Palestine Update Nr. 541 – An un-quenching thirst for more and more land 6.4.22

Palestine Update Nr. 541 – An un-quenching thirst for more and more land 6.4.22

 

Ein unstillbarer Durst nach mehr und mehr Land

Kommentar

 

Israelische Siedler sind besessen von der unersättlichen Notwendigkeit, mehr und mehr Land an sich zu reißen, das nicht in erster Linie das ihre ist. Die Palästinenser müssen gegen die von Israel unterstützten Siedler, die versuchen, palästinensische Bewohner hinauszuwerfen, durch die internationale Gemeinschaft geschützt werden. Kinder (Jugendliche) in Gebieten, die von israelischen Siedlern zum Ziel genommen werden, wachsen in Unsicherheit auf und wissen, dass ihre jeweilige Zukunft auf dem Spiel steht. Das, wissen sie, bedeutet, dass sie jederzeit ihre Ausbildung, ihr Zuhause verlieren, und jederzeit angegriffen und eingesperrt werden können. 

 

In der Zeit des ‚Ramzan‘ (= Ramadan, wenn für die Muslime, die ihre religiösen Rituale durchführen, Frieden herrschen sollte, gibt es keine Erleichterung. Da nimmt die Gewalt durch israelische Soldaten und Siedler besonders zu und Gebetsruhe kann unter der schweren Provokation nicht stattfinden. Es wirkt wie eine besondere List im formellen Israel, Angriffe vom Zaun zu brechen und immer mehr Leute einzusperren, Kinder und Jugendliche zu belästigen und sie grausam unter Missachtung des Rahmens des Menschenrechts-Gesetzes zu bestrafen. Palästinenser haben verärgert auf die schweren Provokationen reagiert, und ihre Angriffe innerhalb von Israel haben Israel den bequemen Vorwand geboten, einen wilden Zugriff auf die Palästinenser in einer Operation mit dem Namen ‚Break the Wave‘ (= die Welle brechen) vorzubereiten. Es ist unvorstellbar, was das Ergebnis sein würde, wenn dieses zustande käme. Eine Sache ist sicher: Die Vergeltung würde nicht zu vergeben und extrem sein.

 

Dass die arabischen Staaten Israels Ramadan-Ausschreitungen in Jerusalem verurteilt haben, macht keinen Unterschied. Als Protest weigerte sich ein junger Mann aus Kuwait, mit einem israelischen Gegner zu fechten. Die von Amerika aufgedrängte Normalisierung – wie diese von einigen arabischen Staaten gefordert wurde, hat die Straße nicht erreicht. In der Asymmetrie zwischen Israel und den arabischen Staaten kümmert sich niemand darum, Zurückhaltung zu üben, um Gerechtigkeit endgültig wahr zu machen, und die endgültige Gerechtigkeit ist noch sehr weit weg. Nacht für Nacht wenden israelische Soldaten Tränengas und Lärmkanister an, um Palästinenser auseinander zu jagen, die sich für ‚Iftar‘ –  ein wesentliches Element für die Ramadan-Feier – versammeln. Stellen Sie sich diese Grausamkeit vor: Ein älterer Mann wurde hart angefasst und verdroschen. Wir wiederholen das Zitat von Israels Premierminister Naftali Bennet (in einem früheren Palestine Update): „Wer immer eine Lizenz für eine Waffe hat – Jetzt ist es Zeit, sie zu tragen.“ Das ist ein Aufruf, jeden zu ermorden, der die Fähigkeit hat, zu hassen und zu töten, ohne deswegen die innersten Gründe für den Ärger der Palästinenser zu bedenken. Er rechtfertigt keine Tötung durch irgendjemanden oder von irgendeiner Seite. Aber Anlass verursacht Tat, und das liegt außerhalb der Gleichung Israels in diesen Zeiten. 

 

Bitte, lesen Sie diesen Bericht und verteilen Sie ihn breit. DANKE! 

