Palestine Update Nr. 452, Anti-Palestinian racism … 14.3.21

Palestine Update Nr. 452, Anti-Palestinian racism …  14.3.21

 

Anti-palästinensischer Rassismus und Anstiftung in israelischen sozialen Medien ist seit 2020 um bis zu 16 % angestiegen.                      

Anti-Palestinian racism and incitement in Israeli social media increased by 16% in 2020 – center   Index der rassistischen und anstiftenden

Publikationen im Jahre 2020  

Aggressive Reden mit Angriffen auf Araber       Reden, mit denen Araber beschimpft wurden 

von 2019 bis 2020 erhöht um         16 %                       574.000

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Benutzung 2020 von Plattformen der 

Sozialen Medien:                                       Rassistischer Diskurs gegenüber Arabern   

Twitter: 61 %                                                                     

Foren:    7 %                                                                    um 21 % 

Kommentare: 13 %

Facebook:       19 %                                                      angestiegen

 

7amleh – Das „Arabische Zentrum für Förderung Sozialer Medien“ sagte in einem neuen Bericht, dass die Ergebnisse von Rassismus und Anstiftung im Index israelischer Sozialer Medien zeigten, dass die ungefähr 574.000 Botschaften auf den Sozialen Medien 2020 bösartige anti-arabische Texte enthielten, d.h. einer von 10 Botschaften in arabisch waren verletzende Beleidigungen… Das bedeutet eine Zunahme von 79.000 Beschimpfungen gegenüber dem vergangenen Jahr, als 495.000 solcher Botschaften weitergegeben wurden. Die Ergebnisse zeigten, dass aufgrund der Korona-Pandemie die rassistischen Beleidigungen von Palästinensern und Arabern um rund 21 % mehr wurden, Beschimpfungen waren der Inhalt von 29 % der Zuschriften. Verbale Anstiftungen betrugen 7 %. Ferner brachte der Bericht zu Tage, dass die Twitter-Plattform im Index mit 61 %  der veröffentlichten Nachrichten weit vorn lag, das ist mehr als das Doppelte im Vergleich zu 2019, wogegen die Facebook-Plattform in diesem Jahr Nr. zwei in dieser Rechnung war und 19 % der Beleidigungen versandte, eine Verminderung  von 20 % im Vergleich zu 2019.

(Quelle) 

Israel trennt in Gaza lebende Frauen von ihren Familien in der Westbank

Israel richtet ein Apartheid-Regime zwischen dem Jordanfluss und dem Mittelmeer ein, um die Vormachtstellung von Juden über Palästinenser zum Dauerzustand zu machen. Ein Schlüssel zum Erreichen dieses Zieles ist die Teilung des Landes in einzelne Bereiche. Israel billigt Palästinensern unterschiedliche Rechte je Bereich zu, während das Gebiet für Juden eine einzige, für alle zuständige Einheit ist.

(Bild: Familie mit einem leeren Platz für fehlendes Familienmitglied )

Diese Einschränkungen behindern tausende Familien, in denen ein Ehegatte in Gaza wohnt, und der/die andere seinen/ihren Wohnsitz in der Westbank hat, ein normales Familienleben zu führen. Die jüdische Vormachtstellung wird zum Dauerzustand durch diese grausame Bürokratie der Familientrennung, die die Familien vor eine unmögliche Wahl stellt: mit-einander in Gaza zu leben und abgeschnitten zu sein vom Rest der Familie in der Westbank, oder getrennt leben. Gemeinsam ein Familienleben zu führen mit dem Ehepartner/ der Ehepartnerin und den Kindern, und Kontakt zu halten mit nahen Verwandten sind die elementarsten und grundlegenden menschlichen Beziehungen – aber für Palästinenser sind sie unerreichbar. 

(Quelle)

„Spezial-Verantwortung für den Friedensprozess im Mittleren Osten“ und die Theorie eines Scheiße-Jobs.

https://electronicintifada.net/sites/default/files/styles/original_800w/public/2021-03/eozzeddxsaap5hc.jpg?itok=zc4JgBiV&timestamp=1614680851(Bild: Susanna Terstal (links) zeigt „Raketenangriffe“ von Gaza aus, ohne die israelische Aggression zu kritisieren.

