*Zeit zu handeln: Solidarität mit Palästina*

Palestine Update Nr. 289 – Zeit zu handeln: Solidarität mit Palästina, 26.9.19

*Zeit zu handeln: Solidarität mit Palästina*

*Resolution der Provinz-Synode der Anglikanischen Kirche von Südafrika (ACSA)*

(Ein Bericht von Dr. Stiaan van der Merwe)

Stiaan van der Merve, ein wichtiger Führer des Global Kairos für Gerechtigkeit, berichtet aus Südafrika:

„Die Anglikanische Kirche von Südafrika (ACSA) unter der Leitung von Erzbischof Thabo Magoba, beschloss heute, einen mutigen und umfassenden Antrag zur Solidarität mit Palästina anzunehmen.

(ACSA ist die Kirche des allseits bekannten Erzbischof em. Desmond Tutu.)

Der Antrag wurde einstimmig ohne Enthaltungen angenommen. Einige Kirchen in Südafrika haben ähnliche Resolutionen angenommen. Die vorliegende ist jedoch die erste umfassende Resolution dieser Art. Darüber hinaus ist sie eine erste dieser Art für eine Kirche im südlichen Afrika. Zu den Kirchen, die in der ACSA repräsentiert werden, gehören Angola, Namibia, Lesotho, Swasiland, Mozambik, Südafrika und St. Helena. Die Verpflichtung zum Gebet, um gewaltlose Formen des Widerstands einschließlich Boykott, Desinvestment und Sanktionen (BDS) zu unterstützen, gehört mit zu dem Mut und der Einmaligkeit dieser Resolution.

Es wird festgestellt, dass alternative Pilgerfahrten eine sprechende Einsicht für viele Kirchenleiter und andere Kirchenmitglieder vermittelt haben, die Palästina und Israel besucht haben. Es ist zu hoffen, dass dieser Gegenstand in der Agenda für den Weltkongress der Anglikanischen Gemeinschaft in Lambeth, 2020, sein wird.“

Diese Synode nimmt zur Kenntnis, dass

  1. dieses der 10. Jahrestag des Kairos Palästina Dokuments ist, eines Dokuments, das von palästinensischen Christen für unser Nachdenken und unsere Aktion geschrieben wurde (kairospalestine.ps)

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  1. die Regierung von Südafrika ihren Botschafter aus Tel Aviv abgezogen hat.
  2. Es wird berichtet, dass jedes Jahr einige hundert palästinensische Kinder in Israels Gefängnissen festgehalten werden, und es gibt Augenzeugen für Menschenrechts-verletzungen.
  3. Premierminister Netanyahu hat vor kurzem gesagt, dass „Israel kein Staat für alle seine Bürger ist“, eine Stellungnahme, die genau das Nationalstaatsgesetz reflektiert, das 2018 von der israelischen Regierung angenommen wurde.
  4. Es gibt eine beträchtliche Schädigung der Umwelt durch die Ungerechtigkeit im Zugang zu und der Verteilung von Wasser, dem Ausreißen von Olivenbäumen und der Zerstörung von Wohnhäusern; dieses hat im Gegenzug zur „Landflucht“ geführt, zusätzlich zu der bereits großen Zahl von Flüchtlingen.

Sie bestätigt, dass

  1. die Situation im Heiligen Land die Aufmerksamkeit der Christlichen Kirche fordert, weil genau dieses der Ort ist, wo Jesus Christus geboren wurde, erzogen und gekreuzigt, und wo er auferstanden ist;
  2. der derzeitige politische israelische Nationalstaat und das Israel in der Bibel nicht durch-einander gebracht werden dürfen, und ebenso wenig sollten die Ideologie des Zionismus und die Jüdische Religion gleichgesetzt werden;
  3. viele christliche Pilgerfahrten in den derzeitigen Staat Israel oft die Christen ignorieren, die in Palästina leben;
  4. Israel einer der wenigen Staaten war, die bis zum endgültigen AUS den Apartheidstaat in Südafrika nicht zu unterstützen aufhörten;
  5. es mögliche Ähnlichkeiten zwischen der Apartheid in Südafrika und dem, was in Israel und Palästina passiert, gibt, und dass die Situation dort in vielen Hinsichten als schlimmer als die Apartheid in Südafrika bezeichnet werden kann;
  6. einige NGOs die Aufmerksamkeit auf diejenigen ziehen, die in Palästina und Israel leiden, besonders Kairos Südliches Afrika und das Ökumenische Begleitprogramm in Palästina und Israel (EAPPI), für deren Arbeit wir sehr dankbar sind;
  7. die Menschen im südlichen Afrika eine besondere Verantwortlichkeit haben, an der Seite der Unterdrückten zu stehen, ebenso wie andere in der internationalen Gemeinschaft an unserer Seite gestanden sind während unserer eigenen Unterdrückung.

