PU 567 – Palestine Updates 27.Juni 22 – Gegen alle Wahrscheinlichkeit weigern sich die Palästinenser, stille Opfer zu sein

PU 567 – Palestine Updates 27.Juni 22 – Gegen alle Wahrscheinlichkeit weigern sich die Palästinenser, stille Opfer zu sein

Gegen alle Wahrscheinlichkeit weigern sich die Palästinenser, stille Opfer zu sein.

Kommentar

Es ist eine harte Tatsache, dass „die Synergie des Zionismus mit rechtslastigen Populisten den Antisemitismus ausgebeutet haben, um Apartheid zu rechtfertigen. Und die Palästinenser weigern sich, stille Opfer zu sein“. Durch ihre Propaganda-Maschinerie geben Israel und seine Befreundeten vor. dass der ‚Jüdische Staat‘ nichts Falsches tun könne. Deutschland z.B. hat „die Palästinenser als Kollateralschaden akzeptiert; ihre Unterdrückung und Kolonisierung sei ein fairer Preis, den Deutschland zahlen müsse als Buße für seine vergangenen Ver-brechen. Man müsse sich blind stellen gegen die Weiterführung der israelischen Apartheid und Kolonisierung, sonst wäre der Staat beleidigt und alte Traumata wären wieder belebt …“ (972.Mag.com)

Wie als Konsequenz haben mehr Israelis angefangen zuzugeben, dass die „Nakba“ ein Faktum in der Geschichte war. Und trotzdem: Sie weigern sich stur zuzugeben, dass sie, wenn sie zugeben, dass es eine „Nakba“ (= Vertreibung) gegeben hat, sie auch einem „Recht auf Rückkehr zustimmen müssen. Letzteres ist für viel zu viele Israelis ein „No-Go“ politischer Raum. 

In einer kräftigen Forderung, die Kultur auf dem Pfad des Widerstands hoch oben anzusiedeln, schreibt Ramzy Baroud: „Für die Palästinenser ist Sport – und da besonders Fußball – eine mächtige Plattform für kulturellen Widerstand“. Baroud geht weiter in der Beschreibung, WIE jede Seite eines palästinensischen Fußball-Matches beiträgt zum Wider-stand. Die Namen des Teams, die Zurufe der Fans, die Bilder, die auf die Leibchen der Spieler gestickt sind und vieles mehr sind Symbole für den Widerstand der Palästinenser:

Namen von Märtyrern, Farben der Flagge und so weiter. In Palästina ist Fußball ein politischer Akt. 

In diese Ausgabe von Palestine Updates nehmen wir den oben genannten Artikel von Baroud auf, der zeigt, warum Sport Stolz für die Identität bei den Palästinensern aufkommen lässt und tatsächlich auch den Widerstand schärft. Die Leser werden dringend gebeten, den Artikel „Krieger für Kultur – Warum sportliche Siege Palästinas uns begeistern sollten? (= Why Palestine’s Sports Victories Should Inspire Us?) zu lesen.

Und zuletzt erheben Palestine Updates die Frage vom ‚Middle East Monitor‘: Wird die UNESCO je fair sein zu Palästina? Was hat die internationale Gemeinschaft getan, um die absurde 15jährige Blockade von Gaza rückgängig zu machen, – die sich ergab, weil die Hamas ohne viel Zutun eine demokratische Wahl gewonnen hat – die nicht der Gunst und  Zustimmung des Westens entsprach? So ist es in der weltweiten Demokratie. 

 

In Solidarität

Ranjan Solomon

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Ein kolonisiertes Palästina ist nicht die Antwort auf die Schuld der Welt

 

 

(Bild: Frauen im Gespräch vor einem Bewaffneten, dahinter ein Bulldozer auf zerstörten Bauten)

 

 