„Der verstorbene Anthropologe David Graeber entwickelte die Theorie der „Scheiße-Jobs“ 

(= bullshit-jobs). Ein solcher Posten, schrieb er, ist „absolut sinnlos und trägt nichts bei für die Welt“ und „sollte nicht wirklich existieren“. Obwohl Graeber das Zitat eines mit ihm arbeitenden Anwalts im Hinterkopf hatte, passt seine Beschreibung sehr gut für verschiedene Arbeiten auf dem Feld der internationalen Beziehungen.

Immer wieder rüstet die Europäische Union einen Diplomaten oder Politiker mit dem Titel ‚Spezial-Repräsentant für den Friedensprozess im Mittleren Osten‘ aus. „Der Titel ist auf eine Lüge aufgebaut. Die Wahrheit ist, es gibt keinen Friedensprozess im Mittleren Osten, weil Israels politische Establishment dem Zionismus geweiht ist. Jene anachronistische Ideologie untermauert die fortlaufende Kolonisierung von palästinensischem Land und die Verweigerung von Rechten für Palästinenser. Einen wirklichen Friedensprozess anzufangen – einen mit Gerechtigkeit und Gleichheit als Kernstück – würde verlangen, dass Israel dem Zionismus eine Absage erteilt. 

Susanna Terstal, die derzeitige „Spezial-Repräsentantin“ für diesen „Friedensprozess“ nähert sich von der umgekehrten Seite an. Indem sie wiederholt hervorhebt, dass die EU verpflichtet ist, für Israels „Sicherheit“ zu sorgen, bietet sie als Rückversicherung an, dass der Zionismus nicht berührt wird. Weil Terstal genau so von der Sache sagt, die die Zionisten hören wollen, wundert es wenig, dass sie ihre Gesellschaft suchen.

(Lesen Sie weiter)

Unterstützung für David Miller wächst

Mehr als 315 Akademiker und Intellektuelle im öffentlichen Leben haben einen offenen Brief an die Universität Bristol zur Unterstützung von Professor David Miller unterzeichnet. Miller ist ein Forscher, der die Israel-Lobby studiert hat, die zionistische Bewegung und die Islam-feindlichkeit (Islamophobie). Professor Miller ist anerkannt und respektiert für seine strenge Analyse und wohlbedachten Urteile. „Eine von Israel und seiner Lobby gestützte Kampagne fordert, Miller wegen seiner Opposition zum Zionismus zu feuern, Israels rassistischer Staatsideologie. Zu den Unterzeichnern des offenen Briefes gehören Noam Chomsky, Romanschreiber und pensionierter englischer Professor, Abdaf Spoueif, palästinensischer Gelehrter und der Aktivist Sami al-Arian, der andersdenkende israelische Historiker Ilan Pappé und der Schriftsteller Malia Bouattia.

Die Unterzeichner schreiben, dass sie „Gegner sind des Antisemitismus, der Islamophobie und aller Formen von Rassismus“ und dass sie ebenso Gegner sind von falschen Behauptungen und der Beschimpfung der positiven Impulse von Anti-Rassismus, um die antirassistische Debatte zum Schweigen zu bringen.“  Sie fügen dazu, dass „Bestrebungen, Personen in dieser Art zu behindern, zu isolieren und auszuschließen,  darauf zielten, auf Erfahrung basierende Forschung, Lehre und Debatte auszuklammern … Als öffentlich wirkende Intellektuelle und Akademiker fühlen wir uns verpflichtet, unsere Solidarität mit Professor Miller zum Ausdruck zu bringen und leisten Widerstand gegen solche Bemühungen, die akademische Freiheit niederzuschlagen.“ Miller ist das Ziel von „wohl orchestrierten Bemühungen“, seine Ansichten falsch darzustellen als „Beweis für Anti-semitismus.“

Leute in jüdischen und muslimischen Gemeinschaften sind ebenso dabei, offene Briefe  zu

organisieren. Eine allgemeine Petition zur Unterstützung für Miller hat inzwischen fast 2.700 Unterschriften erzielt.“

(Quelle)

