Wie viele Verbrechen braucht es noch?

Palestine Update Nr. 131 – 13.4.18

Meinung

Wie viele Verbrechen braucht es noch?

Heute mehr als je hat das Lied von Bob Dylan „Blowing in the Wind“ seine Aktualität in dieser vom Krieg geschüttelten Welt. Dylan stellt Fragen, die anscheinend keine leichten Antworten finden. Die Welt hat wenig – oder gar nichts – über Krieg und Konflikt gelernt. Wenn überhaupt, haben mit Wissenschaft und Technik begabte Männer und Frauen ihre wissenschaftlichen Fähigkeiten angewandt, um durch militärisch-industrielle Verwicklungen zu Kaufleuten des Todes zu werden.

Wenn Dylan gesungen hat „die Antwort, mein Freund, bläst mit dem Wind“ ist das, was er

uns wirklich sagen wollte, dass Lösungen in uns sind und rund um uns herum. Es ist keine Zeit zu zaudern. Menschen sterben, werden verstümmelt, eingesperrt, leben ihr Leben als dauernde Flüchtlinge, in wirtschaftlicher Not, abhängig von Bettelei – statt ihr Leben in Würde als normale menschliche Wesen leben zu dürfen. Kinder wachsen auf und sehen, wie die Hochgeachteten ermordet werden, die geliebten BegleiterInnen ihrer Kindheit, ihre                                   Nachbarn … Inhaftierungen gehören zum Alltag. Lebensgrundlagen werden zerstört. Diebstahl von Land ist ständig präsent und Erbe wird verweigert und weggenommen, nur um für Profit an jene verkauft zu werden, die nicht das Geringste damit zu tun hatten.

Die Nakba wird „bald über uns kommen“. Es ist eine kräftige Mahnung daran, dass 1948 der  „Exodus“ der Palästinenser von statten ging, bei dem 700.000 palästinensische Araber flohen oder während des Palästina-Krieges 1948 aus ihrem Heim ausgeschlossen wurden. In knapp 20 Tagen danach erinnert man sich an den „Naksa-Tag“ (5. Juni 1967), den jährlich wiederkehrenden Tag der Erinnerung an die Vertreibung der Palästinenser, die einher ging mit dem Sieg Israels im Sechs-Tage-Krieg von 1967. Es war der Tag, an dem Israel die Kontrolle über die von Palästinensern bevölkerte Westbank und den Gazastreifen übernahm, die vorher von Jordanien annektiert bzw. von Ägypten kontrolliert waren.

Seit 1948 – und mit stärkerer Grausamkeit seit 1967 – hat Israel Gewalt über Gewalt auf die Palästinenser gehäuft und mit Hass und Verachtung gegen sie gewütet, obwohl sie keinen Anlass dafür boten. Sie tun dies, um sich in einem geographischen Raum einzuzementieren, von dem sie jetzt behaupten, er sei der ihre, nachdem sie ihn vor tausenden Jahren verlassen hatten.

Im Nachklang zu dem fürchterlichen „Holocaust“, Verbrechen von Europäern gegen die Juden, war diese Lösung, die den Arabern auferlegt wurde, schlicht unfair gegenüber den Arabern. Alles, was die Welt durch die Unterstützung mit militärischer Überlegenheit zu sehen bekam, ist, dass die Juden mehr und mehr arabisches Land an sich nahmen und damit Vertreibung und Enteignung verursachten. Was einmal Palästina war – auch, wie dort Juden und Araber in Koexistenz lebten – wird 1948 überwiegend zu „Juden zuerst“ nach den Kriegen,  und gerät von Tag zu Tag mehr in Schieflage mit jeder Siedlung und jeder Umgehungsstraße, die für die jüdischen Siedler gebaut wird! Um diese widerwärtige Asymmetrie aufrecht zu halten, hat Israel die inhumansten und verbrecherischen Taktiken angewandt.

Wann wird die Welt die Wahrheit erkennen und geltend machen, dass Würde und Gerechtigkeit für die Palästinenser nicht notwendigerweise komplizierte Lösungen erfordert. Die Antworten sind hier für uns zu sehen: „The answer, my friend, is blowin‘ in the wind …

Ranjan Solomon

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Waisenkinder nehmen teil an Land-Tag-Erinnerungen

Eintausend Waisenkinder haben an einem Freudenfest in der besetzten Westbank teilgenommen. Dieses, weil Palästinenser eine Anzahl von friedlichen Veranstaltungen und Zusammenkünften seit dem Beginn des Großen Rückkehrmarsches organisiert haben. Die

Bewegung begann am Land-Tag (=Tag des Bodens) 2018, der an das Datum 1976 erinnert, als die Regierung Israels ihren Plan verkündete, tausende Dunum palästinensischen Landes  zu enteignen, um darauf israelische Siedlungen zu bauen. In Antwort auf diese Ankündigung vor mehr als 40 Jahren wurden in palästinensischen Städten innerhalb des Staates Israel ein Streik und Märsche organisiert, die mit Zusammenstößen mit israelischen Sicherheitskräften endeten, während denen sechs unbewaffnete Palästinenser getötet wurden. Der Land-Tag wurde seither zum Symbol für zivilen Widerstand gegen die diskriminierenden Praktiken gegenüber den Palästinensern, sowohl von innerhalb  Israels wie auch den besetzten palästinensischen Gebieten aus.

