Nr. 553 Palestine Update , „Die weitergehende Nakba“

Nr. 553 Palestine Update , „Die weitergehende Nakba“

 

Stellungnahme aus der Erinnerung an den Nakba-Tag 2022 – Thema „Die weitergehende Nakba“

 

Indo-Palestine Solidarity Network –

 INDOPAL FOUNDATION – 

India Palestine Friendship Forum

 

Nakba 74 war ein Tag, der umwölkt war in der Erinnerung der Ereignisse vom 15. Mai 1948.

Es war jener Schicksalstag, als hunderttausende PalästinenserInnen aus ihren Heimstätten fliehen mussten und hunderte Dörfer zerstört wurden. Der jüdische Autor, Gelehrte und Aktivist für Menschenrechte, Ilan Pappé, hat die Nakba deutlich als einen Akt von „ethnischer Säuberung“ benannt. Die ständige Ausdehnung der illegalen Siedlungen, die weitergehende Belagerung von Gaza und die täglichen Gewaltakte, die an Palästinensern ausgeübt werden, verschärft die Erfahrung der Nakba als einer ausgedehnten Gegenwart, die verspricht, in der Zukunft weiterzugehen. 

 

Die Erinnerung 2022 wurde scharf ins Zentrum gebracht durch den Mord an Shireen Abu Akleh, einer palästinensisch-amerikanischen Journalistin, vermutlich durch einen israelischen Scharfschützen. Sie wurde erschossen und getötet, während sie israelische Streitkräfte am 11. Mai bei einem Überfall auf die Stadt Jenin in der Westbank beobachtete. Sogar noch tragischer verlief die Art, wie ihr Trauerzug von der israelischen Polizei brutal angegriffen wurde, wodurch der Sarg fast auf den Boden gefallen wäre. Das war offensichtlich kein Zufall, weil ‚Shireen‘ für die Soldaten, die einige 25 Jahre lang gedient und dabei viele Zusammenstöße in den palästinensischen Gebieten durchgeführt hatten, kein unbekanntes Gesicht war.

 

Klar, die Nakba geht weiter durch das Apartheid-, kolonialistische und rassistische Regime in Tel Aviv. Jeder weitere Tag ist voll der ruchlosen Gewalt durch bewaffnete israelische Streitkräfte. Das Töten von unschuldigen Zivilisten, Hauszerstörungen, Diebstahl von und durch Siedler mit schweigender Unterstützung von Soldaten, Inhaftierung von Männern, Frauen und Kindern ohne entsprechende Beschuldigungen gehört zum Alltag. Sogar Erbe wird nicht in Ruhe gelassen: Israel eignet sich wichtiges Erbgut an mit zwei Zielen: die palästinensische Geschichte auszulöschen, und Kapital aus den Orten des Erbgutes zu schlagen, um daran in der Tourismusindustrie zu profitieren.

 

2022 verändert sich die Art, wie die Welt die Unterdrückung der Palästinenser sieht, ob in der Westbank, in Gaza, Jerusalem, oder sogar in Israel. Da gibt es starke Solidaritätsbewegungen und ein sich vermehrendes Bewusstsein über die Wahrheit der Kolonisation in Asien, Afrika, Europa, Lateinamerika und Nordamerika. Die BDS-Bewegung hat der herrschenden Schicht in Israel Schauer über den Rücken gejagt und die Verbündeten Israels im Westen erschreckt.             

 

Am 15. Mai kamen drei Organisationen aus Indien zusammen, um ihre Solidarität anlässlich des 74. Jahres der Nakba auszudrücken. Diese waren das Indo-Palestine Solidaritäts-Netzwerk, die IndoPal-Foundation und das India-Palestine Friendship Forum. Wir waren überzeugt, dass die Nakba ein weitergehender politischer Zustand ist. Israel versucht, seine Kolonial-Agenda durch das Instrument der Okkupation zu zementieren. Wir haben online die Geschichte des Kampfes der Palästinenser aus dem Munde des Palästinensischen Bot-schafters, H.E.Adnan Abu Al-Haija, gehört, und die Wichtigkeit einer breiteren Solidaritäts- Basis aus den Ländern quer durch die Welt. Er forderte die sich um Gerechtigkeit und Menschenrechte kümmernden Menschen auf, kein Blatt vor den Mund zu nehmen und den Leuten die Lebensbedingungen der Palästinenser bewusst zu machen. Nach einigen Diskussion beschlossen wir:  

 

Erstens, den Menschen durch die Medien die Ungerechtigkeiten bewusst zu machen, unter       

             denen die Palästinenser leiden.

 

Zweitens, Lobbying bei Parlamentariern und Meinungsbildnern zu betreiben, um die wach-  

              sende Mitschuld Indiens an Israels erschreckenden Grausamkeiten deutlich zu   

              machen.

 

Drittens, ein Ende der israelischen Okkupation zu fordern, die wirklich ein eklatanter Akt     

             von Kolonisation ist, basierend auf Israels Apartheid und rassistischen Praktiken.

 

Viertens, die BDS-Bewegung zu stärken, besonders unter jungen Leuten in Schulen und    

             weiterbildenden Höheren Schulen, wie auch in Sportverbindungen. Zielführend 

             können Kampagnen sein gegen Hewlett Packard und Puma, die Komplizen sind 

             bei Israels militärischen Ambitionen und Methoden.

 

Unterzeichnet von 

 

Indo Palestine Solidarity Network

IndoPal Foundation

Indo Palestine Friendship Forum 

 

(Übersetzung Gerhilde Merz)