PU 544, Palestine’s widening geography of resistance

PU 544, Palestine’s widening geography of resistance

 

  Palästinas sich erweiternde Geographie des Widerstandes:

Warum Israel das Pal. Volk nicht besiegen kann

 

Ein Kommentar aus dem Afro-Middle East Zentrums*)

 

Es gibt einen Grund, warum Israel darauf besteht, die Reihe von Angriffen, die in letzter

Zeit von Palästinensern auf einen bestimmten Ort – das Flüchtlingslager in Jenin in der nördlichen Westbank – ausgetragen wurden, miteinander in Verbindung zu bringen. Dadurch kann die umstrittene Regierung von Naftali Bennett einfach eine weitere tödliche Operation in Jenin anordnen, um dessen Bürgern zu versichern, dass die Situation unter seiner Kontrolle ist. In der Tat hat die israelische Armee am 9. April das Jenin-Flüchtlingslager gestürmt und dabei einen Palästinenser getötet und zehn weitere verwundet. Israels Problem ist allerdings viel größer als Jenin.  

 

Wenn wir die Ereignisse überprüfen, die am 22. März mit dem Messerangriff in der Stadt Beersheba (= Bir Al Sabah‘) im Süden begonnen haben, der den Tod von vier Menschen zum Ergebnis hatte, und der mit der Tötung von drei Israelis in Tel Aviv endete – darunter zwei Armeeoffiziere – kommen wir leicht zur unvermeidlichen Schlussfolgerung: Diese Angriffe müssen bis zu einem gewissen Grad koordiniert gewesen sein. 

 

Spontane palästinensische Vergeltung auf die Gewalt der israelischen Okkupation folgt kaum  einem solchen Muster, was Zeit und Stil betrifft. Alle Angriffe mit Ausnahme von Beersheba wurden mit Feuerwaffen ausgeführt. Die Schützen – wie auf Amateur-Videos einiger dieser Ereignisse und Stellungnahmen israelischer Augenzeugen festgehalten – waren gut ausgebildet und handelten in voller Gelassenheit. Ein Beispiel dafür war auch das Hadera-Ereignis am 27. März, das von zwei Cousins, Ayman und Ibrahim Ighbariah aus der arabischen Stadt Umm al-Fahm, einer palästinensischen Stadt in Israel ausgeführt wurde. Israelische Medien berichteten von der offenkundigen Geschicklichkeit der Angreifer, die mit Waffen ausgerüstet waren, die – nach Angabe der israelischen News-Agentur „Tazpit Press Service“ – mehr als $ 30.000 kosten. 

 

Ungleich den palästinensischen Angriffen, die während der Zweiten palästinensischen Intifada (2000 – 2005) als Antwort auf die israelischen Gewaltakte im besetzten palästinensischen Gebiet (= opt) ausgeführt wurden, sind die jüngsten Angriffe im allgemeinen genauer gezielt, suchen sich Polizei- und Militärpersonal aus und sind klar so ausgerichtet, Israels falsches Gefühl von Sicherheit ins Wanken zu bringen und den Geheimdienst des Staates zu unterminieren. Vom Angriff in Bnei Brak am 29. März z.B. erzählte eine israelische Frau – Augenzeugin der Szene – den Reportern: „Der Militär-angehörige forderte uns auf, vom Platz wegzugehen, weil er Frauen und Kinder nicht zum Ziel nehmen wollte.“

 

Während israelische Geheimdienstberichte vor einer „Welle von Terrorismus“ vor dem Monat des Ramadan warnten, hatten sie offenbar wenig Vorstellung davon, welche Art von Gewalt sie erwartete, oder wo oder wie die Palästinenser zuschlagen würden. 

 

Nach dem Beersheba-Angriff schrieben israelische Offizielle diesen einer Gruppe des ‚Islamischen Staates‘ zu, was eine bequeme Zuschreibung war, zumal auch IS die Verantwortung dafür übernahm. Diese Theorie wurde jedoch schnell fallen gelassen, als offensichtlich wurde, dass die anderen palästinensischen Angreifer politische Verbindungen zu anderen palästinensischen Gruppen hatten, oder, wie im Falle von Bnei Brak, überhaupt keine bekannten Verbindungen.

