*Wie viele Tote braucht es noch, damit die Blockade von Gaza aufgehoben wird*

Meinung

*Wie viele Tote braucht es noch, damit die Blockade von Gaza aufgehoben wird*

Der nächste Krieg lauert gewöhnlich hinter der nächsten Ecke. Israel gibt die Schuld an jedem Krieg den militanten Gruppen (Beachte: Ich nenne sie NICHT „Terroristen) in Gaza. „Genug ist genug“ war in der Vergangenheit ein Ausdruck für Ablaufdatum. Die Blockade muss einfach aufhören. Man braucht keine Mediation und keinen Dialog. Den ganzen Gazastreifen mit seinen 1,6 Millionen Menschen einzusperren ist barbarisch. Von den Leuten zu verlangen, ihre Situation ohne Missfallen anzunehmen, ist unintelligent. Die Welt zuschauen zu lassen, auch wenn hilflos, ist Kälte. Israel kann kaum erwarten, die Militanten hinter den Stacheldrähten, die das Open-air-Gefängnis Gaza umfassen, zu unterdrücken, Menschen, die verhungern, die von Arbeitsmöglichkeiten ausgeschlossen sind, deren Wirtschaft zerrüttet ist und täglich zermalmt wird, die sich der ständig drohenden Bombe über ihren Köpfen gegenüber sehen, der Bombe einer Armee, die leicht die größte und mächtigste in der Region ist, Menschen, die die Hoffnung jeden Tag in eine weitere Entfernung verschwinden sehen, können nur von Frieden träumen. Nicht nur von irgendeinem Frieden, doch eher von einem, der ihnen Würde und Gerechtigkeit bietet. Nicht mehr länger Friedhofs-Frieden!

Die Blockade von Gaza ist nicht zu verteidigen, egal, welche Rechtfertigungen Israel vorbringen möchte. Heuchelei bringt die Antwort der Welt auf den Punkt. Mächtige Nationen würden eher Öl finden, um die Wunden zu kühlen als Israels in’s Eck stoßen mit Drohungen von Ausschluss und ernsthaften Sanktionen, bis es loslässt. Diese gleichen Nationen beschuldigen oft Widerstandsbewegungen für den Konflikt, als wären die militärischen Kapazitäten der Militanten Gazas und die israelische Armee gleich. Das ist kein Argument, das aus der politischen Naivität kommt, sondern von Regierungen und politischen Parteien, die ideologisch und schweigend zum kolonialistischen Okkupationslager gehören. 

Die Palästinenser als Ganzes brauchen Entlassung aus den Fesseln, die man ihnen aufgedrungen hat. Für die Menschen in Gaza muss das schnell geschehen, weil zu viel Leiden passiert ist, zu viele Leute getötet wurden durch wahlloses Feuern, zu viele krank geworden sind, weil keine Medikamente zur Verfügung standen, zu viele verletzt ohne wirkliche Provokation, zu viele an Hunger gestorben, zu viele heimatlos und es noch immer sehr viele sind, die im Gefängnis schmachten, weil sie einen gerechtfertigten Kampf um Freiheit aus-getragen haben.

Hin und wieder erscheinen Strahlen der Hoffnung durch die dunkle und umwölkte politische Kalamität. Da gibt es Vermutungen, dass Ruhe langfristig heraufdämmern könnte. Aber diese kommen rasch wieder zum Nullpunkt durch weitere Konflikte und ständige Bedrohungen. In der Tat: Wie viele Tote wird es noch brauchen, bis bekannt wird, dass zu viele Menschen gestorben sind? (Bob Dylan)

Ranjan Solomon 

*Israels seltene Gelegenheit für langfristige Ruhe an der Gaza-Grenze*

Etwa 10 Tage nach dem Ende der letzten Runde der Kämpfe im Gazastreifen – diesmal gegen  den Islamischen Dschihad – hat die Armee eine seltene Gelegenheit für Fortschritt identifiziert. Die Ermordung des Senior Operationsleiters des Islamischen Dschihad Baha Abu al-Ata hatte weggeräumt, was die größte Bedrohung für die Ruhe im Gazastreifen während des letzten Jahres gewesen war. Zur gleichen Zeit hat die Leitung der Hamas in Gaza unter der Führung von Yahya Sinwar großes Interesse gezeigt zu einer langfristigen Abmachung mit Israel.

Das Oberkommando der IDF (Israel Defence Forces) unterstützt weitreichende Hilfs-maßnahmen in Gaza im Austausch gegen Zusicherungen von Ruhe. Die endgültige Entscheidung bleibt bei den Politikern, die in Schwierigkeit sind mit einer Rechts- und politischen Krise rund um drei Beschuldigungen gegen Premierminister Benjamin Netanyahu, sowie mit großen Schwierigkeiten bei der Bildung einer neuen Regierung. Im Gegensatz zur Armee ist die Stellung des Sicherheitsdienstes Shin Bet zurückhaltender, deren Haupt-Interessenspunkt ist, ob man noch tausenden Arbeitern aus dem Gazastreifen gestatten könne, zur Arbeit nach Israel zu kommen. 