Sie stimmt zu, dass

  1. Palästinenser und Israelis verdienen, in Frieden und Harmonie zu leben, weil das nicht nur zum Frieden in der Region beitragen wird, sondern global wirksam werden sollte;
  2. gewaltlose Lösungen für die Herausforderungen dort, untermauert von Glauben, Hoffnung und Liebe, die einzigen Lösungen sind, die die Kirche aktiv verfolgen sollte;
  3. die laufenden Bemühungen durch die internationale Gemeinschaft nicht genug sind, und neue Initiativen in die Richtung zu Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung aktiv angesteuert werden müssen;
  4. wir die Gegenwart der christlichen Gemeinde in Palästina und Israel unbedingt stärken müssen;
  5. die militärische Okkupation von Palästina so bald als möglich enden muss;
  6. alle Formen von Antisemitismus und Islamophobie in den ausdrucksstärksten Überzeugungen verurteilt werden sollten;
  7. Jerusalem ein Ort sein sollte, wo sich Menschen aller Nationen versammeln können, und er darf nicht der exklusiven Benutzung durch eine Gruppe über anderen zur Verfügung stehen.

 

Die Synode beschließt:

  1. Wir ermutigen jede Diözese innerhalb der ACSA, diese oder eine ähnliche Resolution bei ihrer nächsten Synode zu verabschieden und mit dem Südafrikanischen Kirchenrat und seinen Verbündeten, die Resolutionen über Palästina und Israel angenommen haben, nach einer ökumenischen Aktion in Richtung auf ein Maximum an Gerechtigkeit und Frieden für unsere Brüder und Schwestern dort zu suchen.
  2. Wir lehren und informieren uns selbst möglichst umfassend über die tägliche Realität der Situation und ermutigen Mitglieder von ACSA, die ins Heilige Land reisen, eine inklusive und ausgewogene Route zu wählen, die zur Kontaktaufnahme mit palästinensischen Christen führt.
  3. Wir unterstützen jede gewaltlose Aktion, besonders die gut ausgearbeiteten Boykott-, Desinvestitions- und Sanktion-Aktionen (BDS) gegen den israelischen Staat, bis dieser seine Okkupation von Palästina beendet.

5    (statt 4) Wir beten das folgende Gebet für Palästina:„Gott segne Palästina;Gott befreie alle aus der Unterdrückung;Gott verschaffe uns Gerechtigkeit und Frieden. Amen“.

6    (statt 5). Wir bitten die ACSA-Delegierten in Lambeth 2020, diese Resolution an das Büro der Anglikanischen Gemeinschaft für eine mögliche Betrachtung und Inklusion in die Agenda von Lambeth 2020 weiterzugeben.

7     (statt 6). Wir bitten ACSA, eine Studiengruppe für Palästina zu ernennen, die Studienmaterial für die Verwendung in Pfarrgemeinden und Diözesen vorbereitet und verteilt, und die einen Bericht über den Fortgang der Einführung dieser Resolution für die nächste Provinzsynode vorbereitet.

8     (statt 7). Wir geben diese Resolution weiter an die Botschafter von Palästina und Israel, die in   Ländern des Südlichen Afrikas stationiert sind wie auch an die palästinensischen Kirchenleitungen, an SABEEL und an Kairos Palästina.

(Übersetzung Gerhilde Merz)