„Erstens sollte es jedem klar sein, dass es hier nicht um Antisemitismus geht – es geht um Weltpolitik. Rechtslastige und konservative Regierungen, die oft rassistisch und demagogisch sind, waren nützliche Alliierte für Israel, einen Staat, der gleich nachträgerisch ist gegenüber der westlichen liberalen Ordnung, obwohl er sich fest in dieser Sphäre zu positionieren versucht… Zweitens sind die israelischen Angriffe auf palästinensischen Aktivismus keineswegs auf Palästinenser beschränkt. Sie sind Angriffe auf freie Rede und auf die inter-nationalen gesetzlichen Anordnungen und Normen. Die anti-BDS-Verordnung hat  Schlupf-löcher geschaffen, die jetzt zu einem anderen Werkzeug im Arsenal der Anti-Waffen-Kontroll-Gesetzgebung, der  Anti-Grün-Energie-Gesetzgebung und der Anti-Abtreibungs-Gesetzgebung geworden sind. Diese Wirklichkeit der rechtslastigen Demagogie ist eine, in der Israel gedeihen kann und sich weiterhin seiner Straflosigkeit erfreut. … Die Verbindungen zwischen der Schuld des Westens in der Folge des Holocaust und der Unterstützung der Schaffung von Israel wurden gut untersucht, ebenso wie die Wurzeln des Zionismus, die auf heftigen Widerstand durch die eingeborenen Palästinenser im späten 19ten und dem frühen 20ten Jahrhundert trafen. Die Palästinenser sind die indirekten Opfer, die Kollateralschäden des europäischen und christlichen Antisemitismus. … Und ein Jahrhundert später exportieren diese gleichen europäischen Kräfte – einschließlich Deutschland wegen seiner eigenen furcht-baren Geschichte – dieses Mal nicht ihren Antisemitismus sondern ihre Suche nach Absolution bei den Palästinensern.    

 

 

(Bild: Moderne Vorstadtbauten hinter blühender Frühlingswiese)

 

 

Und die Palästinenser sind immer noch kein Faktor dabei; sie werden nicht gesehen. Die dämonisierten Juden – jene, die sich voller Souveränität und nationaler Kontrolle in der Form  eines mit Atomwaffen ausgerüsteten Staates erfreuen – sind die Wunderkinder geworden, die Bewohner eines Staates, der nichts Falsches tun kann. Und auf der Suche nach Absolution haben Staaten wie Deutschland noch einmal die Palästinenser als kollateral angenommen; ihre Unterdrückung und Kolonisierung sind ein fairer Preis zu bezahlen, um Deutschland zu erlauben, für seine Verbrechen in der Vergangenheit zu büßen. Man müsse sich blindstellen gegen die Weiterführung der israelischen Apartheid und Kolonisierung, sonst wäre der Staat beleidigt und alte Traumata würden wieder belebt. Um das zu erreichen, müssen alle Stimmen zum Schweigen gebracht werden, auch dann, wenn diese Stimmen selbst jüdische Stimmen sind.“

(Lesen Sie den ganzen Artikel in 972.Mag.com)

Israel hat das Nakba-Tabu gebrochen, wird das Rückkehrrecht das nächste sein?

„Als Zochrot vor zwei Jahrzehnten eingerichtet wurde, war das Sprechen über die Nakba innerhalb der jüdisch-israelischen Gesellschaft ein sehr einsames Bemühen. Heute, obwohl es immer noch die einzige israelische Organisation dieser Art ist, hat sich das Gespräch bei der israelischen Linken signifikant verändert … Ironischerweise ist die Tatsache, dass so viele Israelis heute diesen Begriff wirklich kennen, den Versuchen durch die israelische Rechte zu danken, die die Diskussion über die Nakba endgültig unterdrücken wollten – und sie haben auch klar zurückgeschossen. Nachfolgende Versuche zur Zensurierung – von Seiten des Bildungsministeriums, das die Benutzung des Begriffes aus den Schulbüchern von 2009  

verbannte, bis zur Inkraftsetzung des Nakba-Gesetzes, das drohte, Budgets für alle öffentlichen Körperschaften zu kürzen, die Israels Unabhängigkeitstag als einen „nationalen Trauertag“ erinnern, bis zur jahrzehntelangen „Nakba-Bullshit“-Kampagne durch die rechts-lastige Gruppe ‚Im Tirtzu‘ haben nur die Wahrnehmung unter jüdischen Israelis vergrößert. Neuerdings, nachdem diese Bemühungen gescheitert sind, neigen prominente Führer der israelischen Rechten mehr dazu, die Palästinenser mit einer weiteren Nakba zu bedrohen. Während der letzten paar Jahre hat jedoch Zochrot begonnen, genauer darüber zu sprechen, was Wiedergutmachung und Gerechtigkeit im politischen Bereich bedeuten würde. Diesen Trend erläuternd wird die „iNakba“-App der Organisation, die die Benutzer mit einer inter-aktiven Karte versieht, die die Lage jedes entvölkerten palästinensischen Dorfes zeigt, bald ersetzt werden unter dem Namen „iReturn“. … Vor einigen Jahren hat es zweifellos einen parallelen Zug in Richtung auf die Anerkennung der Nakba unter anderen israelischen linken Gruppen gegeben. Aber im Gegensatz zu Zochrot bleiben diese Gruppen weit weg von der expliziten Forderung nach dem Rückkehrrecht.“