 

Die Verwirrung und Fehlinformation hielt tagelang an. Kurz nach dem Angriff auf Tel Aviv erwähnten israelische Medien, die offizielle israelische Quellen zitierten, zwei Angreifer; von einem wurde angenommen, dass er in einem nahen Gebäude gefangen wurde. Das erwies sich als falsch: Es gab nur einen Angreifer, der später getötet wurde, jedoch Stunden nach seinem Angriff und in einer anderen Stadt.

 

Eine Anzahl von palästinensischen Arbeitern wurde in Tel Aviv schnell umstellt unter dem Verdacht, die Angreifer zu sein, weil sie arabisch aussahen, und man dem chaotischen und konfusen israelischem Verdacht mehr Glaubwürdigkeit zutraute. Tatsächlich ereignete sich nach jedem dieser palästinensischen Angriffe totales Chaos, wobei große Banden bewaffneter Israelis auf die Straßen rannten und jeden, der arabisch aussah, ergriffen und sinnlos schlugen. 

Israelische Offizielle nahmen – gewollt oder ungewollt – mit rechtslastigen Politikern, wie dem Extremisten Itamar Ben Gvir, an dem Wirbel teil, der Horden anderer jüdisch-israelischer Extremisten anführte, die Unruhen im ganzen besetzten Jerusalem stifteten. 

 

Statt zur Ruhe zu drängen und Vertrauen auszustrahlen, rief Israels Premierminister am 30. März die Zivilbevölkerung auf, sich zu bewaffnen. ‚Wer einen Waffenschein besitzt, soll seine Waffen JETZT mit sich führen‘, sagte er in einer Ansprache über Video und rief damit zur Gewalt gegen die Palästinenser auf. Jedoch, wenn Israels Lösung zu jeder Art von palästinensischem Widerstand wäre, mehr Gewehre herumzuschleppen, wären die Palästinenser schon vor langer Zeit befriedet worden.                  

 

Um verärgerte Israelis versöhnlich zu stimmen, überfiel israelisches Militär bei vielen Gelegenheiten die Stadt Jenin und das Flüchtlingslager von Jenin, und jedes Mal blieben einige tote und verletzte Palästinenser zurück, darunter viele Zivilpersonen. Unter den Toten war der Teenager Imad Hashash (15), getötet am 24. August, während er (sie?) die Invasion in das Flüchtlingslager mit seinem (ihrem) Handy filmte. Dasselbe Szenario hat sich am 9. April abgespielt. Nichtsdestoweniger: Aus der Sicht Israels war das eine nutzlose Übung; schließlich war es israelische Gewalt in Jenin durch alle Jahre, die zu einem organisierten bewaffneten Widerstand geführt hatte, der weiterhin von dem Lager ausging. Palästinenser, egal, ob in Jenin oder anderswo, leisten Widerstand und schlagen zurück, weil man ihnen die menschlichen Grundrechte verweigert, weil sie keinen politischen Horizont haben, weil sie in extremer Armut leben, keine wahre Führerschicht haben und sich von der sogenannten internationalen Gemeinschaft abgeschrieben fühlen. 

 

Die von Mahmoud Abbas geleitete Palestine Authority (PA) scheint total abgehoben zu sein von den Massen und ihrer Erfahrung mit Okkupation und Widerstand. Die Stellungnahmen von Abbas reflektieren seine Ablösung von der Realität der israelischen Gewalt, der militärischen Okkupation und der Apartheid in ganz Palästina. Der Form getreu verurteilte Abbas schnell den Angriff in Tel Aviv, wie er es auch mit früheren getan hatte, wobei er jedes Mal auf die Notwendigkeit hinwies, die „Stabilität“ zu erhalten und „weitere Verschlechterung der Situation‘ zu verhindern (gemäß der offiziellen WAFA-News-Agentur). 

Es sei einem die Frage verziehen, auf welche Stabilität sich Abbas bezieht, wenn das Leben der Palästinenser seit mehr als sieben Jahrzehnten nicht stabil ist, und wenn das Leiden der Palästinenser sich vervielfältigt hat durch die wachsende Gewalttätigkeit der Siedler, illegaler Ausdehnung der Siedlungen, Landdiebstahl – und dank der neuesten internationalen Ereignisse auch noch Unsicherheit der Ernährung. 