 

Ranjan Solomon

 

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Sheikh Jarrah ist für palästinensische Kinder wie ein „großes Gefängnis“

(Bild: Ein kleiner Junge sitzt hinter einem großen Parkgitter)

 

Palästinenser in Sheikh Jarrah sind in einen jahrzehntelangen Kampf mit israelischen Siedlern verwickelt, die Eigentumsrechte an palästinensischen Wohnungen fordern und versuchen, die palästinensischen Bewohner zu vertreiben. „Das ist die Situation seit meiner Geburt so gewesen, und ich bin mir dieser voll bewusst“, sagte Khalil. Die nicht stabile und unsichere Situation im Bezirk macht das tägliche Leben für Khalil komplizierter und schafft Schwierigkeiten. Er befürchtet, dass Siedler jederzeit seine Familie angreifen könnten. Im vergangenen Juni griffen israelische Streitkräfte Khalil an, nahmen ihn fest und stellten ihn unter Hausarrest. „(Während des Hausarrests) versuchte ich mein Bestes, um meinen Tag mit verschiedenen Aktivitäten zu füllen, und oft bin ich im Hof gesessen, so dass ich nicht wirklich empfinden konnte, dass ich in unserem Haus eingesperrt war und man mir verboten hatte hinaus zu gehen“,  sagte Khalil. „Ich pflegte am Morgen aufzustehen und zu frühstücken. Dann ging ich in mein Zimmer und übte boxen.“

 

Palästinensische Kinder, die in Sheikh Jarrah und anderen ähnlichen Gebieten wohnen, wo die Familien mit dem Risiko einer gewaltsamen Vertreibung leben müssen, verdienen eine Zukunft, wo sie ihrer Ausbildung nachgehen können, bequem mit ihren Familien leben dürfen – und jeden Tag ohne die Angst aufwachen, dass ein israelischer Siedler versuchen könnte, ihnen ihr Zuhause wegzunehmen. Schauen Sie die Beschreibung des Foto-Essays an im PU der letzten Woche, und unterstützen Sie die Rechte der palästinensischen Kinder. 

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Palästinenser und die arabischen Staaten verurteilen die Ramadan-Ausschweifungen Israels in Jerusalem

Jordanien, Ägypten und die PA (Palestinian Authority) sagen, dass Israel verantwortlich ist für die Ausschreitungen in Jerusalem und fordern es auf, alle Maßnahmen zu unterlassen, die die muslimischen GottesdienstbesucherInnen daran hindern, den Al-Aqsa-Moschee-Bezirk zu betreten. 

 

Die PA, Jordanien und Ägypten beklagten die jüngste Eskalation in Jerusalem und in der Westbank (Ende März) und verlangten, dass Israel verantwortlich gemacht werde für die sich verschlechternde Situation während des muslimischen heiligen Monats Ramadan. „Die Abwesenheit eines politischen Horizonts und die laufende israelische Eskalation gegenüber den Palästinensern, die Provokationen nicht ausschließt, wie z.B. der Besuch von Außenminister Yair Lapid am Damaskus-Tor wie auch die Aggressivität von Polizei und Militär; derlei wird zu einer Explosion nicht nur in den palästinensischen Gebieten führen, sondern in der ganzen Region“, warnte Nabil Abu Rudeineh, ein Sprecher der Leitung der ‚Palästinensischen Authorität‘,  Mahmoud Abbas, am Montag. 

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Premierminister Naftali Bennett bringt Israel in Kriegsstellung gegen die Palästinenser

(Bild: Soldaten in militärischer Ausrüstung) 

 

Naftali Bennett, Israels rechtslastiger Premierminister, hat eine Reihe von Terror-Angriffen, durch die während 10 Tagen 11 Personen getötet worden waren, als Vorwand benutzt, um eine boshafte Razzia gegen die Palästinenser zu befehlen. Er hat Israels Sicherheitskräfte in hohen Alarm versetzt mit einer Aktion namens „Break the Wave“ (= Brich die Welle), was gleichwertig ist mit einer Kriegserklärung für die Palästinenser. Bennetts Aktionen haben weit verbreiteten Ärger unter den Palästinensern in Israel und in den palästinensischen Gebieten,  einschließlich Ostjerusalem verursacht, das seit dem arabisch-israelischen Krieg von 1967 illegal durch Israel besetzt ist. Am Mittwochabend brachte er eine Botschaft auf Video heraus,

die aussagte: „Wer immer eine Lizenz für eine Schusswaffe besitzt, sollte diese jetzt mit sich führen.“ Er setzte hinzu: „Israel sieht sich gegenüber einer Welle von mörderischem arabischem Terrorismus“, stellte er in einer Sonderbesprechung der Sicherheitssituation dar.   