(Lesen Sie mehr in 972 Mag.com) 

 

Palästinenser bezichtigen PayPal der Diskriminierung 

(Bild: Frau hinter dem Laden )

„PayPal, die am meisten genutzte Gesellschaft für Online-Zahlungen bedient Palästinenser nicht, was deren Arbeit negativ beeinträchtigt, besonders im Gazastreifen, wo Online und weit entfernte Jobs oft als die einzige Arbeitsmöglichkeit verfügbar sind. Obwohl sie in israelischen Siedlungen arbeitet, rechtfertigte PayPal seine Verweigerung von Diensten in den besetzten palästinensischen Gebieten auf der Basis seiner „No-Go“-Politik, die Palästina gemeinsam mit verschiedenen anderen Ländern als „Hoch-Risiko-Gebiete“ einstuft … Mittlerweile  hat Zamleh – The Arab Center for Social Media Advancement (= Zamleh, das arabische Zentrum für die Förderung sozialer Medien), ein unabhängiges Zentrum mitten in Haifa, jahrelang mit verschiedenen Partnerorganisationen zusammengearbeitet, um sich gegen die Politik von PayPal zu stellen. Sie brachten eine genaue Beschreibung der Gesellschaft (= microsight) heraus und eine Einladung per Email, um Beschwerden von jenen zu erhalten, die sich von den Praktiken der Gesellschaft beeinträchtigt fühlten. PayPal arbeitet in israelischen Siedlungen, die „nach dem Völkerrecht als illegal betrachtet werden, was bedeutet, dass diese Politik des Ausschlusses zu tun hat mit der palästinensischen Identität und nicht mit dem geographischen Ort“ erzählte Munia Zaher, der Medien-Koordinator im Zamleh-Zentrum 

‚Al-Monitor‘.

(Lesen Sie den ganzen Bericht in ‚Al-Monitor‘.)

 

Krieger für Kultur: Warum uns die Siege Palästinas im Sport begeistern sollten

Von Ramzy Baroud

„Für Palästinenser bleibt Sport – besonders Fußball – eine mächtige Plattform für kulturellen Widerstand. Jeder Aspekt von einem palästinensischen Fußball-Match trägt zu dieser Forderung bei. Die Namen des Teams, die Zurufe der Fans, die Bilder, die auf die Hemden der Spieler gestickt sind und viel mehr, sind Symbole des palästinensischen Widerstands: Namen der Märtyrer, Farben der Flagge und so weiter … In Palästina ist Fußball ein politischer Akt.“

„Das ‚Palestine National Football Team‘ hat wieder etwas scheinbar Unmögliches vollbracht: Es hat sich für die ‚2023 AFC Asian Cup‘ qualifiziert. In allen Standards ist dieses eine große Leistung, besonders weil sie die Palästinenser mit Stil und überzeugenden Siegen über die Mongolei, Jemen und die Philippinen erreicht haben, ohne ein einziges Tor eingesteckt zu haben. Jedoch geht es für die Palästinenser kaum um Sport. Diese Vollendung kann nur im größeren Kontext der israelischen Okkupation von Palästina gewürdigt werden. 

(Bild: das Fußball-Team, aus ‚Palestine Chronicle‘)

Im November 2006 verhinderte das israelische Militär alle in Palästina ansässigen Fußballer an der Teilnahme an der Schlussrunde zur Qualifikation der ‚Asian Football Confederation‘.

Diese Neuigkeit hatte einen höchst demoralisierenden Effekt auf alle Palästinenser. Auch seltene Momente der Hoffnung und des Glücks werden oft durch Israel zerstört. So ent-täuschend die israelische Entscheidung war, kann sie jedoch kaum verglichen werden mit dem kollektiven Schock, den die Palästinenser überall fühlten, als 2007 palästinensische Spieler nicht zugelassen wurden, um an dem entscheidenden Weltcup-Qualifikationsspiel gegen Singapur teilzunehmen. Statt Solidarität für Palästina zu zeigen und Israel zu verurteilen, entschied die ‚International Football Association‘ (FIFA), einen automatischen Sieg mit 3:0 

Singapur zu gewähren.               

