Israels Methode der Verrücktheit

 Pal. Update Nr. 514 – Israels Methoden der Verrücktheit, 23.12.21

Kommentar

Israels Methode der Verrücktheit

Es ist nichts weniger als ein „Stacheldraht-Monster“, wie Gideon Levy es in Haaretz formuliert. Israel investierte 3,5 Milliarden Schekel, um ein Ghetto zu bauen. Die Männer, die gleichermaßen von falscher Angst und wirklichem Hass aufgefressen werden, feierten mit Umarmungen. Sie haben mit Erfolg eine „Mauer im Untergrund“ gebaut, die ärger ist als ein Gefängnis. Denn: diejenigen, die eingesperrt wurden, sind unschuldige Leute, keine Kriminellen und Mörder, wie jene, die solche Mauern errichtet haben.

Werden diese „Mauern“ Israel Frieden und die sogenannte Sicherheit bringen, die die Menschen sich sosehr wünschen? Sie haben nicht einmal eine in der Ferne liegende Chance. Gazas Feuerballons, die von Gaza aus gestartet werden, werden weiterhin von Gaza in die Luft geschossen werden und Feuerfunken in Israel legen. Diese Männer und Frauen, die sie angeordnet haben, können nur beklagen, dass sie diese Milliarden Schekel für eine sinnlose und fruchtlose Übung verpulvert haben. Es wird nur das Ende der Blockade verzögern. Die Ballone fliegen nicht dort unten, wo die Mauer gebaut worden war. Israel wird auch nicht managen können, Kampfflugzeuge und Kanonenfeuer durch die Mauern zu schicken. Das ganze Ding ist eine Übung in Unklugheit. Generationenlang werden die Leute das Vorgehen eines Netanjahu und Gantz verachten und lächerlich machen. Die Mauer wird nicht einmal die Schande des korrupten Netanjahu verstecken, der diesen Weißen Elefanten als Ablenkung von seinem Gerichtsverfahren lanciert hat. 

Auf einer ähnlichen Front trifft Israel auf einen anderen Faktor für Angst. Es wird kritisiert, dass Küchenmesser mehr Opfer gefordert haben als vorausgedacht. Das Küchenesser wurde zu einem Symbol für Widerstand gegen Israels Siedlungspolitik. Und doch wundert sich Israel in seinem absoluten Wahnsinn, wieso 14jährige ihre jüdischen Nachbarn niederstechen. Der Westen, der in Anspruch nimmt, zivilisiert zu sein, sollte nachfragen, wieso zwei Millionen Menschen 15 und mehr Jahre lang unter einigen der fürchterlichsten Umständen eingesperrt sind. Die Mauer kommt dazu zu ihrem schrecklichen und aufgezwungenen Exil. 

Sie sollten nachfragen, warum Häuser unterschiedslos zerstört werden. Warum Menschen ins Gefängnis geworfen werden ohne wirklichen Sinn oder Grund. Warum Frauen im Gefängnis in einer Art und Weise misshandelt werden, die weit über die Formen von Grausamkeiten im vergangenen Jahrhundert durch Faschisten und Despoten hinausgehen. Was verursacht die Messerstechereien? Für jede Barrikade und jede Absperrung erfinden die Palästinenser eine neue Art, um zurückzuschlagen. Und so lange Israel Zäune errichtet, bestätigt es nur, dass es eine Okkupation gibt – einen Zustand von kolonialer  Invasion, der auf rassistischen Vorgaben wurzelt. 

Haaretz fängt die zionistische Denkweise bündig ein, wenn es argumentiert, dass die politische Verrücktheit, in welcher Denkweise die „Mauer“ konstruiert und vervollständigt wurde, von den Faschisten und ihren verbündeten Partnern als „Gipfelpunkt ihres Ruhmes“ betrachtet wird. Aber – wie Haaretz weiter ausführt – „kann sie auch als ein neues nationales Monument dienen, um an die zeitweilige Gesundheit zu erinnern, die das Land verloren hat“. 

Werden schließlich Europa und Nordamerika in ihrer latenten Bemühung, Komplizen zu bleiben, Israel erlauben, das Schlimmste auszuführen und blind zu sein gegenüber diesen neuen Tatsachen am Boden?