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Israelische Armee und Siedler verbarrikadieren Straße in der Westbank für Palästinenser

 Israelische Siedler und Besatzungstruppen haben den Palästinensern die Benutzung der Hauptstraße verweigert. Im Juli haben israelische Siedler von der Halamish-Kolonie „einen Außenposten an der Ostseite“ einer nahe vorüber führenden Straße gebaut, die von beiden, den Siedlern und den Palästinensern benutzt wird. Die Siedler haben auch eine Tafel mit arabischer Aufschrift hingestellt, auf der zu lesen ist: „Das Gebiet, wo du jetzt stehst, ist unter jüdischer Kontrolle. Zutritt für Araber zu diesem Gebiet ist absolut verboten, Todesgefahr! -Eine Armee-Einheit ist in zwei Straßenblöcken auf der Straße stationiert – einer davon direkt am Außenposten, die andere einige  hundert Meter  südlich davon. Das führt zu länger andauernde Durchsuchungen der Palästinenser und ihrer Fahrzeuge an den Straßenblöcken“. Nach Angaben von Zeugen durchsuchen und belästigen die Soldaten die Palästinenser  und halten sie auf; einige Leute berichteten, dass sie die Soldaten gefragt haben, warum sie die Menschen so behandeln würden; sie antworteten, die Soldaten hätten ihn gerade heraus gesagt, damit die Palästinenser den Rückzug antreten …“

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Gruppe von kanadischen Journalisten plant ein Treffen zu PR-Fragen

Eine Organisation kanadischer Journalisten, die sich für freie Meinungsäußerung weltweit einsetzt, ist in Bedrängnis geraten nach einer geäußerten Stellungnahme, mit der sie die kanadische Regierung aufforderte, eine israelische Militär-Razzia gegen palästinensische Protestierende zu verurteilen; einige Journalisten kritisierten ihr Vorgehen als ein Abgehen von ihrem Mandat. Eine dringende Vorstandssitzung der Canadian Journalists for Free Expression (Kanadische Journalisten für freien Ausdruck; CJFE) wurde für Dienstag abends

(17.4.) geplant, weil tiefgreifende Unterstützung und Veränderungen bei Mitarbeitern im Raum stehen.  Lesen Sie mehr in Facebook, Link: =260f2a4bd5&e=

Irischem Bürgermeister wird Einreise nach Israel wegen BDS-Verbindungen verweigert

 

Israel gab am Dienstag (voriger Woche) bekannt, dass dem Oberbürgermeister von Dublin, Micheál Mac Donncha die Einreise wegen seiner Beziehungen zu Boykott, Divestment, Sanctions (BDS), internationale Unterstützung gegen die Besetzung palästinensischer Gebiete durch Tel Aviv verweigert wurde. Die Ankündigung, die sowohl vom Innenministerium wie auch vom Ministerium für strategische Angelegenheiten gemacht wurde, kam zu einer Zeit, als Mac Donncha bereits in der Stadt Ramallah in der Westbank weilte. Gilad Erdan, der Minister für strategische Angelegenheiten sagte: „Meine Politik ist klar: Er, der ständig am Boykott gegen Israel arbeitet, wird hier nicht hereinkommen.“ Die BDS-Bewegung wurde 2005 gegründet mit dem Ziel, Israels Besetzung der Westbank zu beenden.

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Artikel

Wie viele Palästinenser müssen sterben, bevor Israels Verbrechen in Gaza aufhören?

Das verstörende Video eines israelischen Scharfschützen (Link: =8f1a60d473&e=), der sich offensichtlich selbst gefilmt hat, während er einen palästinensischen Protestierenden über den Zaun in Gaza hinweg niedergeschossen hat, und dann sich über seine „Erfolg“ gefreut und mit anderen Soldaten gejubelt hat, wurde weit verbreitet und verurteilt. Eine Woche früher dokumentierte ein anderes Video, wie ein anderer palästinensischer Protestierender in den Rücken geschossen wurde. Auch dieses Video erhielt breite Verurteilung.

Was allerdings die Palästinenser über diese Videos vom stattfindenden Großen Rückkehrmarsch in Gaza am meisten aufregt, ist, dass während diese schrecklichen Szenen eine Welle der Wut anstacheln, dieses nur ganz kurz anhalten wird … bis das nächste Verbrechen begangen wird. Die Welt hat Gaza und die ein Jahrzehnt dauernde Blockade vergessen, die Israel diesem Volk angetan hat – und antut. Es braucht die Ermordung von 31 Palästinensern, um die internationale Gemeinschaft an dieses größte Freiluft-Gefängnis der Welt zu erinnern, zu dem Gaza geworden ist.

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Mach mich nicht für einen Tag zum Freund – und verlasse mich nach einem Monat.

Komm mir nicht zu nahe, wenn du mich doch verlassen wirst.

Versprich nicht, was du doch nicht halten willst.

Sei mir nahe – oder geh!                                                          Mahmoud Darwish 

 

Übers.: Gerhilde Merz