*Quelle:

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*Kann irgendetwas getan werden, um das nächste Massaker an den Palästinensern zu verhindern?* 

*.*Jeder Tropfen Blutes liegt in der Verantwortung derer, die die Okkupation verlängern – und jener, deren Schweigen den status quo ermöglichen

Nachdem Ruhe in die Städte Israels eingekehrt war nach dem tödlichen, gezielten Angriff in Gaza am Anfang des Monats November und den als Antwort geschossenen Raketen, kehrten die Bürger Israels schnell zum Alltag zurück. Politiker und die Medien nahmen ihre verabscheuungswürdige gewohnte Normalität wieder auf: Waten im ewigen politischen Sumpf, der Unmöglichkeit der Bildung der nächsten Regierung und Sticheleien gegen die palästinensischen Bürger des Landes. Gaza wird jetzt, wie üblich, aus der öffentlichen Wahrnehmung in Israel verschwinden, bis die nächste Rakete abgeschossen wird. 

Auch in dem geprügelten Gazastreifen kehrt das Leben zur Routine zurück: Nachdem man die Opfer des jüngsten Massakers, darunter Frauen und Kinder, begraben hatte, finden die Palästinenser wieder Zeit, die neuen Trümmer zu beseitigen mitten in der sich ständig vertiefenden Armut und in Erwartung des nächsten Massakers. Und das wird kommen – wir wissen, dass es kommen wird! Der Massenmord von Palästinensern in Gaza wurde zunehmend normalisiert. Aber angenommen, dass dieses Schicksal nicht unvermeidlich sei, und dass die Palästinenser nicht geschaffen worden sind, um von Israel unterjocht, gedemütigt, enteignet und ermordet zu werden, wie können die Palästinenser dieser Unterdrückung widerstehen, die nun schon seit Jahrzehnten vor sich geht? Kann etwas getan werden, um den nächsten Massenmord an Palästinensern abzuwenden?

Quelle: 

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*Wenn Gaza fällt, ist ein neuer Krieg zwischen Israel und Hamas wahrscheinlicher*

Man möge einem zufälligen Beobachter vergeben, wenn er meint, Israel und Hamas stünden wieder am Abgrund eines Krieges, weil Raketen über Tel Aviv fliegen und die IDF als Antwort punktgenau Ziele der Hamas-Führung angreift. Trotz der flatterhaften Situation in Gaza in diesem vergangenen Jahr, einschließlich von Hamas angestifteten Angriffen entlang der Grenze, erforschen beide Seiten einen Waffenstillstand eher als eine Eskalation zum vierten großen Konflikt innerhalb eines Jahrzehnts. Eine Art von gegenseitiger Abschreckung hat sich entwickelt, die in der Tat beide Seiten befähigt, die Gewalt zu begrenzen und einen Krieg aus vollem Rohr zu vermeiden. 

Während man eine Spur von Hoffnung auf Stabilität aufzeigen möchte, könnte dieses zitternde Gleichgewicht zwischen einer liberalen Demokratie und einer sog. terroristischen Gruppe in naher Zukunft wegen der humanitären Situation Gazas und dem gegenwärtigen Potential für falsche Berechnungen zwischen Gegnern in naher Zukunft kollabieren. Der derzeitige Antrieb für beide Seiten, die Gewalt zu begrenzen, kommt aus unterschiedlichen militärischen und politischen Faktoren der letzten Jahre. Auf dem operativen Gebiet begrenzt Israels Fähigkeit, Raketen abzuschießen und Tunnels von Gaza quer durch die Grenzen zu entdecken, die Menge der Schäden, die Hamas verursachen kann und mildert Israels Befehl, so gewalttätig oder schnell zu antworten, wie es geschah, ehe diese Verteidigungsmittel bekannt wurden. Dazu noch: Verbesserte technische und Geheimdienst-Möglichkeiten befähigen jetzt Israel, Hamas mit größerer Genauigkeit anzuzielen, und dabei versehentliche palästinensische zivile Todesfälle zu begrenzen, die zu aggressiver Vergeltung durch Hamas führen könnten. Der IDF hat auch Hamas gehindert, die Proteste des Rückkehrmarsches mit Erfolg auszunutzen, um die Sicherheitsbarriere von Gaza zu durchbrechen und die nahe gelegenen israelischen Gemeinden anzugreifen, was wahrscheinlich Israel gezwungen haben würde, mehr Kraft anzuwenden, um die Grenze zu verteidigen, als es derzeit geschieht. 