 

Verteidigungsminister Benny Gantz kündete an, er würde 1000 Soldaten senden, um die Polizei- und Sicherheitsdienste innerhalb von Israel zu verstärken und 14 Bataillone an die Westbank und Israels Grenze mit Gaza ausschwärmen lassen. Nach Berichten hat die Polizei ihre Aufmerksamkeit auf Überwachung und Gegenterror in Erwartung weiterer Angriffe gelegt. Gantz warnte: „Alle Mittel sind rechtmäßig zur Beendigung dieser ‚Welle‘ und wir werden alle Mittel anwenden, die nach unserer Meinung anzuwenden in Ordnung sind“, einschließlich der Einberufung von bis zu tausenden Soldaten in Reserve.  

 

Der Personalchef der Israel Defense Forces (IDF), Aviv Kohavi, sagte, IDF müsse vorbereitet sein, „Guardian of the Walls 2“ (= Hüter der Mauer 2) zu werden mit Hinweis auf den vergangenen Mai, als Israel den mörderischen, 11 Tage langen Angriff auf Gaza durchführte. Das war Israels Antwort auf palästinensische Proteste in Ostjerusalem zu einer erwarteten Entscheidung des Obersten Gerichtshofes, die erst angekündet werden muss, über die Vertreibung von sechs palästinensischen Familien in Sheikh Jarrah und die Verhöhnung von GottesdienstteilnehmerInnen und Erstürmung der al-Aqsa Moschee, der drittheiligsten Stätte im Islam, während des Ramadan. Das ‚Wall Street Journal‘ berichtete: „Der israelische Kommunikations-Minister Yoaz Hendel sagte, Israel könnte bald eine ausgedehnte Militär-Operation vom Zaun brechen müssen ähnlich jener, ‚Operation Defensive Shield‘ von vor 20 Jahren, bei der israelische Soldaten in palästinensische Städte einfielen, um Milizen zu verhaften und zu töten und ihnen ihre Waffen abzunehmen.“  Das war ein Hinweis auf den  mörderischen Angriff auf das Gebiet von Jenin im April 2002, bei dem mindestens 52 Palästinenser getötet wurden, darunter viele Zivilisten. 

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Israelische Streitkräfte schlagen, arretieren Palästinenser im besetzten Jerusalem für eine dritte Nacht 

(Bild: Szene, wie Uniformträger – mit Glatze – auf Zivilisten losgeht)Die israelischen 

 

Besatzungskräfte haben in einer dritten aufeinander folgenden Nacht Palästinenser angegriffen, die sich bei ‚Bab al-Amoud‘ – auch bekannt als das Damaskus-Tor, einem der Hauptzugänge zur Altstadt von al-Quds, versammelten, um den Anfang des heiligen Fastenmonats Ramadan zu feiern. Die palästinensische ‚Ma’an‘ Neuigkeiten-Agentur sagte, dass israelische Soldaten Tränengas und Lärmkanister benutzten, um die Palästinenser zu zerstreuen, die für Iftar, dem Essen, das am Ende des Fasttages während des Ramadan am Montag nachts nahe vom Damaskus-Tor versammelt hatten. 

 

Die News-Agentur zitierte Augenzeugen, die sagten, dass wenigstens sechs palästinensische Jugendliche während der Zusammenstöße arretiert wurden, von denen drei von speziellen israelischen Geheimdienstkräften in Gewahrsam genommen und arg geschlagen wurden. Das Besatzungsregime hat seit dem Beginn des Ramadan Bab al-Amoud in einen Militärstandort verwandelt, indem es – nach Angabe von palästinensischen Medien – eine große Zahl von Militaristen in dem Gebiet stationiert hat. Zur jüngsten Gewaltanwendung kam es am Sonntag, nachdem israelische Polizisten 10 Palästinenser festgenommen und einige 20 im gleichen Gebiet verletzt hatten. Die Konfrontationen begannen, nachdem die israelische Polizei ihre Gegenwart am Bab al-Amoud intensiviert und seit dem ersten Tag des heiligen Monats Ramadan Barrieren an seinen beiden Seiten aufgestellt hatte.