 

Israels Offizielle und Medien schieben wieder bequem die Schuld größtenteils auf Jenin, einen kleinen Streifen in einem übervölkerten Land. Damit möchte Israel wieder den Eindruck erwecken, dass das neue Phänomen der palästinensischen Vergeltungsangriffe auf einen einzigen Ort beschränkt ist, einen, der an die israelische Grenze anschließt, und einen, ‚mit dem man leicht zurechtkommt‘. Ein israelischer militärischer Einfall in dem Lager mag  Bennett’s politischer Agenda dienen, ein Gefühl von Stärke vermitteln, und etwas von seinem enttäuschten politischen Prestige zurückgewinnen, aber es ist nur zeitlich fix – Wenn es da irgendetwas Fixes gibt. Jenin anzugreifen wird auf die Länge gesehen keinen Unterschied machen. Immerhin, das Lager hat sich nach seiner nahezu vollständigen Zerstörung durch das Militär im April 2002 aus seiner Asche wieder erhoben. Und der Angriff auf Jerusalem und die Al-Aqsa-Moschee – wie er am 15. April von israelischen Truppen geschah – wird den Widerstand der Palästinenser eher größer als kleiner werden lassen. 

 

Die erneuerten palästinensischen Angriffe sprechen von einem viel größeren Umfang: Naqab, Umm Al-Fahm, die Westbank – mit einem klaren Ruck in der Richtung auf mehr Aktionen innerhalb von Israel.  Die Samen für diese weltweite Verbindung sind im Zusammenhang zu sehen mit dem israelischen Krieg vom Mai 2021 und der darauf folgenden palästinensischen Rebellion, die in allen Teilen Palästinas ausbrach, einschließlich den palästinensischen Gemeinden innerhalb von Israel. 

 

Israels Problem ist sein Beharren auf kurzfristige militärische Lösungen für ein langfristiges Problem, das selbst aus diesen sehr ‚militärischen Lösungen‘ resultiert. Wenn Israel weitertut mit der Unterwerfung des palästinensischen Volkes unter das derzeitige System der militärischen Okkupation, der Vertiefung der Apartheid und der sich ausdehnender Kolonisierung, werden die Palästinenser sicher weiter antworten, bis die unterdrückerische Realität verändert wird. Keine noch so große Gewalttätigkeit Israels kann diese Wahrheit verändern. 

(Quelle)

 

*) 1998 eingerichtet, zielt das Afro-Middle East Center (AMEC) darauf, die höchste Qualität von Forschung über den Mittleren Osten zu pflegen, herzustellen und in höchster Qualität der Forschung über den Mittleren Osten zu verbreiten, um die öffentliche Diskussion zu erhalten, und mitzuhelfen, die Betrachtung der mit dem Mittleren Osten verbundenen Themen in Gang zu halten. Die Forschungsarbeit von AMEC enthält Beziehungen zwischen Afrika und dem Mittleren Osten. AMEC beschäftigt sich mit fundierter Forschung über den derzeitigen Mittleren Osten. Es nimmt Forschungsinhalte von Regierungs-, Unternehmens-, Akademie- und Nichtregierungsorganisationen sowie Organisationen auf Gemeinschaftsbasis auf. AMEC hat seit seiner Gründung seinen Sitz in Johannesburg, Südafrika.

Lesen Sie mehr: @https://amec.org.za/about.html  

 

                   Anmerkung der Übersetzerin: Ich nehme an, dass Roselle Solomon

                   vorliegende Berichte an mich weitergeschickt hat, vielleicht, weil 

                   Ranjan dazu krankheitshalber nicht in der Lage war. Die einzelnen 

                   Beiträge sind auch von der Sprache her ziemlich unterschiedlich.

                   G.M.

                     

 

Kinder und der bewaffnete Konflikt

 

Gazastreifen, März 2022: Statistische Aufzeichnungen über Gewaltanwendungen gegen Kinder in Zeiten des bewaffneten Konflikts zwischen israelischen und palästinensischen Militanten – in Abstimmung mit Beobachtern und Berichterstattern.

(Bild: Deckblatt einer Broschüre „Opfer von innerer Gewalt – Gazastreifen 2022“)

  •  Mechanismen, eingerichtet von UN-Sicherheitsrat, Resolution 1612

http://mezan.org/en/post/24099

  • Israelische Angriffe auf Zivilpersonen und Eigentum im Gazastreifen 2022

http://mezan.org/en/post/24098 

  • Verletzung der Rechtsstaatlichkeit im Gazastreifen und seine Auswirkung auf Palästinenser und ihr Eigentum

http://mezan.org/en/post/24100    

   

 

Der Tag, an dem ich das zionistische Massaker gegen palästinensische Zivilisten miterlebte.