Der Staats-Pensionsfonds Neuseelands nimmt Abstand von israelischen Banken

„Der Nationale Pensionsfonds Neuseelands von 33 Milliarden Dollars hat fünf israelische Banken aus seinem Portfolio ausgeschlossen wegen ihrer Rolle bei der Finanzierung von israelischen Siedlungen in der besetzten Westbank. Eine Steuerveranlagung durch den „NZ Super Funds“ (= Neuseeland Super-Fonds) stellt fest, dass es seine verantwortungsvolle Investitionspolitik verletzen würde, Anteile in Israels größten Banken liegen zu haben. Das Dokument zitiert das Votum Neuseelands von 2016 zur Resolution 2334 des UN-Sicherheitsrates, in dem die Illegalität der Siedlungen bestätigt wird, wie auch Stellungnahmen des israelischen Premierministers Benjamin Netanyahu, der die Absicht aussprach, weiterzufahren mit der ausgedehnten Annexion von besetztem palästinensischem Land. Israels Siedlungsbau ist ein Kriegsverbrechen. Er ist einer der Gegenstände, die derzeit vor dem ICC (= Internationaler Gerichtshof) verhandelt werden, dessen Richter im vergangenen Monat die Wege für eine formelle Untersuchung der Aktionen Israels in der besetzten Westbank und im Gazastreifen geklärt haben. In einem Bericht von 2018 dokumentierten Human Rights Watch die wesentliche Rolle, die israelischen Banken im Aufbau der Kolonien und der großzügigen Fortführung von Missbräuchen der palästinensischen Menschenrechte zukam. Alle fünf ausgeschlossenen Finanzinstitutionen sind in der Liste der Ausschlüsse des NZ Super Fund enthalten.

(Lesen Sie den ganzen Bericht) 

Sieg für BDS, weil der Richter den zionistischen Versuch, die freie Rede zu ersticken, SLAPPS

(SLAPP = strategic lawsuit against public participation 

              = strategischer Rechtsfall gegen öffentliche Teilnahme

Eine israelische Soldatin, die eine 6 Millionen $ Verleumdungsklage in Amerika gegen einen palästinensischen Christen angestrengt hatte, hat ihre Bemühungen um Recht spektakulär zurückgeworfen gesehen. Obwohl ihr Anwalt den US-Richter drängte, das israelische

Verleumdungsrecht anzuwenden, mit welchem Kritik am zionistischen Staat mit bis zu einem Jahr Haft bestraft wird, verlor Rebecca Rumshiskaya ihren Fall. 

Der kalifornische Richter Craig Griffin wies den Rechtsfall zurück und ließ ihn fallen ebenso wie den Versuch, israelische Gesetze in seinem „Orange County“-Obersten Gerichtshof anzuwenden. In seinem Rechtsspruch rechtfertigte der Richter dem Palästinenser Suhair Nafal seine Anti-SLAPP-Bewegung und sagte, Rumshiskaya müsse die Gerichtskosten für den Beklagten bezahlen. Die Anti-SLAPP-Gesetze dienen dazu, Menschen davon abzuhalten, Gerichtshöfe der USA und potentielle Drohungen mit einem Rechtsfall zu benutzen, um Menschen einzuschüchtern, die ihre Rechte auf freie Rede aus dem „First Amendment“ ausüben wollten. (Anm. der Übersetzerin: „Anti-Schergerl-Gesetz“!!) Ein „strategischer Rechtsfall gegen öffentliche Teilnahme“ (SLAPP) wurde geschaffen, um von der Redefreiheit abzuschrecken, wobei der Kläger gewöhnlich nicht wirklich erwartet zu gewinnen. Das Ergebnis dieses besonderen Rechtsfalles ist ein schwerer Schlag gegen Israels fortgeführte Bemühungen rund um die Welt, die Bewegung für Boykott, Desinvestment und Sanktionen (BDS) zum Schweigen zu bringen, besonders in sozialen Netzwerken. 

(Quelle)   

(Übersetzung: Gerhilde Merz)   

Palestine Updates ist eine Auffangstelle für historische und laufende Information über Geschehnisse speziell in palästinensischen Gebieten, über globale Kampagnen, Initiativen der israelischen Friedensbewegung und Kritik an Regierungspolitik in Israel und Palästina, die die Menschen verletzen. 

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