https://nationalinterest.org.blog/buzz/gaza-falls-apart-next-israel-hamas-war-becoming-more-likely-98107

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*Gaza kämpft um Frieden (oder: Gazas Kämpfe um Frieden): Ein Gegenmittel zu Israels verbrecherischer Propaganda*

*Ein neuer Film von Abby Martin dokumentiert ein Volk, das Würde und Grundrechte sucht, und mit einem Zuspruch für BDS endet*

Am 1. Juni 2018 wurde der 21jährige palästinensische Arzthelfer Razan al-Najjar von israelischen Streitkräften an- und totgeschossen, während er sich um Opfer während des Großen Rückkehrmarsches kümmerte – bei den unbewaffneten Protesten, die zwei Monate früher entlang der Grenze des Gazastreifens mit Israel begonnen hatten und die bis heute andauern. In vorhersehbarer Art haben israelische Offizielle die Protestierenden – von Kindern bis alten Frauen bis Behinderten – als Günstlinge des Teufels bezeichnet, die Hamas gesandt hat, um via „Drachen- und Ballon-Terror“ und anderen „Schreckgestalten“ Israel zunichte zu machen. 

Wie bei jeder anderen Kundgebung für die palästinensische Forderung nach Würde hat Israel den Großen Rückkehrmarsch als Gelegenheit für Massenmord genutzt: An einem einzigen Tag im Mai 2018 wurden ungefähr 59 Protestierende getötet, darunter Kinder. Im Falle von al-Najjar und anderen ärztlichen Helfern, die von israelischen Scharfschützen gezielt beschossen wurden, wird das ganze verflixte Geschäft mit Kriegsverbrechen magisch entlastet durch  Israels Unterschriften-Aktion auf die Logik, dergemäß palästinensische Ärzte einfach „menschliche Schilder“ seien für Hamas – und somit sei das ein faires Spiel.

Als Mittel gegen Israels verbrecherische Propaganda rund um den Großen Rückkehrmarsch ist ein guter Ort für einen Neuanfang der neue Film „Gazas Kämpfe für Freiheit“, ein Film von „Empire Files“-Abby Martin.

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Aus dem Film in seiner ganzen Länge über al-Najjar und Interviews mit ihren Familien-mitgliedern und Kollegen wird sichtbar, dass – Vergesst die Geschichte vom „menschlichen Schild“ – ihr wirkliches Verbrechen war in der Tat, dass sie völlig menschlich war. 

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*Hamas ruft auf zur Verteidigung islamischer Plätze in der Westbank gegen israelische Verletzungen*

Die palästinensische Hamas Widerstandsbewegung hat sich entrüstet über die regelmäßige Entweihung der Ibrahimi Moschee und der al-Aqsa Moschee durch israelische Siedler als „Praxis, die auf die Gegenwart der Palästinenser zielt“. 

Der Sprecher der Widerstandsbewegung, Fawz Barhoum, machte in einer Stellungnahme am Sonntag diese Bemerkung und fügte hinzu, dass die Einbrüche der Siedler in die beiden Moscheen „Teil des Religionskrieges seien, der vom israelischen Regime an dem palästinensischen Volk und dessen heiligen Stätten ausgetragen werde.

Die Ibrahim-Moschee, besser bekannt als die „Höhle der Patriarchen“ liegt in al-Khalil (Hebron), im südlichen Teil der besetzten Westbank. Verehrt sowohl von den Muslimen wie auch den Juden glaubt man, der Komplex der heiligen Stätte markiere die Grabstätte der Propheten Abraham, Isaak und Jakob. In der Folge des Massakers an palästinensischen Betenden durch einen extremistische Siedler 1994 wurde die Anlage geteilt zwischen jüdischen und muslimischen Betern. Jedoch schließt das israelische Militär fast regelmäßig die Ibrahim Moschee für muslimische Beter zu und gestattet extremistischen Siedlern, den ganzen Raum für ihre Rituale zu benutzen.

Das Viertel der Al-Aqsa Moschee in der besetzten Altstadt von Ostjerusalem / al-Quds liegt genau oberhalb des Westmauer-Platzes und beherbergt sowohl den Felsendom wie auch die al-Aqsa Moschee. Entsprechend dem vom israelischen Regime und der jordanischen Regierung unterzeichneten Abkommen nach der israelischen Okkupation von Ostjerusalem / al-Quds 1967 ist nicht-muslimischer Gottesdienst auf dem Gelände verboten. Dennoch stürmen gesetzeskundige israelische Hardliner und extremistische Siedler regelmäßig das  al-Aqsa Moschee-Gelände, eine provokative Geste, die die Palästinenser erzürnt. 

Quelle:

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(Übers: Gerhilde Merz)