Von Dr. Salim Nazzal*)

 

1982 arbeitete ich als Sekundarschullehrer und hatte gerade mein Universitätsstudium beendet. Ich war glücklich mit meinem Leben, kaufte ein Auto und mietete eine Wohnung in der libanesischen Stadt Tyr. Am Freitag fuhr ich vom südlichen Libanon nach Beirut, um an einer Konferenz teilzunehmen, bei der es um soziale Themen in palästinensischen Lagern im Libanon ging; ich war nämlich Mitglied der ‚Palästinensischen Lehrervereinigung‘ (= Palestinian Teachers Union). Die Situation war gespannt. Menachem Begin, der Premier-minister von Israel und verantwortlich für das Massaker in Deir Yassin 1948, hatte gedroht, im Libanon einzufallen, um die Palestine Liberation Organization (PLO) zu zerstören, die ihren Sitz im Libanon hatte. 

 

Es war eine schöne Konferenz im Hamra Hotel in Beirut und ich hatte das Vergnügen, Freunde zu treffen, die ich seit einiger Zeit nicht gesehen hatte. Aber während einem der Vorträge kam eine Person und wisperte dem Professor etwas ins Ohr. Daraufhin verkündete der Professor, dass die Konferenz abgesagt sei, und bat alle, in ihr Wohngebiet zurück-zukehren, denn wir kamen aus verschiedenen Regionen. Ich fuhr schnell zurück in den südlichen Libanon zu einer Zeit, als israelische Flugzeuge den Himmel verfinsterten und an verschiedenen Orten Bomben abwarfen. 

 

Ich ging in das Lager, in dem meine Eltern wohnen. Ich traf meinen bestürzten Vater an. Ich erinnere mich noch an die Bestürzung in seinem Gesicht. Ich versuchte, ihn zu beruhigen, erzählte ihm aber auch, dass der Überdruss spannungsgeladen war und niemand wusste, wie die Ereignisse sich entwickeln würden. Am Abend besuchte ich das norwegische Ärzteteam, die hier waren, um den Palästinensern zu helfen. Auch sie waren bestürzt, daher versuchte ich sie zu beruhigen und ihnen die Situation zu erklären. Und bereits zwei Tage später, am Sonntag, dem 6. Juni, begann die Invasion. Der Himmel war dunkel von den vielen israelischen Flugzeugen, die hier und dort Bomben abwarfen. Das Meer war voll von israelischen Militärbooten. Trotz der Schwäche der palästinensischen Widerstandskräfte im Vergleich zu dem zionistischen Feind fand doch viel mutiger Widerstand statt, der das Vorankommen der feindlichen Kräfte verhinderte.

 

Ich war mit meiner Familie im Lager, als ein Flieger-Bombardement begann, wie ich vorher nie eines dergleichen gesehen habe. Die Bomben zerstörten alles, was sich bewegte. Wo sich die Bewohner des Camps verbargen, fielen die Bomben auf Wohnhäuser, auf Schulen und auf die Schutzeinrichtungen. Die Welt sollte erfahren, dass die zionistische Strategie auf dem erbarmungslosen Töten von Zivilpersonen beruht, um den Widerstand zu schwächen. Und das ist eine Politik, die sich nicht geändert hat. Die Zionisten kennen die internationalen Gesetze oder deren Moral nicht, weil sie wissen, dass der heuchlerische Westen sie unterstützt. 

 

Das amerikanische Veto ist in den Vereinten Nationen bereit, deren Verurteilung zu verhindern. Die Flieger kamen, bombardierten und zogen sich zurück, um anderen Flugzeugen Platz zu machen, um weiter zu bombardieren. 

 

Sie zerstörten das ganze Lager einschließlich der Nachbarschaft, wo meine Familie wohnte. Es war unmöglich, die Straßen zu entdecken, weil alles in Trümmern lag. Auf einem Platz nicht weit weg vom Haus meiner Familie gab es die Hütte des Hula-Clubs, in der sich mehr als 100 Bewohner des Lagers verbargen. Ich hörte die Schreie der Menschen, diese Schreie werde ich nie vergessen. Es waren Schreie der Traurigkeit, des Ärgers, der Schmerzen. Mit einigen jungen Männern rannte ich zu dem Schutzbau des Hula-Clubs im Versuch, die Leute zu retten. Einer streckte seine Hand aus nach einer Frau, und es kam nur seine Hand heraus. Es war furchtbar und jenseits jeder Beschreibung. Alle Schutzräume wurden von Phosphorbomben getroffen. 

