuftem Land durch Zulassungskomitees, die den Gemeinden quer über das Land erlauben, Ansuchende um Baubewilligung  auf Grund ihrer „sozialen Eignung“ abzuweisen.

Mizrahim waren weitestgehend aus der Formulierung des Gesetzes ausgeschlossen trotz der Tatsache, dass damit das Recht der Gemeinschaft, ihr Erbe zu bewahren, berührt wurde und dass dessen eklatantes anti-arabisches Vorurteil Juden aus arabischen Ländern als Gegner abwerten würde. 70 Jahre lang bildete diese Sicht der Welt die Basis dafür, wie Israel die Mizrahim sah. Das politische Establishment forderte von den Mizrahi-Juden, ihre arabische Identität zu widerrufen, während es einen Keil zwischen sie und die Geschichten ihrer Kultur trieb. Und dennoch, trotz der Versuche der  herrschenden Kreise, sie zum Leugnen zu treiben, fahren viele Mizrahim – einschließlich der jüngeren Generation – fort, Arabisch sowohl kulturell wie auch linguistisch relevant für ihr persönliches Leben zu sehen.                                                                                                                                            Quelle: https://facebook.us14.list-manage.com/track/click?u=70813d3d15ac4637582781b8e&id=1946f8d2e3&e=267525e738)    und Facebook Link: =13f14ce2dd&e=

 

 

Israel und USA treten formell aus der UNESCO aus

Mehr als ein Jahr nach der Ankündigung ihres Ausscheidens aus der UN Bildungs-, Wissenschaften- und Kultur-Organisation (UNESCO) wurde die Entscheidung von Israel und den Vereinigten Staaten offiziell in der letzten Sekunde des 31. Dezembers 2018 wirksam. Entsprechend einer Stellungnahme durch das US Department of State (Staatsministerium) am 12. Oktober 2017 war das Ausscheiden eine Antwort auf „die steigenden Rückstände bei der UNESCO, die Notwendigkeit von grundlegenden Reformen in der Organisation und der ständigen Neigung zu Anti-Israelismus bei der UNESCO“. Der israelische Botschafter bei der UNO, Danny Danon, kommentierte auch das Ausscheiden am 1. Jänner 2019 wie folgt: „Die UNESCO ist eine Körperschaft, die fortfährt, die Geschichte wieder zu schreiben, unter anderem durch Versuche, die jüdische Verbindung zu Jerusalem auszulöschen“.

Die UNESCO war die erste Körperschaft der UNO, die 2011 Palästina die volle Mitgliedschaft zusprach, was die Obama-Administration dazu führte, ihre jährlichen Beiträge einzustellen. 2017 brachte die UN-Welterbe-Agentur eine Resolution heraus, die das Patriarchen-Grab in Hebron zum Gegenstand des palästinensischen Welterbes erklärte. Diese Entscheidung wurde von der jüdischen      Gemeinschaft bekämpft wegen der Bedeutung der heiligen Stätte für das Judentum.                           Quelle: Facebook Links: =bbe968d043&e=   und   =a1549a8221&e=

 

Peru nennt einen Platz in Lima „Plaza Palestina“

Peruanische Behörden haben einen Platz in einem Nobelbezirk der Hauptstadt Lima nach Palästina benannt und erhielten eine starke Reaktion vom israelischen Botschafter in dem südamerikanischen Land. Während einer Zeremonie mit dem Gastgeber, Bürgermeister Marco Antonio Alvarez Vargas, führten peruanische Beamte die Umbenennung des Platzes im San Borja-Bezirk durch. Der israelische Botschafter in Peru, Asaff Ichilevich, war verärgert über das Ereignis. „Ich schreibe diese Zeilen, um meine Überraschung darüber auszudrücken, dass die Umbenennung der Plaza Palestina in San Borja gerade an dem Tag, an dem die Arbeitszeit des Distrikt-Bürgermeisters erlischt, stattgefunden hat“.

Die palästinensische Botschaft  in Peru wies in der Antwort den Kommentar des israelischen Botschafters rundweg ab: „Wir bedauern, dass die israelische Botschaft die Absicht hat, die friedliche Koexistenz unserer Gemeinden durch Erzeugung von Hass durch solche verleumderische Stellung-nahmen zu beschädigen. Wir möchten Mitglieder der Öffentlichkeit informieren, dass es in San Borja einen Park gibt, der Ramat Gan Israel genannt wird; die palästinensische Gemeinschaft hat niemals versucht, dieses anzugreifen. Im Gegenteil, wir respektieren die Autonomie peruanischer Institutionen und die Vielfalt der Gemeinschaften und Kulturen, die friedlich in diesem Lande koexistieren“, wurde durch diese Stellungnahme allen zugänglich gemacht.