 

„Die Polizei schlug und arretierte etwa 10 Palästinenser, um sie zu veranlassen, aus dem Gelände zu verschwinden; während sie die Jugendlichen und einen älteren Mann angriff, erhielt dieser dabei eine Kopfverletzung durch die Schläge der Polizei“, sagte die Agentur. Die palästinensische Roter-Halbmond-Gesellschaft (entspricht dem Roten Kreuz) sagte, dass mindestens 19 Palästinenser verletzt wurden, vier davon wurden eilig in Spitäler gefahren, die anderen am Ort verarztet. 

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„Eine Watsche ins Gesicht der „Normalisierung“; ein Fechter aus Kuwait verweigerte einen Kampf mit einem israelischen Gegner  

(Bild: der Athlet Mohamed al-Fadli)

 

Ein Athlet aus Kuwait, Mohamed al-Fadli, weigerte sich, an der Fecht-Weltmeisterschaft teilzunehmen, die zurzeit in Dubai stattfindet, um zu vermeiden, gegen einen israelischen Athleten antreten zu müssen, berichteten ‚Al Jazeera Arabic‘ und andere Medien aus dem Mittleren Osten. Die Regierung und die Zivilgesellschaft von Kuwait gehören zu den stärksten Gegnern der ‚arabischen Normalisierung‘ mit Israel. Dieses ist nicht das erste Mal, dass Athleten aus Kuwait sich zurückziehen von arabischen und internationalen Sport-ereignissen, an denen auch israelische Athleten teilnehmen. Al-Fahdi hat sich auch aus einer ähnlichen Meisterschaft in den Niederlanden 2019 zurückgezogen, auch wegen der Teilnahme von Israel. Die Beständigkeit des jungen Athleten in Solidarität mit dem palästinensischen Volk wurde von kuwaitischen Gesellschaften und tausenden Palästinensern und anderen Aktivisten in den sozialen Medien gefeiert. 

 

Die Boycott-Plattform „Muqata“  – was auch Boycott bedeutet – twitterte: „Mohamed Al-Fadli (..), ein neuer arabischer Sportler aus Kuwait schlägt der Normalisierung des Sports ins Gesicht und zieht sich zurück von der Weltmeisterschaft in Dubai, indem er sich weigert, gegen einen Athleten aus der israelischen Okkupation zu kämpfen“. 

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Internationaler Flughafen Yasser Arafat

(Bild: Ein Künstler malt die Reste des demolierten Flughafens.)

 

Abeer Al Jarf erzählt mir: „Die Eröffnung des Flughafens war ein historischer Tag, es war mehr wie eine Hochzeit oder wie ein Fest. Die Leute haben applaudiert, tanzten Dabke und sangen voller Freude, während Yasser Arafat die Delegationen begrüßte“. Al Jarf war einmal Angestellter beim ‚Aeronautic Information Service‘ (AIS = Fluginformationsdienst) im Flughafen-Wachtturm von Gaza. „Zu zehnt landeten die Flugzeuge an diesem Tag auf dem Rollfeld, das Flughafengebäude und die Schönheit der Natur waren unbeschreiblich. Wir waren sehr glücklich, an diesem Ort arbeiten zu dürfen – aber eines Tages zerstörten israelische Flugzeuge das Radar-Gebäude und aus dem Glück wurde eine Tragödie.“

 

Am 23. Dezember 2021 kam eine Künstlergruppe aus der Tamer Institution for Community Education auf Besuch, um zu sehen, was übrig geblieben war vom zerstörten Yasser Arafat International Airport, der im Süden des Gazastreifens nahe der Grenze zu Ägypten liegt. Die Mehrheit des Teams hatte keine Ahnung, dass dort überhaupt je ein Flugplatz existiert hatte. Als wir dort ankamen, fingen sie an, ihre Ideen und Gefühle über den Flughafen zu malen und zu fotografieren, um sie später – am 28. März 2022 am Institute Française in Gaza – in einer Ausstellung zu zeigen.

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(Übersetzung: Gerhilde Merz)