 

Ich konnte die Menschen überall im Lager schreien und weinen hören – das als Ganzes nur mehr Schutt war. Frauen schrien, Kinder weinten. Ich hörte jemanden schreien: „Gott, wo bist du? Du hast diesen Mördern erlaubt, das zu tun – und du hast nicht eingegriffen?“ Leider

hat nur ein palästinensischer Schreiber über das Massaker im Hula-Camp geschrieben. Daher blieb das Hula-Massaker nahezu unbekannt. Die Toten im Hula-Schutzraum sind dort bis jetzt geblieben, nachdem der Platz zum Massengrab wurde für die von den zionistischen Verbrechern Getöteten.

 

Nachwort: Ich widme diesen Artikel meinem Freund Abu Fadi, der seine ganze Familie ein-schließlich seinen fünf Kindern in dem Hula-Schutzraum verloren hat; trotzdem hat er sich dieser von Zionisten erzeugten Tragödie mit einer Geduld gestellt, die jede Beschreibung überschreitet. 

*) Salim Nazzal ist palästinensisch-norwegischer Forscher, Lektor, Stückeschreiber und Dichter; er schrieb mehr als 17 Bücher über Perspektiven zu Gedanken, Kultur und politische Soziologie in Gedanken, Kultur und Ideologie – die Straße nach Bagdad mit Palästina im Herzen. 

Quelle

 

Der schlimmste der israelischen Siedlerangriffe auf die Al Aqsa kommt noch

 

Am Freitag gingen muslimische Gläubige zur Al Aqsa-Moschee, um ihr Morgengebet (= Fajr 

Gebet) zu verrichten, wie sie es normal tun. Unglücklicherweise für sie hat sich die israelische Okkupation angewöhnt, den heiligen Monat in Jerusalem in ein Schlachtfeld umzuwandeln – als sollte jeder Ramadan für die Stadt Jerusalem und ihre Menschen ein tragischer Monat sein. Die Al Aqsa-Moschee, die der drittheiligste Ort im Islam ist und die Stelle der Himmelfahrt des Propheten, ist oft zum Epizentrum für Zusammenstöße zwischen Israelis und Palästinensern geworden. Im vergangenen Jahr ereigneten sich dort während des muslimischen Fastenmonats Zusammenstöße zwischen der israelischen Polizei und Palästinensern. Das trug dazu bei, einen 11tägigen Krieg zwischen Israel und Gaza zu entzünden, bei dem mehr als 250 Palästinenser in Gaza getötet wurden.    

Ramadan 2022 hat eine Wiederholung der israelischen Aggression gegen die muslimischen Gläubigen gesehen. Am Freitag nachts bestanden palästinensische Gläubige darauf, in der Moschee zu bleiben, um extremistische Gruppen daran zu hindern, al-Haram zu betreten. 

Ohne irgendeine Provokation wurden sie plötzlich von israelischen Sicherheitskräften an-gegriffen. Nach Angabe durch den Roten Halbmond wurden 158 Palästinenser in den darauf-  folgenden Zusammenstößen mit der israelischen Polizei im Bereich der Al Aqsa-Moschee in Jerusalem verletzt. Während des Zusammenpralls stürmte die israelische Polizei Teile der 

Moschee-Anlage, feuerte Lärmgranaten und Gummigeschoße ab und nahm 450 Menschen fest. 

 

Sondus Ewies ist eine Journalistin aus Jerusalem und war Augenzeugin der Ereignisse in Al-Aqsa am vergangenen Freitag (Anm.: Das müsste der 15. April gewesen sein.) Sie lieferte diesen Bericht über die Ereignisse an ‚MEMO‘. „Wir gingen wie üblich zum Fajr-Gebet in die Al-Aqsa-Moschee. Dort wurden wir von den Besatzungskräften überrascht, die die Moschee stürmten. Sie griffen die Gläubigen mit Gewehrfeuer, Gas- und Gummigeschoßen an.“ Sie setzte hinzu: „Die Besatzungskräfte griffen Junge und Alte, Männer und Frauen, Journalisten und Ambulanzgruppen an und verursachten viele Verletzungen bei ihnen. Außerdem verursachten sie ausgedehnte Schäden an den Kapellen und Höfen der Al-Aqsa-Moschee, einschließlich der Bibliotheken, Türen und Fenster.“

Quelle

 

(Übersetzung: Gerhilde Merz)