„Es können Zeiten kommen, in denen wir machtlos sind, Ungerechtigkeit zu verhindern, aber es darf nie eine Zeit geben, in der wir versäumen zu protestieren!“ 

Ranjan Solomon

 

 Es ist offiziell: Gaza ist jetzt ein Ghetto

(Bild: Bewaffnete stehen vor der Mauer Wache)

Und jetzt ist es offiziell: Das ist ein Ghetto – kein Gefängnis … ein Ghetto! Was ist der Unterschied zwischen einem Gefängnis und einem Ghetto? In einem Gefängnis werden Leute wegen ihrer Verbrechen eingesperrt. In einem Ghetto sperren sie Leute wegen ihrer Gene ein. Mehr als 2 Millionen menschliche Wesen sind in diesem Ghetto zusammengepfercht, 99 % davon haben sich  nicht schuldig gemacht durch irgendein Verbrechen. Aber das interessiert die Ghettos nicht und nicht ihre Erbauer. Schließlich wurden Ghettos immer für Unschuldige bestimmt. Wer weiß das so gut wie wir?

Jeder, der auf dieses Stacheldrahtmonster blickt, auf die Wachtürme, die Todeszone, die Benutzer-freundlichen tödlichen Spielsachen, die Sensoren, die Scheinwerfer, die Kameras, die Sirenen, und nicht erschrocken ist, und wird nicht erinnert, und hört auf, zu sich selbst „Ghetto“ zu flüstern, gibt damit ein Zeichen, dass seine Seele schwielig geworden ist und sein Herz verhärtet. Und wenn er Jude ist und es trotzdem nicht haarsträubend findet, gibt damit ein Zeichen, dass seine ganze Geschichte für ihn umsonst war: Er hat daraus nichts gelernt. 

Der Anlass war ein festlicher: Der Gefängnisleiter erster Klasse, Aviv Kochavi, hielt seine Rede. Der Verteidigungsminister Gantz dankte dem visionären Grenzzaunerfinder Netanyahu. Brigadegeneral Eran Ofir, der Kommandant über Barrieren und Absperrungen hatte bewegende Statistiken vorbereitet über die Länge des Stacheldrahtes und die Dicke des Betons. Mazel tov (= viel Glück!)

(Quelle)

Warum Jerusalem nicht vom Tisch genommen werden kann? 

(Bild: Nahaufnahme des mit einem Maschinengewehr bewaffneten Soldaten)

„Wenn palästinensische Teenager am Morgen aufstehen und sich entschließen, hinauszugehen, um Israelis auf den Straßen der „ungeteilten“ Hauptstadt zu erstechen, obwohl sie genau wissen, dass sie wahrscheinlich mit dem Tod enden, und dass ihre Familien dafür auch noch einen sehr hohen Preis bezahlen würden müssen, kann die israelische Antwort nicht nur sein, Sicherheitskräfte weiter aufzupäppeln und „business as usual“ (=Alltags-geschäft) durchzuführen. Das könnte für Israelis als eine annehmbare Lösung erscheinen, besonders, wenn ihre Regierung es einrahmt als die notwendigen Kosten für Israels Kontrolle über Ostjerusalem und das sich stetig ausdehnende Siedlungsprojekt. Aber die Palästinenser würden keine Autorität annehmen, die sie einfach als „Terroristen“ behandelt und auf ihre Vertreibung hinarbeitet. Ohne einen politischen Prozess, der auf das Vorhaben einer Selbst-bestimmung der Palästinenser hinarbeitet, und mit unverminderter Enteignung und Unter-drückung werden Konflikt und Gewalt nur intensiviert werden, besonders in Ostjerusalem. 

(Lesen Sie weiter) 

Israels Gefängnis-Administration vergreift sich an palästinensischen weiblichen Gefangenen

(Bild: Mindestens drei Gefängnisaufseher in Uniform mit Schutzhelm und Maske greifen ungeschütztes Mädchen an)