Darum ist die jüngste Qualifikation von Palästina historisch, weil sie ein weiterer Beweis dafür ist, dass die Spannkraft der Palästinenser keine Grenzen kennt. Sie sendet auch eine Botschaft an Israel, dass ihre ungerechten drakonischen Maßnahmen niemals den Geist des palästinensischen Volkes brechen werden. 

(Lesen Sie mehr) 

Wann wird der UN-Sicherheitsrat aufhören, unfair zu sein ? 

Die meisten Palästinenser, regional und in internationalen Körperschaften, haben die 15. Wiederkehr der sich versteifenden Blockade, die auf den Gazastreifen gelegt wurde, markiert unter der Annahme, dass die Blockade in der Mitte des Juni 2007 begann, als die palästinen-sisch/islamische Widerstandsbewegung Hamas anfing, über die Küstenenklave zu regieren. Aber in Wirklichkeit begann die israelische Blockade, als die ‚Central Elections Commission‘ 

(= zentrale Wahlkommission) die abschließenden Ergebnisse der palästinensischen Parlamentswahlen am Sonntag, dem 29. Jänner 2006 verkündete und ankündigte, dass ‚Hamas Change and Reform‘ die überwältigende Mehrheit der Parlamentssitze erreicht hat.

(Bild: Parlamentssitzungsraum (mit wenigen Menschen)

Nach dieser Ankündigung entschlossen sich die meisten palästinensischen Fraktionen, einschließlich Fatah, dem Rivalen der Hamas, Israel, die arabischen Staaten und die internationale Gemeinschaft sofort Hamas zu boykottieren, die frei gewählt worden war, um die Kontrolle der ‚Palestinian Authority (PA) zu übernehmen. Alle Länder stellten ihren Anteil an den Zahlungen an das PA-Budget ein, Israel hörte auf, den Transfer der Gebühren zu bezahlen, die es für die PA an das PA-Budget eingesammelt hatte und die Fatah schloss die PA-Ministerien und andere Institutionen, einschließlich von Spitälern und Schulen, wodurch sehr wenige öffentliche Bedienstete zurückblieben, um Dienste für die Öffentlichkeit durch-zuführen. 

Unter einer strengen, durch Israel und Ägypten international gestützten Land-, See- und Luftblockade wurde Gaza zum größten Open-Air-Gefängnis der Welt für zwei Millionen Menschen. Israel kontrolliert Gazas Luftraum und Binnengewässer wie auch zwei der drei Grenzkontroll-Stellen – die dritte wird von Ägypten kontrolliert.

(Quelle)  

Mitglied des ‚Islamisch-christlichen Komitees‘: Die palästinensischen Flüchtlinge sollten in ihr Land zurückkehren

(Bild: Father Manuel Musallam)

Father Manuel Musallam, Mitglied des ‚Muslimisch-christlichen Komitees zur Unterstützung von Jerusalem und seinen Heiligtümern‘, lobte das palästinensische Volk für die Opfer, die es für die heiligen Stätten, die Ländereien und die Verteidigung des Rückkehr-Rechtes der Palästinenser bringt. Musallam betonte ausdrücklich, dass der Kampf der Palästinenser für die Wiedergewinnung des ‚Rechtes auf Rückkehr‘ auf die palästinensischen Flüchtlinge hin ausgedehnt werden solle. „Palästinensische Freiheitskämpfer opfern ihr Leben um in ihr Land zurückkehren zu können“, verstärkte Musallam. Die Hamas-Bewegung habe für ihren Teil Nachdruck gelegt auf die Betonung, dass ihre Wiederbesiedlungs-Pläne und alle ihre Versuche, für das Recht der palästinensischen Flüchtlinge auf Rückkehr einzustehen, zurückgewiesen worden sind. Die Bewegung forderte die internationalen Menschenrechts-organisationen auf, die palästinensischen Flüchtlinge zu unterstützen, bis sie ihre Rechte und die Rückkehr in ihr Land wiedergewinnen werden. 

(Quelle)