Quelle: Facebook Links: =1651ccbbec&e=        und        =1d5ccc222e&e=

 

Es ist möglich, für das Recht, Israel zu kritisieren, aufzustehen

Wie ein Aktivist im vergangenen Monat zeigte, ist es möglich, sich für das Recht, Israel zu kritisieren, stark zu machen – ein Sieg für eine Solidarität für Palästina. Paul Jonson, ein Mitarbeiter des Dudley-Rates in den West-Midlands wurde im vergangenen Jahr aus seinem Job entlassen, weil er Israel auf Facebook ein „rassistisches Abenteuer“ nannte. Sein Fall wurde zum Test dafür, wie weit Anti-semitismus-Anschuldigungen nach der Definition der Internationalen Holocaust-Erinnerungs-Allianz (IHRA) benutzt werden können, um Kritik an Israel abzublocken. Die Kampagne gegen Antisemitismus (CAA), die Anti-Zionismus als antisemitisch betrachtet, regte sich beim Dudley-Rat über Paul auf.

Die Kampagne für seine Wiedereinstellung fand weitverbreitete Unterstützung. Das Recht, Israel zu kritisieren, stand im Mittelpunkt der Verteidigung. Weil mehrere Ratsgruppen der Definition der IHRA zustimmten, ist Paul’s Sieg ein Beispiel dafür, wie man Versuchen widerstehen muss, die Solidarität mit Palästina zu verhindern.                                                                                                         Facebook Links: =ab6c860f64&e=   =c1c9e77c66&e=

 

Kongress-Abgeordnete gibt Palästinenserin-Sein den Vorrang vor amerikanisch-Sein

Rashida Tlaib ist eine Demokratin, die für die Periode 2019/20 in den Kongress der USA für die größten arabischen Bevölkerungsanteile der USA in Michigan gewählt wurde. Tlaib ist die erste palästinensische Muslima, die in den Kongress gewählt wurde. Als sie von ihrem Wahlsieg in den Kongress hörte, wickelte sie sich in eine palästinensische Flagge ein. Bei Tlaibs Fest zur Wahlnacht als Antwort auf die Rede zu ihrer Annahme sprach sie über ihre Wurzeln in der palästinensischen Westbank; ihre UnterstützerInnen trillerten nach arabischer Weise, worauf sie antwortete: „Ich bin eine stolze Palästinenserin, Amerikanerin und Frau!“ Sie fuhr fort, indem sie Michigan eine „Palästinensische Gemeinde“ nannte. Tlaib kam zurück auf ihre Loyalität zu den Palästinensern, als sie auf Instagram ankündete, sie würde die palästinensische Tracht tragen, ein gesticktes Kleid, das ursprünglich von den Beduinen kam, nun aber von den Palästinenserinnen als ihre eigene Tracht bezeichnet wird.                                                                                                                                 Quelle: Facebook Links: =ce4e0ea77b&e= und =e48d3aa438&e=

 

Der einzige Weg für die Palästinenser, um ihre eigenen Rechte zu erlangen, ist Widerstand.

Der iranische Präsident Hassan Rouhani hat Widerstand gegen das israelische Regime als den einzigen Weg beschrieben, den die palästinensische Nation hat, um ihre eigenen Rechte zu erhalten und betonte, dass alle Muslime das Rückkehrrecht der Palästinenser und einen palästinensischen Staat mit Jerusalem/al-Quds als Hauptstadt unterstützen müssen. Bei einem Treffen mit dem General-sekretär der Widerstandsbewegung „Palästinensischer Islamischer Dschihad“ sagte Ziad al-Nakhala Rouhani, Iran sei seit der Revolution 1979 immer ein zuverlässiger Unterstützer der Palästinenser gewesen. Er lobte die schon 70 Jahre währende Standfestigkeit der palästinensischen Nation angesichts der zionistischen Enteignung, Ungerechtigkeit und Besetzung und meinte, ihr Kampf müsse weitergehen, bis das Regime in Tel Aviv ihre Rechte endlich anerkennen würde.               Quelle: Facebook Links: =01b1408992&e=   und    =5e006b71ca&e=

 

(Übers.: Gerhilde Merz)

 

Mach mich nicht für einen Tag zum Freund – und verlass mich nach einem Monat.  Komm mir nicht zu nahe, wenn du mich doch verlassen wirst!     Versprich nicht, was du nicht halten willst.  Sei mir nahe – oder geh‘!

Mahmound Darwish