Die israelische Gefängnis-Administration im Damon-Gefängnis hat wiederholte Angriffe auf weibliche palästinensische Gefangene ausgeführt, berichtete gestern (= vor kurzem) die Palestinian Prisoners‘ Society (PPS). In einer Stellungnahme sagte PPS, dass einige Repressions-Maßnahmen gegen weibliche Gefangene tagelang und bis dato weitergehen und betonte, dass die Gefangenen schwer geschlagen werden; einige von ihnen erlitten dabei leichte Verletzungen. Die israelischen Gefängnisbehörden ordneten verschiedene repressive Maßnahmen für die weiblichen Gefangenen an; sie schalteten z.B. den elektrischen Strom ab, oder sie sprühten Tränengas in die Zellen, wodurch eine der Gefangenen durch die wiederholten Angriffe das Bewusstsein verlor. Die Verschärfung des Vorgehens gegen die weiblichen Gefangenen fand statt, nachdem diese sich geweigert hatten, die durch die Gefängnis-Administration angekündigten neuen Maßnahmen  anzunehmen, wie auch die kollektiven Strafen, die man ihnen auferlegt hatte; dazu gehören das Verbot von Familienbesuchen und der Kauf von Artikeln aus der Kantine sowie die Forderung von Bestechungsgeldern (?)

(Detaillierte Angaben sind vorhanden)

Kirchenleiter warnen vor der Drohung mit „Auslöschung“ durch „radikale“ israelische Gruppen

Christen in den besetzten palästinensischen Gebieten haben „Androhung der Auslöschung“ durch „radikale“ israelische Gruppen zu befürchten, warnten Kirchenführer mit einer ersten Botschaft auf Weihnachten hin. Sie haben die weltweite christliche Gemeinschaft von 2,3 Milliarden Menschen um Hilfe angerufen. 

„In jüngst vergangenen Jahren wurde das Leben vieler Christen durch radikale lokale Gruppen mit extremistischen Ideologien unerträglich gemacht“, sagte Francesco Patton, der Kustos der ‚Katholischen Kirche im Heiligen Land‘. In einem Schriftstück im ‚Daily Telegraph‘ warnte er vor der Drohung von israelischen Extremisten. „Trotz zweitausend Jahren getreuen Dienstes ist unsere Gegenwart prekär geworden und unsere Zukunft riskant“. Patton ist auch der Hüter der christlichen religiösen Anlagen im Heiligen Land. „Während wir einmal 20 % der Bevölkerung von Jerusalem betrugen, zählt die christliche Gemeinschaft heute weniger als 2 %“. Vor der Schaffung von Israel 1948 waren die palästinensischen Christen die zweitgrößte religiöse Gemeinschaft, und sie betrugen mehr als 11 % der gesamten Einwohnerschaft. Die Wellen der ethnischen Säuberung, die die Palästinenser die „Nakba“ (= Katastrophe) nennen, hat ihre Zahl fast bis zum „Aussterben“ gebracht.

Israels gewaltsame Eroberung, illegale Annexion und militärische Okkupation (= Besetzung) von Jerusalem hat die Flucht der palästinensischen Christen aus ihrem Land beschleunigt. Menschenrechtsgruppen haben Israels Regime über das Gebiet als eine Form von Apartheid beschrieben, unter der christliche Palästinenser auch als Bürger zweiter oder dritter Klasse behandelt werden. Patton erklärte, dass das Leben der Christen unerträglich gemacht worden war, weil radikale jüdische Gruppen trachten, „die Altstadt von Jerusalem von ihrem christlichen Erscheinungsbild zu befreien, sogar die christlichen Viertel.“

(Quelle)

 Die israelische Armee erlaubt, auf palästinensische Steinewerfer zu schießen

Das palästinensische Außenministerium verurteilte die Entscheidung, die von der israelischen Armee berichtet wurde, israelischen Soldaten zu gestatten, direkt auf palästinensische Steinewerfer in der Westbank zu schießen, sogar, nachdem sie bereits davongelaufen sind. „Diese Entscheidung dient als grünes Licht dazu, (noch) mehr Exekutionen auf dem offenen Feld gegen Palästinenser durchzuführen, je nach den Launen, Schrullen und Einstellungen des israelischen Soldaten“, sagte das palästinensische Ministerium. 

 

„Das Ministerium betrachtet die neue Entscheidung mit großem Ernst, die eine offensichtliche Missachtung des internationalen Menschenrechtsgesetzes und der Prinzipien der Menschen-rechte darstellt“, wird hinzugefügt. Radio Israel berichtete, dass die israelische Armee angefangen hat, ihre Politik, Feuer in der Westbank zu eröffnen, so zu verändern, dass erlaubt werden solle, auf jeden zu schießen, der/die während eines Zusammenstoßes Steine und Molotowcocktails wirft, auch nachdem sie geflohen waren. 

(Quelle) 

Übersetzung: Gerhilde Merz